Take it easy / Carcassonne in super easy – Legendary Forests von Iello (Rezension)

Legendary Forest – Familienspiel – 2 bis 5 SpielerInnen – ab 8 Jahren – Toshiki Sato/Iello – generationentauglich

Die Grafik scheint mir typisch für Iello. Irgendwie erinnert es mich ein wenig an Saikatsu oder vielleicht auch eher an The Legend of the Cherry Tree. Das Design der beiden Spiele hatte mich sofort angesprochen. War ich von Saikatsu begeistert, enttäuschte mich The Legend of the Cherry Tree spielerisch jedoch. Was also erwartete mich nun bei Legendary Forests? Die Grafik wollte mir auf jeden Fall gleich gefallen. Doch auch das Spielprinzip? Ich war gespannt.

 

Das Spiel
Legendary Forests ist ein Spiel von Toshiki Sato, welches bei Iello erschienen ist. Es ist für 2-5 SpielerInnen geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.
Legendary Forests ist eine Mischung aus Take it easy und Carcassonne, nur mit einem viel geringeren Schwierigkeitsgrad. Ziel des Spiels ist es, durch geschicktes Anlegen der Plättchen in der eigenen Auslage möglichst viele Punkte zu erreichen. Das ist nicht neu und bereits aus einigen Spielen bekannt: Ein Spieler / eine Spielerin legt sein eigenes Plättchenset verdeckt auf den Tisch. Es wird ein Plättchen gezogen, welches die MitspielerInnen dann auch aus ihrem Plättchset heraussuchen müssen. Jeder darf schließlich das Plättchen in seinem Bereich nach gutdünken anbauen.

In Legendary Forests sind auf den „ErdPlättchen“ bis zu vier verschiedene Bereich angezeigt: Wiese, Ahornblätter, Kirschblüten oder Ginkgoblätter. Auf einigen sind halbe Runen zu sehen. Die SpielerInnen – in der Rolle von Baumgeistern – wollen nun eine möglichst schöne Welt erschaffen und legen die Plättchen so an, dass mindestens eine Seite des neuen Plättchens zur Auslage passt. Gewertet werden kann am Spielende jedoch nur ein Bereich, in dem sich ein Baum befindet. Diese können von den SpielerInnen eingesetzt werde, sofern das aufgedeckte Plättchen mit einer Zahl auf hellem Hintergrund versehen ist.
Sind 19 Plättchen verbaut, erfolgt die Wertung der Bereiche mit Baum. Enthält dieser ausschließlich vollständige Runen, erhält man dafür 2 Punkte je geschlossener Rune, andernfalls gibt es 1 Punkt je Rune. Wer dann die meisten Punkte hat gewinnt.

 

Fazit
Ich bin ja immer wieder auf der Suche nach Spielen, mit denen man Menschen begeistern kann, die noch neu oder gar gänzlich unerfahren in der Spielewelt sind. Die nicht bereits beim ersten Kontakt mit dem großen Unbekannten – dem Gesellschaftsspiel – überfordert sind und dann schreiend die Flucht ergreifen. Solche Erfahrungen führen nämlich dazu, dass mit großer Wahrscheinlichkeit nie wieder gespielt wird. Der Einstieg sollte also sanft erfolgen und dennoch ein Gefühl vermitteln, dass Spiele mehr können, als wild umeinander zu würfeln.
Mit Legendary Forests habe ich solch ein Spiel gefunden. Wie bereits angedeutet, ist es nicht so tiefgehend, wie Take it easy oder Carcassonne. Es ist eine ganze Spur einfacher. Das Anlegen gelingt allen MitspielerInnen und auch die Punktewertung ist übersichtlich und schnell verstanden. Es ist schnell erklärt und gefühlt noch schneller gespielt. Die Grafik spricht das Auge an und man hat richtig Lust, seinen Planeten entstehen zu lassen. Von daher ist Legendary Forest ideal, um SpielanfängerInnen in die Welt der Spiele zu entführen.

Mehr aber auch nicht! Für Alle anderen, die spielaffinen Familien, Vielspieler oder auch Jeden der bereits Carcassonne gespielt hat, dürfte Legendary Forests nicht genügen. Wahrscheinlich nicht mal als Lückenfüller. Die Mechaniken sind nicht nur bekannt, sondern stark abgeschwächt und auch das Thema des Spiels ist nicht zu fühlen. Das Design ist wirklich toll. Aber Baumgeister, die einen Planeten erschaffen? Die Architekten sein sollen und um die schönste Welt buhlen? Ich weiß ja nicht. Es ist mitnichten so, dass mir das Design des japanischen Originals „8bit MochUp“ besser gefällt, aber ich hätte es schöner gefunden, ein Thema zu haben, dass man beim Anbau der Plättchen auch fühlt.

Selten war ich so Zwiegespalten bei einem Spiel. Für die ganzen Spieleneulinge ist es eine klare Empfehlung, für alle anderen meine ich: Da gibt es weit Besseres. Entscheiden könnt nur ihr selbst, wo ihr Euch einsortiert oder mit wem ihr es spielen mögt.

 

BEWERTUNG
+ sehr einfaches Spielprinzip
+ wunderschöne Grafik
+ ideal für Spiel-Neulinge
– aufgesetztes Thema
– zu wenig für jeden der ein wenig Spielerfahrung hat


(Eine Rezension von Petra Fuchs)

 

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
 “Familienspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
2.5

Legendary Forest (2019)

Autor: Toshiki Sato
Grafik: Allison Machepy
Verlag: Iello / Vertrieb Hutter Trade
Spieleranzahl: 2-5 SpielerInnen
Altersempfehlung : Ab 8 Jahren
Spieldauer
: 15-20 Minuten

Generationentauglich
: gut geeignet, gleicher (geringer!) Anspruch an alle Altersgruppen

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