Ein Kinderspiel, das überrascht – Hexenhochhaus von Pegasus (Rezension)

Hexen Hochhaus – Kinderspiel – ab 4 Jahren – 2 bis 4 SpielerInnen – Klaus Kreowski/Pegasus– pädagogisch wertvoll

Es gibt ja so Spiele, da öffnet man die Schachtel und denkt sich: „Ähhhhhh, das soll alles sein?“. Gerade wenn wenig bis gar kein Material in der Schachtel vorhanden ist. Und dann ist sie auch schon da, die Vorannahme, dass das Spiel nicht gut sein kann. So auch bei dem heutigen Kinderspiel, dass ich Euch vorstelle. Da gingen meine Zweifel sogar noch weiter: Ein Plan mit Start- und Zielfeldern, fünf Figuren und ein Würfel zeigten sich mir beim Auspacken. „Langweilig und sicher nicht innovativ“, dachte ich mir, denn aus so wenigen Komponenten kann ja schließlich nichts rausgeholt werden. Doch wer nun meint, dass diese Rezension ein Verriss wird, der täuscht. Denn ich wurde überrascht. Positiv.

 

Das Spiel
Hexen Hochhaus ist ein Kinderspiel von Klaus Kreowski, das bei Pegasus erschienen ist. Es ist ab 4 Jahren geeignet und kann mit 2-4 SpielerInnen gespielt werden.
In Hexen Hochhaus sind die Hexen-Eltern ausgeflogen und die süßen kleinen Hexenkinder veranstalten ein Wettrennen durchs Hexenhochhaus, hinauf zur Zauberkugel im Turm.

Das Kind am Zug wirft dazu einen Würfel und darf sein Hexenkind in Form eines farbigen Spielsteins um die entsprechende Anzahl Felder fortbewegen. Allein dies wäre wahrscheinlich ziemlich langweilig, doch der Autor hat sich einen großartigen Mechanismus einfallen lassen. Zeigt der Würfel nämlich einen Besen, darf das Hexenkind auf dem Besen reisen. Dafür ist dem Spiel eine tolle Besen-Figur beigelegt. Der Besen und die Spielsteine sind mit Magneten bestückt, so dass man mit dem Besen die Hexenkinder in die Höhe heben kann. Sie dürfen dann bis zum nächsten Besenfeld geflogen werden.

Aber wie das bei Hexenkindern so ist, macht der Besen natürlich nicht immer, was er soll. Ist nämlich ein Pfeil auf dem Würfel zu sehen, darf das Kind am Zug eine beliebige Figur umdrehen. Tja und die Spielsteine sind nur auf einer Seite magnetisch, was bedeutet, dass der Besen sie jetzt nicht mitnehmen könnte. Und so drehen die SpielerInnen ihre eigenen Hexenkinder oder die der MitspielerInnen und versuchen laufend oder fliegend zur Hochhausspitze zu gelangen. Wem dies zuerst gelingt, der gewinnt das Spiel.

 

Fazit
Hexen Hochhaus ist definitiv nicht, wie ich erwartet habe. Es hat mich überrascht und kam nicht nur bei Kindern gut an. Selbst Erwachsene hatten Freude beim Spiel mit ihren Kindern.
Der magnetische Hexenbesen ist richtig cool. Und mit ihm kann man sein Hexenkind teilweise etliche Felder weit bewegen. Aber nicht immer, denn wenn man kurz vor einem Besenfeld steht, war es ein ziemlich kurzer Flug. Vor allem wenn einem die anderen Hexenkinder davonlaufen, kann der Besen die große Rettung sein. Und das gefällt. Selbst wenn der Eindruck entsteht, weit zurück zu liegen, kann letzten Endes noch das Spiel gewonnen werden. Das merken sogar die Kleinsten, so dass sich der Frustfaktor recht unerwartet in Grenzen hält.

Natürlich können sich die SpielerInnen gegenseitig ärgern, indem sie die anderen Hexenkinder auf die nicht-magnetische Seite drehen. Doch da die Pfeile auf den Würfeln recht häufig vorkommen und man ja auch seine eigene Spielfigur umdrehen darf, ist dies nicht frustrierend. Im Gegenteil. Dieses ständige Hin- und Herdrehen, immer hoffend, magnetisch zu sein, wenn man einen Besen würfelt und es den anderen vermiesen zu können, das macht tatsächlich richtig viel Spaß. Es ist wunderbar, den Kindern zuzuschauen, mit wieviel Elan und Freude sie bei Hexen Hochhaus dabei sind. Sich dabei merken zu müssen, welche Figur nun magnetisch ist und welche nicht, ist überschaubar und kann von allen gut gemeistert werden. Das Spiel lässt sich tatsächlich auch bereits von 4-Jährigen in Gänze erfassen, macht aber eben nicht nur den Jüngeren Spaß. Dass das Spiel dann noch innerhalb von 10 Minuten zu spielen ist, ist ein großer Pluspunkt und lädt im übrigen zur ein oder anderen Revanche ein.

Nicht nur grafisch ist Hexen Hochhaus daher überaus gelungen. Es kann durch einen spannenden Spielmechanismus punkten und zeichnet sich durch einen hohen Wiederspielwert aus. Das Spiel ist daher nicht nur für Familien mit Kindern geeignet sondern auch für den Einsatz in Kindergärten und Schulen.

 

Bewertung
+ schnell zu erlernen
+ innovativer Mechanismus
+ ansprechendes Design
+ hochwertiges Material
+ macht Kindern und Erwachsenen Spaß
+ spannend mit hohen Wiederspielwert


(Eine Rezension von Petra Fuchs)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kinderspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
5

Hexen Hochaus (2019)

Autor: Klaus Kreowski
Grafik: Anne Pätzke
Verlag: Pegasus Spiele
Spieleranzahl: 2-4 SpielerInnen
Altersempfehlung Verlag: Ab 4 Jahren
Spieldauer: 10-20 Minuten

Generationentauglich: Generationentaugliches Material, macht auch Erwachsenen Spaß.

Pädagogisch wertvoll: Die Merkfähigkeiten werden angeregt, zudem anregend durch das haptische Element des Besens

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