Blöde Kuh – Ein lustiges Ärgerspiel für die ganze Familie (Rezension)

Als Vielspieler erstaunt es mich immer wieder, wie viel Spaß in einem einfachen Kartenspiel stecken kann und vor allem, mit welchem Einfallsreichtum Autoren einem Stapel Karten immer wieder etwas neues und aufregendes entlocken können. Bei Blöde Kuh des Verlags Drei Hasen in der Abendsonne  dreht sich alles um einen Haufen unliebsamer Tiere, die man seinen Mitspielern unterjubeln möchte. Doch Vorsicht! Dieses Spiel kann Spuren von Ärger enthalten!

Zum Spiel:

72 Handkarten, je 18 Schafe, Schweine, Pferde und Kühe, werden zu Beginn gemischt und verteilt. 9 Karten bekommt jeder Spieler auf die Hand. Der Rest bildet einen verdeckten Nachziehstapel. In einer offenen Auslage werden 4 Stapel der sogenannten “Will-keiner-haben“-Karten gebildet. Für jede der drei Spielrunden liegen dort jeweils ein Schaf, ein Schwein, ein Pferd und eine Kuh bereit, die dem Besitzer zusätzlich die aufgedruckten Minuspunkte einbringen. Außerdem gibt es noch zwei Stapel mit zwölf 2er und drei 4er Minuspunkte-Karten, die zur Punkteverteilung am Runden- bzw. Spielende benötigt werden.

Beginnend mit dem Startspieler versuchen nun alle reihum, möglichst schnell ihre Karten loszuwerden. Wer an der Reihe ist, kann eine einzelne Handkarte ablegen, ein Pärchen spielen oder passen. Bei einem einzelnen Schaf passiert nichts besonderes und der nächste Spieler ist an der Reihe. Bei einem Schwein muss der linke Nachbar die oberste Karte vom Nachzieh- oder vom Ablagestapel (also das Schwein) ziehen. Bei einem Pferd müssen alle Spieler eine ihrer Handkarten auswählen und sie verdeckt an den linken Nachbarn weiterreichen, der diese auf die Hand nehmen muss. Wer eine einzelne Kuh ablegt, muss selbst die oberste Karte des Nachziehstapels auf die Hand nehmen. Und wer passen möchte, nimmt entweder die oberste Karte des Nachzieh- oder Ablagestapels. Der Zug ist damit beendet und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Richtig pfiffig wird das Spiel aber erst, wenn Pärchen ausgespielt werden. Und das passiert natürlich am laufenden Band. Dann wird nämlich die entsprechende “Will-keiner-haben“-Karte ins Spiel gebracht, die der linke Nachbar dann offen vor sich auslegen muss. Pro Tier und Runde gibt es genau eine solche Karte. Ist diese Karte bereits im Spiel – also liegt sie bereits offen vor einem Spieler – wandert sie einfach zum linken Nachbarn weiter. Jedes dieser Tiere bringt am Ende Minuspunkte ein, weswegen man natürlich alles daran setzen sollte möglichst wenige – am besten keine – zum Ende der Runde vor sich liegen zu haben.

Sobald der erste Spieler alle seine Handkarten ausgespielt hat, endet die Runde sofort. Die “Will-keiner-haben“-Karten, die man in dieser Runde vor sich angesammelt hat, werden bis zum Ende des Spiels verdeckt beiseite gelegt. Der Spieler mit den meisten, verbleibenden Handkarten kassiert 4, der Spieler mit den zweitmeisten Handkarten 2 Minuspunkte. Jeder nimmt sich die entsprechenden Minuspunkte-Karten, legt sie zu seinem Vorrat beiseite und schon geht es in die nächste Runde.

Fazit:

Blöde Kuh lässt sich sehr schnell erklären und schon nach wenigen Minuten hat man die übersichtlichen Regeln verinnerlicht. Dadurch eignet es sich ganz besonders für Einsteiger und Wenigspieler, aber auch erfahrene Spiele-Veteranen können ihre Freude daran haben. Eine Übersicht der einzelnen Tiere und ihrer Aktionen findet man leider nur in der Anleitung. Hier wären Karten (Spielerhilfen) für den Einstieg ideal gewesen, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Das sich gegenseitige Zuschieben der “Will-keiner-haben“-Karten birgt – im positivsten aller Sinne – jede Menge Konfliktpotential und sorgte in unseren Runden immer wieder für viel Gelächter.   Alles in allem bietet Blöde Kuh für Gruppen von 3 bis 6 Personen kurzweiligen, generationsübergreifenden Spielspaß für die ganze Familie und ist allemal eine dicke Empfehlung wert.

Bewertung:
+ Einfach zu lernen
+ Schnell zu spielen
+ Viel Spielspaß
– Keine Spielerhilfen für den Einstieg

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form wurde.

(Eine Rezension von Marco Dirscherl)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
4

Blöde Kuh (2018)

Autor: Florian Racky
Grafik: Florian Biege
Verlag: Drei Hasen in der Abendsonne
Spielerzahl: 3-6
Altersempfehlung Verlag: ab 8 Jahre
Spieldauer: 15 bis 25 Minuten

Generationentauglich: Die einfachen Regeln und die deutliche Symbolik machen “Blöde Kuh” zu einem Spaß für Jung und Alt!

Über Marco

Film-, TV- und Brettspiel-Junkie. Podcaster aus Leidenschaft.

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