Außen oho und innen? Coralia von Huch! (Rezension)

Coralia – Familienspiel – ab 10 Jahren – 2 bis 4 SpielerInnen – Michael Rieneck/Huch!

Ein Leckerbissen fürs Auge. Das ist Coralia von Huch. Es hat mich bereits auf der Messe sofort angesprochen. Sooooo schönes Material. Die Würfel sind echt schick. Und grafisch fällt es genau in mein Beuteschema. Dass Coralia jetzt nicht soooo das anspruchsvolle Spiel ist, hatte ich bereits von anderen Rezensenten mitbekommen. Das hat mich aber so gar nicht abgeschreckt, schließlich spielen wir auch supergerne mit spielunerfahrenen Leuten. Und nicht selten, gefällt mir ein Spiel, obwohl es da draußen so gar nicht gut ankommt.
Also habe ich mich wie ein kleines Kind drauf gefreut, Coralie endlich spielen zu können.
Und wurde leider enttäuscht…

 

Das Spiel
Coralia ist ein Spiel von Michael Rieneck, dass bei Huch! erschienen ist. Es kann mit 2-4 SpielerInnen gespielt werden und ist ab 10 Jahren geeignet.
In Coralia spielen die SpielerInnen Wissenschaftler, die die Unterwasserwelt um Coralia erforschen, um die Korallenriffs zu erhalten und dabei noch wertvolle Piratenschätze bergen.

Hauptmechanismus sind die ROVs (Taucherroboter), die mit Würfeln symbolisiert werden. Wer am Zug ist, setzt einen von vier möglichen Würfeln passend zu Symbol und Farbe auf dem Spielplan ein. Hier ist die Unterwasserwelt abgebildet. Je nach Einsatzort können z. B. Fischarten und Seesterne entdeckt und Perlen gesammelt werden. Dazu darf dann eine bestimmte Anzahl Karten gezogen werden. Fischkarten bringen viele Punkte, wenn man möglichst viele verschiedene Fischarten gesammelt hat. Perlen sind an sich wertvoll, aber nur der beste Perlentaucher darf vier seiner Karten als Punkte werten.

Und Seesterne bieten Aufgaben, die man am Spielende erfüllen kann, um Punkte zu erhalten oder geben tolle Boni. Die SpielerInnen können aber auch den/die TaucherIn bewegen, um Schätze zu heben, die auch wieder Vorteile verschaffen oder den Kraken einsetzen, um für jeden Würfel dieses Riffs Punkte zu ergattern.
Siegpunkte zu generieren, ist auf jeden Fall auf verschiedenen Wegen möglich. Und so gewinnt am Ende das Spiel, wer die meisten davon sammeln konnte.

 

Fazit
Ich habe nicht mal richtig Luft geholt und schwupps schon ist Coralia wieder vorbei. Das ist meiner Meinung nach das größte Manko des Spiels. Denn die Aktionen je SpielerIn sind sehr begrenzt. Coralia lässt einem glauben, viele Möglichkeiten zu haben, Punkte zu generieren. Aber eigentlich hat man gar keine Chance, sich auf gewisse Bereiche zu konzentrieren. Es ist nicht nur so, dass das Spiel zu Ende ist, bevor man z. B. eine beachtliche Anzahl an Fischen sammeln konnte, sondern der hohe Glücksfaktor fuscht einem gewaltig ins Handwerk. Um nämlich die Aktionen ausführen zu können, die einem wertvolle Punkte bringen würden, muss man Würfel einsetzen: Und hier müssen Farbe und Symbol mit dem Aktionsfeld übereinstimmen. Die Aktionsfelder können aber nur mit je einem Würfel besetzt werden und so wird die Auswahl immer begrenzter. Da hilft auch die Schildkröte nicht, auf der Würfel zwischengespeichert werden können. Im Grunde fischen alle SpielerInnen ziemlich wirr ein wenig hier und ein wenig da nach Punkten, können sich aber auf nichts wirklich konzentrieren und am Ende bleibt nur ein sehr unbefriedigendes Spielgefühl. Das ist wirklich richtig schade. Bei mir und meinen TestspielerInnen konnte Coralia trotz des fantastischen Materials und des ansprechenden Themas leider nicht punkten.

 

Bewertung / Test
+ tolles ansprechendes und hochwertiges Material
+ Einfache Regeln
– viel zu kurze Spieldauer
– hoher Glücksfaktor, der leider das Spielgeschehen stört
– das Spiel spielt einen und nicht umgekehrt


(Eine Rezension von Petra Fuchs)

 

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
”Familienspiele”

 

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
1.7

Coralia (2019)

Spielidee: Michael Rieneck
Verlag: Huch!
Spieleranzahl: 2-4 SpielerInnen
Altersempfehlung : Ab 10 Jahren
Spieldauer
: 30 Minuten

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