Tetris auf der Blumenwiese – “Spring Meadow” ist der krönende Abschluss der Puzzle-Serie (Rezension)

Ein eisiger Winter liegt hinter uns, die ersten Blumen erwachen, die wärmende Sonne drängt den Schnee zurück. Auch die Murmeltiere erwachen aus ihrem Winterschlaf. Sie denken, Sie sind im falschen Film? Ganz und gar nicht, denn was hier auf den Tisch kommt, erzählt genau diese Geschichte. Und das mitten im Hochsommer!

Aber lassen wir uns von dem Thema nicht länger an der Nase herumführen. Auch wenn „Spring Meadow“, zu deutsch Frühlingswiese“, uns eine nette kleine Einführung gibt und die Grafiken entsprechend (toll) gestaltet sind, es ist eines dieser abstrakten Legespiele von Uwe Rosenberg. Der dritte Titel in seiner Puzzle-Serie nach Cottage Garden und Indian Summer. Übrigens in deutsch.

Diesmal legen wir Tetris-ähnliche Plättchen auf die schneebedeckte Bergwiese, ohne die Höhlen der Murmeltiere zu überdecken. Dabei wählen wir die zu legenden Plättchen auf einem 5 x 5 großen Tableau, das ein Wegweiser umrundet. Je nach Position des Wegweisers dürfen wir in dieser Reihe oder Spalte ein Teil nehmen und anlegen. Wir können kunterbunt legen, sinnvoll ist aber die Reihen von unten nach oben zu belegen. Denn bei einer Wertung zählen nur die vollständig belegten Reihen von unten bis zur ersten nicht vollen Reihe. Auch die Teile hier werden mitgezählt, mehr aber nicht. Dann gibt es noch ein paar Pünktchen für mit Löchern überdeckte Höhlen und dann erhält der, der jetzt am meisten Punkte hat, ein Edelweiß. Erhält ein Spieler das zweite Edelweiß, hat er gewonnen und das Spiel ist aus.

Neben dem reinen Legen der Plättchen sind die Löcher auf den Plättchen von entscheidender Bedeutung. Kann man mehrere der Löcher direkt benachbart legen, erhält man dafür kleine 1er-, 2er-, oder 3er-Plättchen, die man braucht, um die entstandenen Löcher aufzufüllen. Es gilt also einiges zu bedenken in diesem Wettlauf um die zwei Edelweiß.

Da man weiß, in welcher Reihe oder Spalte der Wegweiser das nächste Mal steht, wenn man als Spieler wieder an die Reihe kommt, kann man bereits vorausplanen. Trotzdem oder gerade deswegen wird der Spielfluss immer wieder unterbrochen, wenn ein Spieler zu intensiv über seine Möglichkeiten nachdenkt und gar schon im Kopf sortiert, welche Teile in Zukunft auf ihn warten. Wer also gern seinen Zug optimiert, findet hier mal wieder ein Paradies, die Mitspieler müssen da Geduld mitbringen.

Wirklich gegeneinander spielt man im Spiel nicht, dem Mitspieler ein wichtiges Plättchen wegschnappen ist kaum möglich und noch weniger sinnvoll, also geht es nahezu solitär in diesen Wettlauf.

Die Solovariante ist auch gleich mit an Bord und lässt einen wunderschön Grübeln und seinem besten Ergebnis hinterherlaufen. Spielt sich eigentlich genau wie das Spiel mit mehreren Mitspielern, nur dass diese nicht warten müssen.

Die Spannung im Spiel bleibt bis zum Ende, das auch mal überraschend eintreten kann, sobald ein Spieler das zweite Edelweiß erhält. Wer sich nicht gründlich verlegt hat, hat bis zuletzt Chancen aufzuholen. Wer gleich zu Beginn ordentlich plant, liegt natürlich auch in den nächsten Wertungen vorn mit dabei. Gerade zu zweit siegt oft, wer die erste Wertung für sich entschieden hat. Das wird zu dritt oder zu viert abgefedert. Länger sollte das Spiel auch nicht dauern, da zum einen die Plättchen ausgehen, zum anderen so eine schnelle Revanche möglich ist.

