Wurst Case Scenario – ein Partyspiel von Jumping Turtle Games (Rezension)

Ein Spiel zum Thema „Wurst“? Noch dazu eines, bei dem man selbst die Wurst spielt und sich vor dem sicheren Verwursten in der Wurstfabrik retten soll? Klingt verrückt? Ist es auch! Und genau solch ein Thema ist doch ideal, um ein Partyspiel daraus zu machen. Nachvollziehbare Geschichten erwartet da schließlich keiner. Im Gegenteil, je verrückter, konfuser, witziger und durchgeknallter, desto besser.

Wurst Case Scenaro erfüllt dabei alle Kriterien. Oder klingt es nach einem logischen Ablauf, dass in einer Wurstfabrik lebendige, aber schlechte produzierte Würste Chaos veranstalten? Und man diese nur los wird, indem man sie auf ein Transportband legt und dem Fleischwolf zum Fraß vorwirft? Reichlich durchgeknallt, nicht wahr? Wenn man dann noch weiß, dass man im Spiel die Würstchen selbst spielt und versucht sich zu retten und seine Mitwürstchen in den sicheren Wurst-Tod zu schicken soll, spätestens dann ahnt man, dass es sich hier um ein Partyspiel handeln muss.


Das Spiel

Wurst Case Scenario ist ein Spiel von Mathias Rossie, das bei Jumping Turtle Games erschienen ist. Es ist ab 8 Jahren geeignet und kann mit 2-6 Würsten, äh SpielerInnen gespielt werden.
Jeder Spieler zieht verdeckt eine der verschiedenen Wurst-Charakter-Karten. Diese Wurst versucht er im Laufe des Spiels vor dem Fleischwolf zu retten. Die Kunst dabei ist es allerdings, nicht zu offenbaren, wen man spielt, denn dann könnte es sein, dass die MitspielerInnen versuchen diese Wurst schneller in Richtung Fleischwolf zu schicken. Alle Wurstfiguren stehen zu Beginn am Anfang des Transportbandes, welches durch Karten angezeigt wird. Wer an der Reihe ist, darf dann eine der vorher erhaltenen Aktionskarten spielen.

Die Aktionskarten sind das Herz des Spiels. Denn diese bringen das Transportband und die Positionen der Würste gehörig durcheinander. Eine Wurst nach Wahl darf z. B. nach vorn oder hinten bewegt werden, Würste müssen Positionen tauschen, Marmelade lässt diese nach vorne rutschen oder Teile des Bandes werden entfernt. Genug Action also, dass nicht klar ist, welche Wurst wohl am längsten überleben wird. Und darum geht es im Spiel: Man möchte, dass alle anderen Würste in den Fleischwolf geraten und man selbst davon kommt. Das ist aber gar nicht so einfach, da sich das Transportband nach jeder Runde unerbittlich weiterbewegt.

Steht nur noch eine überlebende Wurst auf dem Transportband endet das Spiel und der Besitzer der Wurst gewinnt. Blöd nur, wenn mit der letzten Aktionskarte plötzlich alle Würste im Fleischwolf geraten sind. Dann nämlich ist es eingetroffen: Das Wurst Case Scenario und alle haben verloren.

 

Fazit
Wurst Case Scenario ist ein Partyspiel, wie es im Buch steht. Lustig, kurzweilig und skurril. Dennoch bringt es einen Hauch von Taktik mit. Natürlich begleitet von viel Glück – oder Pech, je nachdem, wie man es betrachtet. Das Thema ist auf jeden Fall passend gewählt und die Würstchen so witzig gestaltet, dass dies allein schon Grund genug ist, sich das Spiel auf jeden Fall anzusehen.

Mit Aktionskarten versucht man dann den Tod seines Würstchens zu verhindern. Dabei nicht gleich zu verraten, welches Würstchen zu einem gehört, ist gar nicht so einfach. Also rette ich zur Ablenkung ein fremdes Würstchen oder schiebe sogar das eigene in Richtung des sicheren Verwurstungs-Todes. Das kann natürlich auch schief gehen. Denn gerade in großer Runde dauert es, bis man wieder am Zuge ist und schwups schon ist das eigenen Würstchen in den Fleischwolf geraten. Es macht nichts, dass man vorher ausscheidet. Verraten sollte man es auch nicht, denn schließlich kann man dann noch darauf hinarbeiten, das Wurst Case Scenario auszulösen und die Vernichtung aller zu begünstigen. Das ist lustig und macht Spaß. Die Idee dahinter gefällt uns daher richtig gut. Mit zwei Spielern finden wir es fast ein wenig langweilig. Richtig Pfiff kommt mit 4-6 Spielern auf.

So sehr uns die Grafik gefällt. Nicht gut gelungen sind die Spielhilfen. Dort sind die Aktionskarten erklärt, was auch nötig ist – denn die Symbole sind nicht sofort eingänglich. Die Texte auf den Spielhilfen sind aber leider so winzig geschrieben, dass sogar SpielerInnen ohne Augen-Probleme eine Lupe brauchen. Sollte eine neue Auflage herauskommen, wünschen wir uns daher deutlich größer gestaltete Spielhilfen.

Wer sich an den Texten aber nicht stört und gerne ein schnelles und witziges Partyspiel für bis zu 6 Personen sucht, der sollte sich Wurst Case Scenario auf jeden Fall einmal anschauen. Besonders gut kam es in unseren Spielerunden übrigens bei den Teenagern an. Aber die machen halt auch jeden Quatsch mit 😉

 

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

 

BEWERTUNG

+ sehr lustige Grafik
+ witziger Mechanismus mit viel Glück
+ sehr viel indirekte Interaktion
+ gut ab 3 Spielerinnen spielbar

+ Partyspiel, das echt Spass macht

– Text der Spielhilfen viel zu klein gestaltet

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form wurde.

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Gruppenspiel”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altergruppe 13-49 Jahre
  • ... Altergruppe 50-75 Jahren
3.7

Wurst Case Scenarion

Autor: Mathias Rossie
Grafik: Ally Steven Severi
Verlag: Jumping Turtle Games

Spieleranzahl: 2-6 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: +/-15 Minuten

Generationentauglich: Das Spielprinzip kommt in den meisten Altersstufen gut an, wenn man witzige Spiele mag. Allerdings sind die Grafiken nicht eingänglich und die Spielhilfen, auf die man angewiesen ist, nicht gut leserlich. SeniorInnen und Menschen mit Sehschwäche dürften dabei Schwierigkeiten haben.

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