Codenames Pictures von Czech Games Edition in XXL (Rezension)

Wir lieben Spiele in XXL Version. Warum liegt klar auf der Hand: Endlich kann jeder am Spieletisch Texte und Symbole besser erkennen. Zudem lässt sich das Material besser greifen und fällt nicht bei jeder Gelegenheit um oder verschiebt sich. Leider viel zu oft mindert fummeliges Zubehör den Spielespaß gehörig. Vor allem wenn es sich um Spiele handelt, die man gerne mit SeniorInnen oder Kindern spielen möchte. Da wird es dann schnell anstrengend, wenn das Material zu klein geraten ist. Ein Nachteil mancher XXL Version mag eventuell der Platzbedarf auf dem Tisch darstellen. Nicht so aber bei Codenames Pictures, das wir Euch heute vorstellen:

 

Das Spiel
Codenames Pictures XXL ist ein Gruppenspiel von Vlaada Chvátil, das 2018 bei Czech Games Edition (Vertrieb Asmodee) erschienen ist. Es kann mit 2-8 SpielerInnen gespielt werden und ist ab 10 Jahren geeignet.
Die „normale“ Version von Codenames Pictures kam bereits 2016 heraus und war einer der Nachfolger von „Codenames“ (HIER geht es zur Rezension von Codenames, übrigens eine unserer ersten Spielebesprechungen). Die XXL Version unterscheidet sich lediglich in der Größe des Materials und wird ansonsten eins zu eins wie Codenames Pictures gespielt. Dennoch geben wir hier einen kleinen Regelüberblick für alle, die das Spiel noch nicht kennen. Bei Codenames Pictures geht es darum, dass die Geheimdienstchefs durch Hinweise dem Team erklären, an welchen Orten sich die eigenen Agenten befinden. Dies aber möglichst fehlerlos, da es bei der Kontaktaufnahme ansonsten zu sehr unangenehmen Zusammenstößen mit feindlichen Agenten kommen kann.

Auf der Tischmitte liegen 3×4 Bildkarten aus. Auf diesen sind verschiedenste Zeichnungen abgebildet, meist mehrdeutige, welche die Aufenthaltsorte der Agenten darstellen. Die SpielerInnen sind in zwei Teams aufgeteilt und der jeweilige Geheimdienstchef hat nun die Aufgabe, den Teammitgliedern die Orte der eigenen Agenten zu „erklären“. Die Chefs erhalten zusammen einen Codekarte, auf der die Orte durch die Teamfarben rot und blau abgebildet sind. Weiterhin sind neutrale Orte und ein Attentäter-Ort markiert. Wer die Bildkarten erklärt, darf nur EINEN Begriff zur Erklärung nutzen und mit diesem versucht er so viele eigene Orte zu erklären, wie möglich.

Es geht also darum, Verbindungen zwischen den Karten zu finden. Dies ist allerdings nicht so einfach, denn man muss auch die Orte der Gegner sowie den Attentäter im Blick haben. Wählt die eigene Gruppe nämlich eine gegnerische Karte, so erhält diese einen Vorteil. Wird der Attentäter erwischt, ist das Spiel sofort verloren. Somit gilt es ganz genau zu überlegen und abzuwägen. Der Geheimdienstchef darf übrigens auch ansagen, zu wie vielen Karten sein Begriff passt. So viele Rateversuche plus einen zusätzlichen hat das Team dann. Bei einem Fehler ist sofort das gegnerische Team am Zug. Wurde auf einen richtigen Ort getippt, kommt eine Karte mit Teamagent in der eigenen Farbe auf die Zeichnung. Sobald ein Team alle eigenen Bildkarten abdecken konnte oder aber das gegnerische Team den Attentäter erwischt, hat es gewonnen.

 

Fazit
Codenames Pictures XXL ist ein tolles und spannendes Gruppenspiel. Mussten bei der Vorgängerversion Codenames noch Begriffe miteinander verknüpft werden, haben die SpielerInnen hier nun Bilder vor sich liegen. Das ist Fluch und Segen zu gleich. Einen für mehrere Bilder passenden Begriff zu finden, ist um einiges einfacher, da die Bilder mehrdeutig sind. Genau das macht das Spiel aber auch wieder ein wenig schwieriger. Denn man muss tatsächlich ganz genau hinsehen, damit man nicht übersieht, dass der Kettenhund eigentlich ein Schnabeltier ist oder der Indianer aussieht wie ein Roboter. Es kam bei uns daher in einigen Runden vor, dass die Geheimdienstchefs wirklich fantastische Begriffe in den Raum warfen, die teils sogar vier Bilder miteinander verknüpften (das ist richtig schwer!), die MitspielerInnen dann aber wichtige Details übersahen und die passenden Karten nicht gleich finden konnten.

Das Spiel ist daher schwerer, als man denkt. Sobald einem dies aber klar ist, kommen die Gruppen so richtig in Schwung, denn dann werden die Karten gedreht, gewendet und ganz genau unter die Lupe genommen. Und schnell ist man begeistert, wie viele witzige Details sich auf den Karten befinden. An dieser Stelle sind wir übrigens heilfroh, dass es diese XXL Version gibt. Details können so nämlich von allen Seiten gut erkannt werden, auch ohne, dass 6 Personen am Tisch jede einzelne Karte am Tisch aufnehmen müssen, um nichts zu übersehen. Dies war eindeutig eine Schwäche der „normalen“ Version. Codenames Pictures XXL ist daher vorteilhaft für JEDEN am Spieletisch und hebt den Spielespaß deutlich an. Dass Menschen mit Sehschwäche auch davon profitieren ist hier nur ein weiterer toller Nebeneffekt.
Im Übrigen kann man Codenames Pictures wunderbar mit mehr als 8 Personen spielen. Es lässt sich sogar in drei Teams gegeneinander antreten. Nicht empfehlen können wir dagegen das Spiel mit zwei und drei Personen. Da sollte man dann lieber zu Codenames Duell greifen.


BEWERTUNG

+ Sehr großes und stabiles Material
+ Grafiken gut zu erkennen
+ spannender Spielablauf
+ einfach und leicht zugleich
– weniger Spielspaß mit 2-3 Personen

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele” und “Gruppenspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altergruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altergruppe ab 76 Jahre
4

Codenames Pictures XXL (2018)

Autor: Vlaada Chvátil
Grafik: Tomáš Kučerovsky
Verlag: Czech Games Edition – Vertrieb Asmodee
Spieleranzahl: 2-8 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 15 Minuten

Generationentauglich: Kann wunderbar mit verschiedenen Generationen gespielt werden (ab 10 Jahren). Das große Material bietet Zugang für alle Altersstufen.

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