Der wohl kleinste Escape Room – „Deckscape – Der Test“ im Test (Rezension)

Deckscape – Familienspiel – ab 12 Jahren – 1 bis 6 SpielerInnen – Martino Chiacchiera und Silvano Sorrentino / Abacusspiele

Gerade 13 x 10 cm ist er groß, der Escape-Room, in den wir eingesperrt werden und mit Hilfe von gelösten Rätseln entkommen sollen. Für sechs Personen wird es schon mal eng. Auch im übertragenen Sinn, denn will man die Rätsel lösen, die auf Karten stehen, muss man oft die Karten genau betrachten, sollte diese aber nicht vom Tisch, vom Kartenstapel entfernen, um sie in die Hand zu nehmen. Zum einen steht die Auflösung auf der Rückseite und die Geschichte, die über die Karten erzählt wird, geht auf der nächsten Karte weiter. Die darf man aber vorher nicht sehen. Je mehr Spieler auf Rätsellösen gehen, desto schwieriger wird es für ein paar Spieler, wirklich am Lösungsprozess teilzunehmen. Was ja generell ein Problem der Escape-Room-Spiele ist. Die Karten sind zwar sehr groß und sehr stabil, trotzdem sind manche Dinge etwas unleserlich und klein. Vielleicht mit Absicht, da man ja nicht will, das man aus Versehen im Voraus etwas lesen kann.

Aber zurück zu unserem Spiel „Deckscape – Der Test“. „Deckscape“, eine Serie von Escape-Room-Spielen, die mit 60 Karten gespielt werden, ohne diese zu zerstören. Wie der Name sagt (Deck von Kartenstapel und Escape von Escape-Room), haben wir 60 Karten vor uns, alle in einem Stapel und wir lesen Karte für Karte und befolgen die Anweisungen. Das sind Rätsel, die mehr oder weniger knifflig sind.

Der Vorteil hier, man kann nicht stecken bleiben. Fällt einem absolut keine Lösung ein und geben die beigefügten Lösungshilfen auch keinen brauchbaren Hinweis (was in der Regel so ist), dann kann man die Karte trotzdem umdrehen, man erhält dann nur eine Zeitstrafe.

Am Ende zählt, wie schnell man war, und für jeden Fehlversuch addiert man ein paar Minuten auf sein Ergebnis. Gut gelöst. Denn so kann man entscheiden, ob man lieber mehrere Minuten an ein Rätsel hinknobelt oder es überspringt.

Escape-Room-Spiele müssen auf zwei Arten bewertet werden. Zum einen, wie knackig sind die Rätsel, ist für jeden Spielertypen etwas dabei. Deckscape – Der Test“ bietet dabei sehr unterschiedliche Rätsel, überwiegend einfache. Ein paar knifflige Sachen sind dabei, aber nichts wirklich unlösbarer. Einziges Manko an ein paar Aufgaben ist, es ergeben sich auch andere Lösungen mit logischem Denken. Hier wäre eine etwas genauere Aufgabenstellung nötig gewesen. Aber das ist nur selten der Fall.

Das andere, woran sich solche Spiele messen lassen müssen ist, wie der Zugang gestaltet ist. Wie arbeitet die Gruppe an den Rätseln. Hier liegen im Lauf des Spiels vier Kartenstapel mit jeweils einem Rätsel offen. Trotzdem kann man nicht an unterschiedlichen Aufgaben arbeiten, denn die eine Aufgabe braucht die Lösung von einem anderen Stapel. Außerdem sind manche Karten genau zu betrachten. Da man die Karten aber nicht aufnehmen oder vom Stapel entfernen darf, ist das bei mehr Spielern schwierig.

Da die meisten Aufgaben relativ leicht sind, hat der Spieler, der die Aufgabe vorliest, meist auch den ersten Rateversuch, der dann auch meist richtig ist. So ergeben sich Abläufe, wo ein oder zwei Spieler die Aufgaben lösen, während die anderen mehr oder weniger Statisten sind. Das ist aber ein generelles Problem dieser Spiele. Hier liegt es an der Gruppe, ob die rätselerfahrenen Spieler einfache Aufgaben ohne zu lösen weitergeben oder ob der Ehrgeiz zu groß ist, sich als der beste Rästellöser darzustellen.

Sehr schön gelöst ist, dass man vor dem Spiel keine Regeln lesen muss. Man beginnt mit der ersten Karte, alles was passiert, wird auf den Karten mit der Storyline erklärt. Ein idealer Spieleinstieg, man spielt aus der Schachtel heraus.

 

Fazit
Deckscape – Der Test von Martino Chiacchiera und Silvano Sorrentino, Grafiken von Alberto Bontempi, für 1-6 Spieler ab 12, erschienen 2017 bei Abacusspiele ist ein kleines Escape-Room-Spiel, das mit den 60 Karten und dem kleinen Preis richtig viel hermacht. Viele Rätsel sind zu lösen, manche dabei knifflig, andere zu einfach. In der Summe ist „Der Test“ einfach und wohl einer der leichteren Teile der „Deckscape“-Serie. Am besten geeignet für 1 bis 3 Spieler, ab vier wird es zu eng am Tisch. Der Vorteil: Man muss kein Material zerstören, der Nachteil, man kann es nur einmal durchspielen, danach kennt man die Lösungen. Aber dann gibt man es einfach weiter. Es ist ein wirklich guter Einstieg in die Welt dieser Spielgattung.

Meiner Meinung nach eines der besseren Escape-Room-Systeme, 60 Karten und kleiner Preis, da kann sich jede Spielergruppe einmal ausprobieren, auch allein und besonders zu zweit macht es wirklich Spaß.

 

BEWERTUNG

+ Einstieg ohne Regellesen
+ große Karten
+ unterschiedliche Rätsel von einfach bis knifflig
– einige Rätsel haben mehr logische Lösungen, nur eine ist richtig
– ab vier Spieler zu unübersichtlich

 

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form verwendet wurde.

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altergruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
4

Deckscape - Der Test

Autor: Martino Chiacchiera und Silvano Sorrentino
Grafik: Alberto Bontempi
Verlag: Abacusspiele
Spieleranzahl: 1-6 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 90 Minuten

Generationentauglich: Rätsel lösen ist für alle Altersgruppen, aber einige Rätsel benötigen genaue Beobachtungsgabe.

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