Ein Spiel über Gefühle – Das Farbenmonster von Huch! (Rezension)

Das erste Mal gespielt, dachte ich: Hach, DIESES Spiel ist DAS ideale Spiel für die pädagogische Arbeit. Denn es geht um Gefühle. Und Gefühle benennen oder gar zu beachten fällt in unserer Gesellschaft nicht jedem leicht. Wie oft hat man die Sprüche gehört: „Ein Indianer kennt kein Schmerz“ oder Du „Heulsuse“, bzw. sei „Endlich still und hör auf zu weinen“? Viel zu oft fürchte ich. Und wenn man als Kind diese und ähnliche Sätze immer wieder hört, passiert eigentlich nur eins: Man ignoriert seine Gefühle, überspielt sie, verdrängt sie und nimmt sie mitunter gar nicht mehr bewusst war. Daher finde ich den offenen Umgang mit Gefühlen umso wichtiger. Und warum nicht in Form eines Spieles miteinander ins Gespräch kommen?


Das Spiel

Das Farbenmonster ist ein Spiel von Josep M. Allué, Dani Gómez und 2018 bei Huch! erschienen. Es kann mit 2-5 Personen gespielt werden und ist ab 4 Jahren geeignet. In dem Spiel geht es darum, dem Farbenmonster dabei zu helfen, seine verwirrten Gefühle wieder zu ordnen. Ziel ist es, die auf dem Spielplan ausliegenden Gefühlsplättchen einzusammeln und in das dazu passende Gefühlsglas zu füllen. Dafür werfen die Kinder einen Würfel, der sie entweder das Farbenmonster auf den Plan bewegen lässt oder die Mädchenfigur zum Farbenmonster stellt.

Landet das Farbenmonster auf einem Feld mit Plättchen, so erzählt das jeweilige Kind den anderen, wann es das jeweilige Gefühl bereits einmal hatte. Die Gefühle Freude, Traurigkeit, Wut, Angst und Gelassenheit sind dabei den Farben gelb, blau, rot, schwarz und grün zugeordnet.

Nun darf sich das Kind eines der verdeckten Gläser aus dem Regal nehmen und es herumdrehen. Passen Plättchen und Glas farblich zusammen, darf das Gefühlsplättchen in das Glas geschoben werden, ansonsten dreht man es wieder um und das nächste Kind ist an der Reihe. Erwischt mein ein buntes Glas, die verwirrten Gefühle, müssen zwei leere Gläser vertauscht werden.
Sind drei bunte Gläser zu sehen, ist das Spiel verloren, daher kann das Mädchen immer ein buntes Glas umdrehen, wenn es auf dem Feld des Monsters landet. Die SpielerInnen gewinnen gemeinsam, wenn alle Gefühlsplättchen in die passenden Gläser gefüllt wurden.


Fazit

Das Farbenmonster ist nicht nur das ideale Spiel für die pädagogische Arbeit – sondern es ist auch das ideale Spiel für Familien. Als erstes spielten wir es mit unseren Kindern – und obwohl wir einen offenen Umgang mit Gefühlen pflegen – waren wir doch erstaunt, wie sehr man über das Spiel ins Gespräch kommen kann. Denn das Farbenmonster ist kein Spiel, das Kinder allein spielen müssen, sondern gerade mit Erwachsenen kann man zusammen über Emotionen sprechen, reflektieren und sich so doch um ein gehöriges Stück näherkommen. Man erfährt plötzlich über die größten Ängste der Kinder (und das waren ganz andere, als wir angenommen hatten) oder bekommt erzählt, an welches traurige Erlebnis sie sich noch erinnern. Negativ besetzte Emotionen zu beschreiben fällt dabei den Spielenden meist schwerer, als z. B. über Freude zu sprechen. Spannend fanden wir vor allem das Gefühl Gelassenheit. Denn das mussten wir erstmal erklären und den Kindern Beispiele benennen. Doch schnell war es eingeordnet und konnte besprochen werden.

Das Thema ist also wirklich perfekt und wunderbar für ein Spiel geeignet. Es fördert nicht nur das gegenseitige Verständnis, sondern führt den Blick auch wieder mehr auf sich selbst. Dass das Farbenmonster zusätzlich mit einem solch grandiosem Material geliefert wird, begeistert uns enorm. Die großen und stabilen Figuren sowie das farbenfrohe und hochwertige Material sind perfekt für Kinderhände und gefällt auch den Großen. Das Spielbrett ist klar und deutlich strukturiert und die Farben sind prima zuzuordnen, so dass nach wenigen Minuten jedem klar ist, wie das Spiel funktioniert.

Im Grund ist der Spielmechanismus nur ein nettes Beiwerk. Denn die Erzählungen sind dann doch der auschlaggebende Inhalt. Doch die Spielabläufe regen zum Erzählen an und bringen vor allem ein wenig Spannung ins Spiel. Schließlich will man alle Gefühlsplättchen ins richtige Glas finden. Dieser Merkmechanismus gefällt Kindern natürlich besonders gut und vor allem durch die verwirrten Gefühle kommt Pepp in die Spielerunde. Wirklich verloren wurde das Spiel in unseren Spielerunden nie. Aber das ist auch gut so, geht es ja eigentlich um das gemeinsame Wahrnehmen und Erkennen von Gefühlen.

Für Eltern und Pädagogen sind übrigens noch ein paar wertvolle Tipps zum Umgang mit Gefühlen und der Anwendung des Spiels enthalten.

Wir können das Farbenmonster daher ausnahmslos für Familien und Pädagogen empfehlen, die gerne in die Welt der Gefühle eintauchen wollen.

 

BEWERTUNG

+ Hervorragendes Material, ideal für Kinderhände geeignet
+ schnell zu erlernen
+ spannender Spielablauf
+ Kinder lernen Gefühle kennen
+ hoher pädagogischer Spielwert

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kinderspiele” und “Pädagogische Spiele” 

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
5

Das Farbenmonster (2018)

Autor: Josep M. Allué, Dani Gómez
Grafik: Anna Llenas
Verlag: Huch!
Spieleranzahl: 2-5 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 4 Jahren
Spieldauer: 25 Minuten

Pädagogisch wertvoll: Sehr wertvoll! Kinder lernen Gefühle kennen und sie zu verbalisieren. Stärkt den positiven Umgang mit Gefühlen. Durch den Merkmechanismus werden Konzentration und Merkfähigkeit gefördert.
Generationentauglich
: Kann wunderbar mit Erwachsenen gespielt werden und regt die Reflexion der eigenen Gefühle an. Der Spielmechanismus ist dabei aber nebensächlich.

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