Da die Teilchen, und es sind sehr viele im Spiel, in jeder Partie anders liegen, ist der Wiederspielreiz sehr hoch und jede Partie entwickelt sich anders.

Optisch ist das Spiel eine Augenweide, das Material ist vorbildlich, nur die über 200 Plättchen fliegen in der Spielschachtel wild durcheinander. Nicht senkrecht ins Regal stellen! Lieber eine große ZIP-Tüte besorgen und eine kleinere für die kleinen Felsenplättchen, die sonst mühsam vor dem Spiel auseinander sortiert werden müssen.

 

FAZIT

„Spring Meadow“ ist ein schön gestaltetes Legespiel im Tetris-Stil, das dritte Spiel in Uwe Rosenbergs Puzzle-Serie. Wem die Vorgänger gefallen haben, werden diesen Teil lieben. Für alle Puzzle-Fans und eigentlich für alle Spieler ist es ein kniffliger Knobelspaß, der aber so eingängig ist und deutlich weniger Drumrum mitbringt als zum Beispiel Indian Summer.

„Spring Meadow“ ist der einfachste Teil, der sich am leichtesten und geradlinigsten von den drei Spielen spielt, und richtig Spaß macht, egal in welcher Besetzung man am Tisch sitzt. Zugoptimierer halten den Spielfluss auf, sonst aber spielt sich das Spiel flott und locker leicht. Natürlich muss man immer wieder grübeln, welches Teil wo am Besten zum Liegen kommt. Das ist Gehirntraining, aber von der spaßigeren Seite. Es ist immer wieder ein Hochgefühl, wenn man eine Reihe komplettiert oder mit einem Felsplättchen das doofe Loch stopfen kann.

Nach 30 bis 45 Minuten ist eine Parte zu Ende und fordert sofort zu einer Revanche heraus. Auch Solo bietet das Spiel eine interessante und spannende Herausforderung.

Das Spiel ist für alle Spielertypen zu empfehlen, ist leicht gelernt und wartet mit angenehmen Knobeleien auf, sodass man auf das Spiel konzentriert sein sollte. „Aus dem Bauch heraus“-Spielen und Nebenher-Ratschen führen selten zum Sieg. Die Empfehlung ab 10 Jahre ist in Ordnung, natürlich haben auch Kids ab 8 kein Problem mit dem Spiel, vielleicht hält die Aufmerksamkeit nicht ganz so lange durch.

„Spring Meadow“ ist wunderschön illustriert, die Ablage der Plättchen ist eine Wanderkarte mit eingezeichneten Höhenzügen, die Murmeltierplättchen sind alle unterschiedlich gestaltet, die Blumenwiese und die Felsplättchen sind einfach großartig. Einzig die Unordnung in der Spieleschachtel muss man mit Hausmitteln zähmen.

Besonders gut mitgedacht: Die Spielpläne der einzelnen Spieler gibt es in Hoch- und Querformat. Da kann man sich an die Platzmöglichkeiten auf dem Tisch anpassen (bei Querformat wird von links nach rechts gewertet).

 

BEWERTUNG

+ leicht zugängliches Tetris-Puzzle-Spiel
+ tolle spielfördernde Grafik
+ das beste der drei Puzzlspiele (von denen jedes zu empfehlen ist!)
+/- ein Paradies für Zugoptimierer
– mit über 200 Teilen ziemliches Chaos in der Spielschachtel

 

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel mit Knobelfaktor”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altergruppe 13- 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 - 75 Jahre
4.7

Kurzfassung

Titel: Spring Meadow
Autor: Uwe Rosenberg
Grafik: Andrea Boekhoff und Martin Kleinke
Verlag: Edition Spielwiese, Vertrieb Pegasus

Spieleranzahl: 1-4 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
eigene Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 30-45 Minuten

jungundalt-tauglich: sehr geeignet von 8 bis 70, da hat jeder Spaß dran, der gern knobelt

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