Wenn Gespenster eine Party feiern – Ab durch die Mauer von Zoch (Rezension)

Ab durch die Mauer – ab 7 Jahren – 2 bis 4 SpielerInnen – Jürgen Adams/Zoch – pädagogisch wertvoll

Gespenster, die auf normalen Wegen nicht durch Mauern gehen können, nach Verkleidungen suchen, um eine Karnevalparty zu schmeißen und sich ständig in anderen Räumen wiederfinden? Häääää?
Klingt komisch? Mag sein. Ist aber auch besonders innovativ. Denn das Spiel „Ab durch die Mauer“ hat mit seinem einzigartigen Mechanismus den Preises „InnoSpiel 2019“ gewonnen. Und das zurecht.

 

Das Spiel
Ab durch die Mauer
ist ein Kinderspiel von Jürgen Adams und bei Zoch Spiele erschienen. Es ist für 2 bis 4 SpielerInnen geeignet und kann ab 7 Jahren gespielt werden. Bei Ab durch die Mauer geht es um Gespenster, die keine Lust mehr auf weiße Bettlaken als Kleider haben. Sie feiern Fasching und wollen sich mal so richtig verrückt verkleiden. Im Spiel haben die Kinder das Ziel, für jedes Körperteil eine lustige Verkleidung zu finden. Und wer sein kleines Gespenst als erstes komplett verkleiden konnte, gewinnt.

Die Verkleidungen sind auf dem Spielplan verteilt. Die SpielerInnen müssen jedoch nicht nur auf einem Feld mit Kleidungsstück landen, sondern dann auch noch die passende Verkleidungskarte in einem der vier verdeckten Kartenstapel finden. Nur dann darf man seinen Geist auch damit ausstatten. Doch wer meint, dass dieser Memory-Effekt der Hauptinhalt des Spieles wäre, täuscht. Allein genommen wäre Ab durch die Mauer damit sicher nicht besonders innovativ.

Wenn wir nun aber die magischen Bewegungsmöglichkeiten betrachten, schaut es schon anders aus. Gespenster dürfen nämlich, als eine von 4 möglichen Bewegungen, nicht nur auf benachbarte Felder ziehen. Sie dürfen auch mit den im Spielbrett befindlichen Schiebern Gespenster durch Mauern schieben, etwas das bei einer normalen Bewegung nicht erlaubt ist.

Dieser Mechanismus ist richtig cool. Denn nun müssen die jungen SpielerInnen schon etwas grübeln, was sie mit ihrem Gespenst so anstellen und wohin sie es schieben wollen. Die kleinen Geister sowie auch die Schieber sind mit Magneten bestückt. Allerdings ist nicht jeder Teil des Schiebers magnetisch, will heißen – diese Aktion ist nicht immer von Erfolg gekrönt und benötigt auch mal mehr als nur eine Bewegung. Den Schieber darf man auch herausziehen und komplett versetzen, so dass im Grunde alle Geister erreichbar sind.

Doch das ist nicht alles. Die Wände des Geisterschlosses bleiben nicht dort, wo sie mal waren. Mit einer Bewegungsaktion lässt sich das Oberteil des Spielplans um 90 Grad drehen. Und das bringt unsere Gespenster dann so richtig durcheinander. Denn durch den Magnetismus werden sie verschoben: In andere Räume oder auch vom Spielplan hinunter. Aber eben auch nicht immer. Manchmal bleiben sie einfach stehen und wenn sie sich bewegen, ist eigentlich nie klar wohin.

In all diesem Durcheinander sollen die Gespenster dann auch noch auf Verkleidungsfeldern stehen bleiben und die richtige Karte gefunden werden. Dazu darf man sich natürlich nur einen Kartenstapel ansehen. Wem zuerst gelingt, komplett für Karneval hergerichtet zu sein, gewinnt das Spiel.

 

Fazit
Aus der Beschreibung des Spiels geht es bereits hervor: Ab durch die Mauer ist lustig, verdreht und nicht immer zu durchschauen. Das Spiel kam im Test unheimlich gut bei Kindern an, was sicherlich nicht nur am witzigen Thema und den süßen Geistern, sondern vor allem an den innovativen Mechanismen liegt. Da verschieben sich die Wände und Geister fliegen wie von Zauberhand durch Mauern. Man ist so fasziniert, dass man sich gar nicht mehr die Frage stellt, warum bei der normalen Bewegung das Fliegen durch Mauern nicht möglich ist, denn schließlich haben wir doch alle in unserer Kindheit gelernt, dass Gespenster durch Wände gehen können.

Diese Kleinigkeit macht dem Spiel aber wirklich keinen Abbruch. Der kleine Merk-Mechanismus trägt dann noch ein wenig zur Spannung bei. Anfangs ist es Glück, die passenden Karten zu finden, schließlich darf nur ein Kartenstapel angesehen werden. Wer sich gut etwas merken kann, ist dann aber schnell im Vorteil. Irgendwann hat man alle Stapel angesehen und wird das gesuchte Teil schnell finden. Auch das Material ist wie von Zoch gewohnt, sehr stabil und gut für Kinderhände geeignet. Die Grafik und das Design des Spiels sind ansprechend und niedlich.

Mit Ab durch die Mauer haben Kinder ihre wahre Freude und Langzeit-Spielespaß ist garantiert. Und ich bin mir sicher, dass auch der ein oder andere Erwachsene gerne bei einer Partie mit dabei ist.

 

Bewertung
+ schnell zu erlernen
+ innovative Mechanismen
+ ansprechendes Design
+ hochwertiges Material
+ witziges Thema


(Eine Rezension von Petra Fuchs)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kinderspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
5

Ab durch die Mauer (2019)

Autor: Jürgen Adams
Grafik: Victor Boden
Verlag: Zoch Verlag
Spieleranzahl: 2-4 SpielerInnen
Altersempfehlung Verlag: Ab 7 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten

Generationentauglich: Kann mit verschiedenen Generationen gemeinsam gespielt werden. Das Material ist generationentauglich.

Pädagogisch wertvoll: Die Merkfähigkeiten werden angeregt, zudem das räumlich Denken

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