Happyshop öffnet die Tore lässt ein Spielerherz höher schlagen

Merseburg. Merseburg? Viele SpielerInnem kennen diesen Ort von irgendwoher. Meist vom Poststempel. Denn da sitzt einer der großen Spiele-Online-Händler, die Spiele-Offensive. Heimat zugleich für die Spieleschmiede, in der viele Spiele über eine Art Crowdfunding erst ermöglicht werden. Lokalisierungen für den deutschen Markt aber auch Eigenentwicklungen warten hier auf Unterstützung. Und zudem sind mehrere Verlage unter dem Dach des Happyshops, die gemeinsam gepflegt werden und auf dem Weg nach oben sind. Der bekannteste ist Corax-Games, aber auch die anderen Namen sollte man sich merken: Fun Bot, Kobold Spieleverlag, Grimspire, Mirakulus und Giant Roc.

Beeindruckend ist eine Führung durch den Betrieb. Zuerst überrascht die Anzahl der Mitarbeiter. Schnell merkt man, dass die Zahl notwendig ist, um die Arbeit zu tun. Von der Arbeit an Spielen, der kompletten redaktionellen Arbeit, über Videoproduktion und Grafik, der Kontaktpflege mit ausländischen Verlagen und Produzenten und schließlich – Kernkompetenz der Spiele-Offensive – der Shop. Ein riesiges Lager auf zwei Stockwerken, mehr als 7500 Spiele auf Lager, täglich mehrere hundert abgewickelte Bestellungen, ein ständiges Kommen und Gehen von Paletten und Paketen, und modernste Technik und Arbeitprozesse – wow!

Dieser Blick hinter die Arbeitsabläufe, die notwendig sind, um ein Spiel von der Idee bis auf den Tisch zu bringen, war mehr als interessant. Frank Noack, einer der Inhaber von Happyshop (gemeinsam mit Robert Letsch),  zu dem nicht nur die Spiele-Offenive gehört, sondern auch zB. Die Puzzle- oder Würfel-Offensive und andere, gab auch Einblicke auf den Umgang mit Foren und anderen sozialen Medien. Das was uns SpielerInnen oft verärgert, dass Beiträge einfach unbeantwortet bleiben, sei einfach der mangelnden Zeit geschuldet. In den – so stolz präsentierten – optimalen Ablaufprozessen sei die Arbeitsdichte so groß, dass zuwenig Zeit bleibt, sich um einzelne Fragen zu kümmern. Schade eigentlich, denn diese Fragen kommen ja nicht von ungefähr. Andererseits verständlich und verzeihbar, wenn man merkt, dass die Zeit in die Arbeit an guten Produkten gesteckt wird.

Sympathisch und angenehm war die Führung mit Frank. Dabei erfuhr man nicht nur viele interessante Informationen, er beantwortete auch Fragen und es ergaben sich immer wieder kleinere Diskussionen.

Irgendwie habe ich mir das alles anders vorgestellt. Den Shop mitsamt Lager und Auslieferung hätte ich mir kleiner erwartet. Das war echt ein Augenöffner. Was mich überrascht hat, dass bei der ganzen Arbeit an und rund um das Spiel anscheinend so wenig Zeit bleibt, tatsächlich noch zu spielen. Ich habe mir vorgestellt, die sitzen den ganzen Tag rum und spielen. Würden sie wahrscheinlich auch gern machen, aber so ein Spiel auf den Markt zu bringen und dabei ein paar tausend SpielerInnen dazu zu bringen, das Spiel auch zu kaufen, ist anscheinend ein ziemlicher Knochenjob.

Wie lange so ein Spiel bis zum Verkauf braucht, wieviel Kosten dabei entstehen und dass oftmals Kosten entstehen, die man so richtig im fertigen Produkt gar nicht wahrnimmt, das alles lässt einem einen ganz anderen Blick auf so manches Spiel werfen. Umso mehr wundert es, dass für Essen wohl wieder über 1000 neue Spiele angekündigt werden.

In dem Sinn, lasst sie uns alle spielen und die Arbeit dahinter wertschätzen. Danke für die ausführliche Führung.

(Ein Bericht von Gerhard Hany)

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