Kämpfen und Klauen – “Barbearian Battlegrounds” schlägt zu (Rezension)

Ein nettes Wortspiel, der Titel dieses Spiels. Noch liegt es nur in englischer Sprache vor aber man könnte es übersetzen mit „Barbärische Schlachtfelder“. Und barbarisch geht es zu, wenn wir mit unserem Bären-Clan gegen die anderen Bären in die Schlacht ziehen.

Und es ist ein andauerndes Hauen und Stechen. Denn jeder versucht, sieben Ruhm-Marker zu erhalten. Und am einfachsten geht das, indem man sie den anderen Mitspielern abnimmt. Blöd nur, dass die das Gleiche denken. So raube ich dem einen Clan, während der andere mich beraubt. Da hilft nur eine starke Verteidigung und ein paar gute Angriffe.

Das heißt in diesem Spiel, einfach gut zu würfeln. Denn alles wird mit Würfeln gesteuert. Zuerst werfe ich drei Würfel, im Lauf des Spiels werden es vielleicht mehr. Jeder sieht zunächst die einzelnen Würfe. So kann man sich gezielt die schwachen Clans aussuchen. Dann setzt man die drei Würfel geheim auf seine Aktionsfelder. Die sind: Angriff gegen einen bestimmten Clan, Verteidigung und Rohstoffe sammeln.

Das macht jeder für sich. Dann wird aufgedeckt und die Aktionen der Reihe nach abgearbeitet. Wer gegen den anderen Clan gewinnt, kann ihm einen Ruhm-Marker oder Waren stehlen. Wer zuerst sieben Ruhm-Marker usammengesammelt hat, hat gewonnen.

Man kann sie auch mit Ressourcen erwerben, aber das bedeutet lange sammeln und in der Zwischenzeit plündern die anderen Clans. Das mit dem Warensammeln ist sehr mühsam und das Einkaufen auf dem Markt sehr teuer. Das überlasse ich lieber den anderen und erobere dann die teuer gekauften Sachen.

Das ist auch das große Manko am Spiel. Lieber kämpfen, das geht schneller. Sammeln ist mühsam und meist bringt das nur den Mitspielern etwas. Zu dritt oder zu zweit sieht das etwas anders aus, denn dann muss man einkaufen, denn die Anzahl der Marker reicht nicht zum gewinnen. Aber sind genug Marker gekauft, geht es nur noch ums Kämpfen. Und dann geht es nur noch um das richtige Würfeln. Nur wer hoch würfelt, hat Chancen. Die wenigen teuren Möglichkeiten, den eigenen Würfelwurf zu beeinflussen, sind gegenüber einem glücklichen Wurf zu wenig effektiv.

Grafisch ist es sehr schön gemacht, die Würfel sind sehr gut und groß, die Dorfplättchen sind viel zu dünn und alles irgendwie zu klein, aber dafür passt die Schachtel überall hinein und man kann dieses kleine wilde Kampfspiel überall mit hinnehmen. Als nettes Zwischendurch-Gemetzel ganz in Ordnung. Wer Spaß an Würfeleinsetzspielen und direkter Konfrontation hat, der bekommt genau das hier geboten. Das macht Spaß, auch wenn der Glücksfaktor letztlich über Sieg und Niederlage entscheidet. Aber so geht es mit vielen Würfelspielen und hier hat man zumindest ansatzweise auch ein Warensystem integriert, dass man auch mit schlechteren Würfeln etwas erreichen kann.

Dass sich der eigene Status gerade im Spiel zu viert von „kurz-vor-dem-Sieg“ auf „ich-bin-total-hinten“ innerhalb einer Runde ändern kann, macht auch den Reiz des Spiels aus. Wer mit reinen Glücksspielen wenig am Hut hat, kann trotzdem einen Blick riskieren, denn ein bisschen lässt sich der Würfelwurf ja doch beeinflussen, und nicht jeder hat ständig Glück. Mal erwischt es den Mitspieler auch mit einer Pechphase und „schwupps“, sind alle seine angesammelten Marker bei mir … um sie gleich wieder an den nächsten Mitspieler abzugeben.


FAZIT

Barbearian Battlegrounds (derzeit nur in englischer Sprache erhältlich) von Walter Barber und Ian VanNest erschien 2018 bei Greenbrier Games und ist für 2-4 Spieler ab 8 und bietet eine Spielzeit von etwa 30 Minuten. Es ist ein Würfeleinsetzspiel. Dabei greift man seine Mitspieler an, verteidigt sich oder sammelt Waren, für die man Upgrades kaufen kann. Man sammelt oder erobert Ruhmes-Marker und wer zuerst sieben davon hat, hat gewonnen. Das Glück lässt sich zwar etwas beeinflussen, trotzdem gewinnt, wer glücklich würfelt. Durch die direkte Konfrontation kommt Stimmung am Tisch auf, sofern die Spielrunde nicht aus friedlichen Naturen besteht. Denn Angreifen und Erobern gehören zum Spiel dazu. Wer das will, hat hier ein nettes kleines Würfel-Hau-Drauf-Spiel mit schöner Grafik und einfachen Regeln vor sich. Meiner Meinung nach kann man es schon mal zwischendurch auf den Tisch packen. Wer es nicht gespielt hat, hat nichts verpasst. Wer es spielt, hat seine Zeit auch nicht vertan. Kein schlechtes Spiel, aber in der Masse der Würfelspiele nur Mitläufer.

BEWERTUNG

+ schöne Grafik und lustige Zeichungen
+ Würfel von sehr guter Qualität
+ einfache Spielregeln
+ viel direkte Interaktion
– sehr glückslastig
– Warensammeln gegenüber Kämpfen zu schwach
– Dorfplättchen zu dünn

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form wurde.

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel” 

 

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
3.3

Barbearian Battlegrounds

Autor: Barbearian Battlegrounds

Grafik: Walter Barber, Ian VanNest

Verlag: Greenbrier Games

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren

Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglich: von 12 bis 70 mit gleichem Anspruch spielbar. Die einzelnen Plättchen und die Beschriftung sind zu klein.

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