Kleine Schachtel – großes Spiel – Oddville von What’s your game? (Rezension)

Ich bin beauftragt, die Stadt Oddville zu erbauen. Der Marktplatz ist bereits angelegt, jetzt gilt es, Gebäude anzubauen. Dafür müssen meine Arbeiter Ressourcen und Gold sammeln, die Baupläne für die Gebäude sichern und schließlich muss das Gebäude möglichst siegpunktbringend angebaut werden. Klingt recht einfach und altbekannt.

Und es spielt sich einfach. Man hat vier Karten auf der Hand, die einem bestimmte Aktionen erlauben. Man spielt eine Karte aus und kann Ressourcen erwerben, Gold einsammeln oder einen Gebäudeplan von den sechs ausliegenden nehmen. Dabei sind die vier Karten auf der Hand unterschiedlich stark. Mit der schwächsten darf ich genau eine Ressource nehmen oder ein Gold oder nur die ersten beiden Pläne für umsonst. Die stärkste Karte erlaubt mir deutlich mehr. Habe ich alle vier Karten gespielt, darf ich sie zurück auf die Hand nehmen. Kann das aber schon vorher gegen Abgabe von Gold.

Der Weg zum Sieg führt über das Ausspielen der Karten zur richtigen Zeit. Aber nicht nur das muss beachtet werden. Am Ende bringen die Gebäude, die man gebaut hat, Punkte. Viele der Gebäude sammeln dabei auch Punkte für direkt angrenzende Gebäude. Es verlangt also viel Planung, die für mich wertvollen Gebäude richtig zu setzen. Und – wie immer – möglichst auch noch so zu setzen, dass meine Mitspieler möglichst wenig davon haben.

Und all das zusammen ist ein wirklich gutes Spiel, man ist ständig am Überlegen, welche meiner Karten ich ausspiele und welche Aktion ich darauf ausführe. Manchmal ist es entscheidend, ob ich vor meinem Mitspieler einen Platz bebauen kann.

Und dann ist da noch die Sache mit den Gilden. Vier Gilden arbeiten in der Stadt und wenn ich deren Gebäude baue, steht mir ein Gildenmitglied mit Vorteilen zur Seite. Soweit so gut. Spannend wird es, wenn mehrere Gildengebäude gebaut werden. Jeder erhält für jedes Gebäude eine Gildenperson. Sind aber von einer Gilde alle drei Personen im Spiel und ein viertes Gebäude wird gebaut, so kommen alle Personen wieder zurück in den Vorrat und die Verteilung beginnt von Neuem. Klasse. Denn hat jemand wirklich starke Gildenpersonen, verliert er diese und die teils richtig starken Vorteile werden neu vergeben.

 

FAZIT
„Oddville“ kommt in einer kleinen Schachtel, ist aber ein großes Spiel. Die Entscheidungen sind fordernd, die Spannung bleibt bis zuletzt hoch und bei nur 45 Minuten Spielzeit unterhält es bestens. Die Spielzüge sind kurz, es entsteht wenig bis keine Wartezeit zwischen den Zügen, da man selbst am Planen für seinen eigenen Zug ist. Hervorragende Kartengrafik unterstützen den tollen Gesamteindruck und man will dieses Spiel gleich wieder spielen. Für Abwechslung sorgt die ständig neue Auslage der Gebäude und die zufällige Reihenfolge der Gildenpersonen. Zu zweit deutlich strategischer, zu viert kann schon mal etwas Chaos ins Spiel kommen.

Ein hervorragendes Spiel für Expertenspieler (die es auch mal etwas leichter wollen), für Gelegenheitsspieler ein einfach erklärtes Spiel als Einstieg in die komplexere Spielewelt. Spielerfahrene Familien werden damit Spaß haben, die Regeln sind einfach, nur die Wertung am Schluss ist etwas komplexer, sodass Kids schon 10 Jahre alt sein sollten, um die vielen Gebäude und unterschiedlichen Gildenpersonen richtig einschätzen zu können.

+ tolle Grafiken

+ einfach erklärt

+ angenehme Spieltiefe

+ spannend bis zuletzt

– Grafiken der vier unterschiedlichen Ressourcen auf den Karten zu klein

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorien:
“Familienspiele und Kennerspiele”

  • ... Altergruppe 13-49 Jahre
  • ... Altergruppe 50-75 Jahren
5

Oddville (2012)

Autor: Carlo Lavezzi
Grafik: Markus Günther und Mariano Iannello
Verlag: What’s your Game?

Spieleranzahl: 2-4 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten

Generationentauglich: ja mit Einschränkungen

Altersgruppe ab 75 würde nur 3 Punkte erhalten: (Gebäude werden alle unterschiedlich gewertet, da verliert man schon mal den Überblick), Ressourcengrafiken schwer unterscheidbar

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