Wenn zwei sich streiten – Imhotep – Das Duell von KOSMOS (Rezension)

Imhotep – Das Duell – ab 10 Jahren – für 2 Personen – Phil Walker-Harding/KOSMOS

Das beliebte Familienspiel Imhotep – Baumeister Ägyptens des Autors Phil Walker-Harding ist 2016 beim Kosmos Verlag erschienen und hat es im gleichen Jahr auf die Nominierungsliste zum Spiel des Jahres geschafft. Ein Jahr später wurde die erste und bislang einzige Erweiterung Imhotep: Eine neue Dynastie veröffentlicht, die neue taktische Möglichkeiten und mehr Spielvielfalt bot. Im Jahr 2018 folgte mit Imhotep – Das Duell eine speziell für 2 SpielerInnen zugeschnittene Variante, die ich etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Zwar muss ich zu meiner Schande gestehen, weder das Original noch die Erweiterung gespielt zu haben, da es Imhotep – Das Duell aber auf die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres 2019 geschafft hat und ich ein Faible für gute 2-Personen-Spiele habe, war ich trotzdem sehr neugierig.

 

Zum Spiel:
Imhotep – Das Duell ist ein Spiel für 2 Personen von Phil Walker-Harding, das 2019 beim KOSMOS Verlag erschienen ist und mit einer angegebenen Spieldauer von 30 Minuten für SpielerInnen ab 10 Jahren empfohlen wird.

Ziel des Spiels ist es, durch den Bau von Monumenten – im Grunde genommen dem geschickten Sammeln von Plättchen – möglichst viele Siegpunkte zu ergattern. Im Zentrum des Spiels steht bzw. liegt das sogenannte Hafen-Tableau mit sechs Anlegestellen. Auf die Boots-Plättchen an diesen Anlegestellen werden jeweils drei Liefer-Plättchen zufällig verteilt. Es gibt je 12 Obelisken-, Pyramiden-, Tempel- und Grabkammer-Plättchen, die zum Bau der jeweiligen Monumente benötigt werden, sowie 12 Aktions-Plättchen, die den SpielerInnen zusätzliche Aktionen gewähren.

Die SpielerInnen platzieren nun auf dem 3 mal 3 Felder großen Raster des Hafen-Tableaus abwechselnd ihre Spielfiguren. Sobald mindestens zwei Spielfiguren einer beliebigen Farbe in einer Reihe bzw. Spalte stehen, kann das anliegende Boot entladen werden. Dabei bekommt die dem Boot am nächsten stehende Spielfigur das am weitesten entferne Plättchen. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis jede Spielfigur in der Reihe bzw. Spalte 1 Plättchen entladen hat. Ist ein Hafen-Feld dieser Reihe bzw. Spalte nicht besetzt, so wird es ignoriert und das Plättchen zurück in die Schachtel gelegt. Anschließend wird das Boot wieder mit 3 zufälligen Plättchen aufgefüllt.

Als SpielerIn versucht man natürlich die Plättchen zu ergattern, die man möglichst gewinnbringend an eine seiner Orts-Tafeln anlegen kann. So bringt der Bau am Obelisken beispielsweise pro Plättchen zwar nur einen Punkt, hat man am Ende aber den höchsten Obelisken errichtet, gibt es zusätzliche 6 Punkte. Bei der Grabkammer hingegen zählt nur die Anzahl der angelegten Plättchen.

Sobald der Vorrat an Lieferplättchen aufgebraucht und ein Boot nach dem Entladen nicht mehr bestückt werden kann, wird es entfernt. Das letzte Boot kann nicht mehr entladen werden und niemand erhält die Plättchen darauf. Wenn alle anderen Boote entfernt wurden, endet das Spiel. Die Punkte der Monumente der SpielerInnen werden gezählt. Der Baumeister mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

 

Fazit:
Imhotep – Das Duell bietet eine kurzweilige Knobelei für 2 SpielerInnen, die trotz der einfachen Mechanik mit erstaunlich viel taktischer Tiefe aufwartet. Der richtige Zeitpunkt zum Entladen der Boote wird dabei zum zentralen Element und durch die Anordnung der Spielfiguren auf dem Raster passiert es regelmäßig, dass der Gegner eben nicht das geplante, sondern das Boot der kreuzenden Reihe/Spalte entlädt. Das sorgt für Emotionen am Spieltisch und bietet das notwendige Maß an Interaktion, damit das Spiel nicht zu einer eremitischen Erfahrung wird. Wer sich an den Ort-Tafeln sattgespielt hat, kann diese auf die B-Seite drehen und findet dort veränderte Punktewertungen. Somit bietet das Spiel auch auf längere Sicht genügend Abwechslung.

Zwar kommt Imhotep – Das Duell nicht an meinen persönlichen Favoriten 7 Wonders Duell heran, wer allerdings gerne zu zweit spielt und auf der Suche nach guten Vertretern dieser Gattung ist, macht mit Imhotep – Das Duell garantiert nichts falsch.

Bewertung:
+ Einfach zu erlernen
+ Auch für weniger geübte SpielerInnen geeignet
+ Erstaunlich taktisch

– Spielmaterial ist arg kleinteilig

(Eine Rezension von Marco Dirscherl)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Zwei-Personen-Spiele”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
4

Imhotep - Das Duell (2018)

Autor: Phil Walker-Harding
Grafik: Michaela Kienle, Claus Stephan, Miguel Coimbra
Verlag: KOSMOS
Spielerzahl: 2
Altersempfehlung: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Über Marco

Film-, TV- und Brettspiel-Junkie. Podcaster aus Leidenschaft.