Top Race erscheint im neuen Gewand: Downforce von Iello (Rezension)

Wir sind Fans von Rennspielen. Und da gibt es so einige Gute auf dem Spielemarkt. Down Force fiel uns bei der Veröffentlichung dennoch sofort auf. Denn hierbei handelt es sich um eine Neuauflage des Spiels „Top Race“ von Wolfgang Kramer.

Top Race erschien beim ASS Altenburger und war bereits eine Neuauflage des Vorgängers „Niki Laudas Formel 1“ aus dem Jahr 1980, welches der Nachfolger von „Tempo“ aus 1974 war. Trotz dass es weitere Veröffentlichungen gab, kam die Zeit, in der es das Autorennspiel nicht mehr zu kaufen gab. Warum, ist nicht zu ergründen, hat das Spiel auch damals schon gute Bewertungen erhalten hat und stand bei vielen SpielerInnen im Regal. Wohl bis heute!

Unter Iello wurde Top Race daher nun unter dem Namen Down Force zur Wiedergeburt verholfen und kommt in leicht geändertem Gewand daher.

 

Das Spiel
Downforce ist ein Spiel von Wolfgang Kramer, das bei Iello erschienen ist (Vertrieb Hutter Trade in Deutschland). Es kann mit 2-6 Spielern gespielt werden und ist ab 8 Jahren geeignet.

Downforce ist eine Mischung aus einem Renn- und Wettspiel. Die erste Phase des Spiels beginnt mit einer Auktion, in der die Rennwägen an den Höchstbietenden versteigert werden. Nacheinander wird hierzu jeweils ein Rennwagen einer Farbe mit einer zufällig gezogenen Spezialfähigkeit aufgedeckt und die SpielerInnen legen verdeckt eine ihrer vorher erhaltenen Tempokarten als Gebot ab. Die Tempokarten zeigen verschiedene Farben der Rennwägen mit verschiedenen Werten von 1-6 an. Der Wert der passend zur gerade zu versteigernden Rennwagenfarbe ist, stellt dann das Gebot in Millionen dar. Wer den höchsten Wert ausgespielt hat, erhält den Rennwagen und trägt das Gebot auf seinem Wertungsblock als Ausgabe ein. Nacheinander werden so alle Rennwägen versteigert, bis jeder der SpielerInnen eine Wagenkarte vor sich liegen hat.

Die Rennautos werden auf die jeweiligen Startpositionen gestellt und schon geht es los mit Phase zwei, dem Rennen: Der Spieler auf Position 1 spielt eine seiner Tempokarten aus und bewegt schließlich ALLE Autos die auf der Karte abgebildet sind um die angegebene Zugweite nach vorne. Dabei müssen die Autos auf der Rennstrecke gerade oder diagonal zum nächsten angrenzenden Feld nach vorne gezogen werden. Sind alle Felder belegt, ist das Auto blockiert und bleibt stehen.

Wird eine gelbe Linie auf der Strecke zum ersten Mal überfahren, kommt es zur Wette. Alle SpielerInnen machen nun ein Kreuz bei dem Rennwagen, dessen Sieg sie vermuten. Für einen Tipp erhält man am Ende des Spiels Geldbeträge, sofern der getippte Wagen auf Platz 1-3 landet. Die Rennautos werden beim überfahren der Ziellinie auf die jeweiligen Siegfelder gesetzt. Sobald alle Autos das Ziel erreicht haben oder keiner mehr Karten hat, endet das Spiel. Nun gibt es Geldbeträge abhängig von der eigenen Platzierung und für die Wetten. Davon zieht man die Ausgabe für die Ersteigerung des Wagens vom Anfang des Spiels ab. Wer dann das meiste Geld besitzt, hat gewonnen.

 

Fazit
Downforce ist wie erwähnt kein reines Rennspiel. Das Herz des Spiels ist der Wettmechanismus. Dies unterscheidet sich nicht vom älteren Top Race und doch gab es kleinere Regelanpassungen. Bei der Auktion um den besten Rennwagen werden jetzt verdeckt die Gebote abgegeben, während früher ein abgegebenes Gebot um je 10.000 erhöht werden musst. Diese Regeländerung gefällt uns sehr gut, denn man kann dann richtig pokern und erhöht die Spannung. Bietet man 6 Millionen – das ist die Höchstsumme – ärgert man sich natürlich, wenn die anderen SpielerInnen fast gar nichts geboten haben. Man kann aber eben auch Glück haben und ein günstiges Schnäppchen machen.

Welchen Wagen man ersteigern will, hängt zum einen von den zu anfangs erhaltenen Tempokarten ab. Die gewünschte Rennfarbenfarbe sollte auf diesen möglichst oft und mit hohen Zugweiten vertreten sein. Aber auch die mitgelieferten Spezialfähigkeiten nehmen großen Einfluss darauf, ob man das Auto erhalten möchte. Auch diese sind neu und geben dem Spiel richtig Schwung. So darf man z. B. bei „strategisch“ ein Auto von der Tempokarte weglassen und muss es nicht ziehen oder bei „trickreich“ darf man die Autos in umgekehrter Reihenfolge spielen. Der Wiederspielwert erhöht sich dadurch enorm, da man immer wieder andere Spezialfähigkeiten erhalten wird.

In Downforce sind keine Blockadekarten mehr vorhanden. Dies stört jedoch gar nicht, denn durch die Zugregeln ist weiterhin ausgiebiges blockieren möglich. Geschickt gezogen, können nachfolgende SpielerInnen ihre Autos dann nicht mehr ihre komplette Zugweite fahren lassen. Und gerade dieser kleine Ärgerfaktor macht richtig Spaß. Die aus Top Race bekannte Profivariante des Wettens ist in Downforce nun Bestandteil der Grundregel. Geschickt gewettet, kann man dadurch das Spiel gewinnen, selbst wenn der eigene Wagen nicht auf den ersten Plätzen liegt. Man muss nur ein Gefühl dafür haben, welche Wägen wohl das Rennen machen werden. Spannung, die in diesem Spiel nicht fehlen darf.

Wer eine Mischung aus Renn- und Wettspielen mag, sollte sich Downforce auf jeden Fall anschauen. Liebhaber von Top Race sowieso. Downforce ist ein tolles Familienspiel mit einfachen Regeln, mit geringer Downtime und spannenden Wett- und Auktionsmechanismen. Uns hat es prima gefallen und es kommt noch immer ständig auf unsere Tische, denn durch die Fähigkeiten und zwei verschiedene Rennstrecken ist immer wieder Varianz vorhanden.
Wir freuen uns schon jetzt auf Erweiterungen mit neuen Rennstrecken 🙂

(Achtung: Wir haben Downforce mit 3-6 SpielerInnen gespielt, es kann daher keine Aussage dazu getroffen werden, ob es mit 2 SpielerInnen Spaß macht)

BEWERTUNG

+ Ansprechendes und hochwertiges Material
+ Schnell zu erlernen
+ Geringe Downtime
+ Spannender Auktions- und Bietmechnismus
+ Varianz durch Spezialfähigkeiten

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

 

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form verwendet wurde.

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altergruppe 13-49 Jahre
  • ... Altergruppe 50-75 Jahren
5

Downforce (2018)

Autor: Wolfgang Kramer
Grafik: Jason Taylor
Verlag: Iello (Vertrieb Hutter Trade)

Spieleranzahl: 2-6 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglich: Sehr gut für das Spielen mit verschiedensten Altersstufen geeignet. Schnelle und gute erklärte Regeln, eingängliches und stabiles Spielmaterial und ein Thema dass Jung bis Alt interessieren dürfte.

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