Vom Fressen und gefressen werden: All You Can Eat von Amigo (Rezension)

Es war einmal ein kleiner Regenwurm. Verträumt bohrte er sich durch das lockere Erdreich, als er es plötzlich prasseln hörte. „Oh schön, es regnet“, dachte er sich und streckte sein Köpflein neugierig aus der Erde. Gerade als er versuchte mit seiner Zunge einen leckeren Regentropfen zu ergattern, kam ein riiiiiesieger Vogel angeflogen und verschluckte den Wurm mit einem Happs. „Was ich heute für ein Glück habe“, freute sich das bunte Vögelchen über sein leckeres Mittagessen. Gesättigt und zufrieden flog er von Ast zu Ast, als plötzlich die Sonne hinter den Wolken hervorkam.

Das freute den Vogel sehr und so machte er es sich auf einem Ast gemütlich, um sein Gefieder in den wärmenden Strahlen zu trocknen. Er streckte seine Federn weit aus und just in diesem Moment war er plötzlich nicht mehr da… Eine Katze hatte sich unbemerkt und ganz leise auf den Baum geschlichen und das Vögelchen einfach verschlungen. „Mein Tag ist gerettet“, dachte sich die Katze, die den ganzen Tag halb ausgehungert durch die Gegend geschlichen war. Mit ihrem kugeligen Bauch spazierte sie von Haus zu Haus, immer in der Hoffnung noch mehr zum Fressen zu finden. Plötzlich sah sie in der Ferne eine Schüssel Milch vor einer Haustüre stehen. Voller Freude rannte sie los, als sie plötzlich von der Seite ein großer Hund erwischte.

Dieser hatte nur darauf gewartet, dass eine Katze bei ihm vorbei kam. „Hahaha, was bin ich doch unbezwingbar“, dachte sich der übermütige Hund, der dachte, dass ihm niemand etwas anhaben könnte. Und so legte er sich in seine Hundehütte, um ein kleines Nickerchen zu halten und von all den Katzen zu träumen, die er noch bezwingen würde. Kaum war er eingeschlafen, wurde er auch schon wieder unsanft geweckt. Irgendetwas biss ihn immer und immer wieder. Eine Flohfamilie war zufällig vorbei kommen und machte es sich nun im nassen Hundefell gemütlich. „WIR sind das Ende der Nahrungskette“, dachten sich die Flöhe, während sie sich den Hund gut schmecken ließen.
Größe ist halt nicht alles…


 

Das Spiel
All You Can Eat ist ein Spiel von Kevin G. Nunn und bei Amigo erschienen. Es ist ab 7 Jahren geeignet und kann mit 3-6 Personen gespielt werden.
Jeder Spieler erhält ein Kartenset seiner Farbe mit verschiedenen Tieren: Würmer, Vögel, Katzen, Hund und einen Floh. All You Can Eat wird über mehrere Runden und Durchgänge gespielt. Die Spieler spielen zuerst gleichzeitig verdeckt ein Tier aus. Dann schnappen sich die ausliegenden Tiere in der Reihenfolge der Nahrungskette das jeweils ihnen untergeordnete Tier (z.B. die Katze alle Vögel). Tiere, die bereits unter einem geschnappten Tier liegen werden natürlich auch genommen. Als nächstes werden alle Tiere gesichert (als Punkte verdeckt vor sich ablegen), welche andere Tiere schnappen konnten und selbst verschont geblieben sind. Konnte man kein Tier schnappen und wurde selbst nicht erwischt, muss die Tierkarte in die Mitte gelegt werden.
Nachdem alle Handkarten ausgespielt wurden, endet die Runde und jeder Spieler notiert die vor ihm ausliegenden Punkte (die als Sterne auf den Karten abgebildet sind). Dann erhält jeder seine Karten zurück und es wird eine neue Runde begonnen. Das Spiel endet, wenn jeder einmal Startspieler war und gewonnen hat, wer die meisten Punkte erzielen konnte.

 

Fazit
All You Can Eat ist ein lustiges und kurzweiliges Spiel. Es ist ideal um einen langen Spieleabend zu eröffnen oder um nochmal ein kurzes Spiel gegen Ende herauszuholen.
Da die Regeln sehr gut verständlich und einfach gehalten sind, handelt es sich hierbei um ein Spiel, was wunderbar mit Kindern und Erwachsenen zusammen gespielt werden kann. Auch die Grafik ist ansprechend und dürfte Jung und Alt gut gefallen. Das Thema ist natürlich sehr witzig und die einfache Spielidee wurde daher gut verpackt.

Natürlich handelt es sich bei All You Can Eat um ein Spiel mit hohem Glücksfaktor. Man weiß ja nie so recht, was andere Spieler für Tiere herauslegen und so kann es sein, dass man zwar den Floh herauslegt – der eigentlich am Ende der Nahrungskette steht – aber wenn niemand einen Hund ausgespielt hat, geht der Floh schließlich leer aus. Taktieren lässt sich wohl nur, indem man versucht anhand der bereits ausliegenden Tiere einzuschätzen, was die Spieler wohl als nächstes auf den Tisch legen.
Wir finden: Ein nettes Spiel für Zwischendurch, dass sich wunderbar generationenübergreifend spielen lässt. Wer Anspruch sucht, dürfte mit All You Can Eat aber eher nicht glücklich werden, da es sich um ein glückslastiges und einfaches Spiel handelt.

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

 

 

Ihr wollt sehen, wie sich All You Can Eat spielt?
Dann schaut Euch doch das tolle Video von Ü50 spielt an:

 

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorien:
“Familienspiele, Kinderspiele und Generationenspiele”

in Zusammenarbeit mit:

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altergruppe 13-49 Jahre
  • ... Altergruppe 50-75 Jahren
  • ... Altergruppe über 75 Jahren
3.9

All You Can Eat (2018)

Autor: Kevin G. Nunn
Grafik: Klemens Franz
Verlag: Amigo Spiele

Spieleranzahl: 3-6 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 7 Jahren
Spieldauer: 15 Minuten

Generationentauglich: sehr tauglich, macht auch in altersgemischten Gruppen Spaß

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