Glisse Glace – ein Pinguin Schnipp-Spiel für Kinder von DJECO (Rezension)

Pinguine. Das sind die süßen unförmigen Vögel mit weißem Bauch und grau bis schwarzem Federkleid. Wenn sie so wackelnd durch die Antarktis watscheln, erinnern sie zeitweise an Michelinmännchen. Die hauptsächlich im Meer lebenden Schwimmer, faszinieren Groß und Klein. Sie sind süß und ziehen einen durch ihre anscheinende Ungeschicklichkeit in den Bann. Ideal also, um mit ihnen ein Kinderspiel zu gestalten. So ungeschickt wie es anmutet, sind Pinguine aber gar nicht. Sie sind ideale Schwimmer und Springer und natürlich Weltmeister im Tauchen. Aber all das müssen die Kleinsten unter ihnen erst lernen.

 

Das Spiel
Glisse Glace ist ein Kinderspiel von Corentin Lebrat, Ludovic Maublanc und Théo Rivière, welches bei DJECO erschienen ist. Es kann mit 2 bis 5 SpielerInnen gespielt werden und ist laut Verlag von 6-12 Jahren geeignet.
Glisse Glace ist ein Geschicklichkeitsspiel, ein sogenanntes Schnipp-Spiel. Durch das Schnippen von Eisschollen (kleine Holzscheiben), soll es gelingen, dass die kleinen Pinguinkinder von Eisscholle zu Eisscholle rutschen können. Dabei muss der Abstand zwischen den Schollen so klein sein, dass die Babys hinübergleiten können, ohne herunterzufallen. Dafür schnippt das Kind, das am Zug ist, eine der Holzscheibchen in Richtung der Schollen auf der Tischmitte, auf der die Babypinguine warten. Kommt die Scholle nicht nah genug ran, ist das nächste Kind am Zug. Kann der Vogel rüber rutschen, erhält die Spielerin am Zug einen Punktechip in der Farbe des Pinguinkindes.

Wenn beim Schnippen aber ausversehen ein Baby herunterfällt (oder ein Pinguin-Papa, der auf Eisschollen außen herum platziert ist), dann ist der Papa sauer. Schließlich will er, dass seine Kinder die besten Eis-Rutscher der Welt werden. So geschehen, nimmt man sich einen „Papa-ist-sauer-Marker“, der am Spielende Minuspunkte gibt. Das Spiel endet, wenn ein Stapel von Pinguin-Marker einer Farbe oder alle Papa-Marker aufgebraucht sind. Dann gewinnt das Kind, das abzüglich der Minuspunkte die meisten Punkte EINER Pinguinfarbe hat.

 

Fazit
Bei dem Spiel schlummern ehrlich gesagt zwei Seelen in mir. Auf der einen Seite ist da das wundervolle und sehr hochwertige Material. Die stabilen Holzscheiben und sehr ansprechenden Pinguinfiguren überzeugen sofort und sind wirklich ideal für Kinderhände. Ich freue mich immer wieder, wenn so wertige Spiele gestaltet werden. Auch der Spielmechanismus macht echt Spaß. Schnippen dürfte wohl den meisten Kindern gut gefallen und es kommt große Freude auf, wenn man so einen Punktechip nach dem anderen sammelt. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, denn ist man zu übermütig, fallen die kleinen Vögel auch schnell mal ins Wasser. Das ist für Kinder natürlich super witzig und bietet einen hohen Wiederspielwert.

Auf der anderen Seite ist da die Geschichte des Spiels. Finde ich es gut, dass der Papa ständig sauer ist, nur weil seine Kinder ausversehen ins Wasser rutschen? Ich finde – das hätte man schöner lösen können. Vielleicht hätte es Müdigkeits-Marker geben können, da es für die Kleinen ja anstrengend ist, immer wieder aus dem Wasser zu klettern und die Papas hätten die Funktion haben können, den Kleinen Mut zuzusprechen, dass sie es schon schaffen werden.
Auch die Regeln werfen Fragen auf und sind nicht kindgerecht geschrieben. Was sind z. B. Totem-Marker? Sie markieren die jeweils eigene Eisscholle, aber verständlich ist dieser Begriff nicht. Warum nicht sagen, dass das ein Pinguin-Freund ist, der mitspielt? Auch kommt die ein oder andere Regelfrage auf. Darf man sich eigentlich auch die Mini-Eisscholle nehmen, die im Spiel dabei ist? Was passiert, wenn die Eisscholle weit aus dem Spielbereich gleitet, darf man sie dann wieder an den Rand des Spielfelds legen? Das hätte deutlicher beschrieben werden müssen.

Der Schnipp-Mechanismus ist eigentlich auch schon prima für Kinder ab 4 Jahren geeignet. Auch das Material bietet sich für dieses Alter an. Allerdings ist die Wertung der Punkte für Kinder so unverständlich, dass man das Alter eigentlich auf 8 Jahre hinaufsetzen müsste. Das ist schade. Warum wird nicht jeder Pinguin-Marker gewertet, den man einsammelt, sondern nur diejenigen einer Farbe (die sich das Kind auch noch aussuchen muss, ohne die Marker anzusehen)? Das verkompliziert das Spiel leider unnötig.

Insgesamt haben wir also ein wunderschönes Spiel mit spaßigem Schnipp-Mechanismus und ansprechendem Material vor uns liegen. Die Geschichte darum sowie die Wertung der Punkte sind leider weniger gelungen. Ersetzt man sie durch Hausregeln, hat man aber durchaus ein lohnenswertes Spiel im Schrank.

 

BEWERTUNG

+ Hervorragendes Material, ideal für Kinderhände geeignet
+ schnell zu erlernen
+ spannender Spielablauf
thematisch leider nicht sehr rund
– unnötig erschwerte Punkteregelung
– offene Regelfragen

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kinderspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
2.5

Glisse Glace (2018)

Autor: Corentin Lebrat, Ludovic Maublanc und Théo Rivière
Verlag: DJECO
Spieleranzahl: 2-5 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 6 Jahren
Eigenen Altersempfehlung: Mit vereinfachter Punktewertung ab 4 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten

Pädagogisch wertvoll: Die Spielmechnik auf jeden Fall, die Kinder werden in Motorik und Geschicklichkeit gefördert. Die Geschichte des Spiels ist weniger Pädagogisch und sollte angepasst erzählt werden.

Generationentauglich: Kann auch mit Erwachsenen gespielt werden, der Reiz dürfte jedoch nicht sehr hoch sein. Eher ein reines Kinderspiel.

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