Forschen mit Fred – Naturwissenschaften im Kindergarten (Rezension)

Fred lebte im Wald, mit vielen anderen Freunden. Denn Fred war eine Ameise. Eine besonders abenteuerlustige Ameise noch dazu. Er war nämlich sehr neugierig, wollte alles genau untersuchen und verstehen. Doch alleine kann er all seine Fragen nicht beantworten. Da braucht er schon die Hilfe von kleinen abenteuerlustigen Kindern.

So in etwa, natürlich viel schöner ausgeschmückt, lautet die Einführungsgeschichte im Ordner „Forschen mit Fred – Naturwissenschaften im Kindergarten“. Und obwohl wir eigentlich nur Spiele auf unserem Blog rezensieren, möchten wir Euch gerne dieses tolle Material vorstellen. Hierbei handelt es sich nämlich um eine Zusammenstellung verschiedenster Experimente, die Kindergartenkinder an Zusammenhänge in der Natur heranführen sollen.

 

Das Material
Vor uns liegt ein Ordner von Gisela Lück, der bei Finken erschienen ist, bestehend aus einem Handbuch für Pädagogen, sowie Impuls- und Forscherkarten für die Durchführung von Experimenten. Außerdem liegt eine Handpuppe bei: Fred die Ameise.

Auf den Impulskarten wird das jeweilige Experiment mit einer Geschichte eingeführt, die Fred erlebt. Er hat ein Problem oder eine Frage, die es zu lösen gibt. Diese liest man den Kindern vor und kann die Geschichte mit der Handpuppe untermalen. Dann ist beschrieben und bebildert, welches Material man benötigt, wie man das Experiment aufbaut und durchführt. Weiterhin ist erläutert, was man beobachten kann und wie das Experiment zu erklären ist. Abgerundet wird dies mit dem Abschluss der Geschichte durch Fred.

Im Ordner sind 16 verschiedene Experimente zu finden, die sich alle auf naturwissenschaftliche Phänomene beziehen. So wird herausgefunden, dass sich Zucker und Salz im warmen Wasser schneller auflösen, als im kalten. Oder die Kids erkennen, dass eine Kerze Sauerstoff zum Brennen benötigt und ansonsten erlischt.

Dem Ordner liegt für Pädagogen außerdem ein Handbuch bei. Hier kann man lesen, warum Kinder bereits im Kindergarten Zugang zu Chemie und Physik finden sollten. Zusammengefasst haben jüngere Kinder einen großen Forscherdrang und erinnern sich noch lange an bereits Erlerntes und Erlebtes. Kinder haben zudem ein sehr großes Interesse an der Natur, das man mit diesen Materialien fördern kann. Weiterhin finden sich im Handbuch nochmal detailliertere Erklärungen zu den einzelnen Experimenten.

 

Fazit
Wir haben einige Experimente mit Kindern durchgeführt, erklären unser Fazit aber nur am Eierschalenexperiment. Hier sollten die Kinder erleben, dass Säure Eierschalen (Carbonate) zersetzen.  Die Geschichte, die dazu erzählt wird, finden wir sehr kindgerecht und ansprechend. Beim Vorlesen kam bei den Kindern keinerlei Langeweile auf und gerade die Handpuppe ist ideal, um die Aufmerksamkeit von Kindern zu erhalten. Sie hat sogar so begeistert, dass wir sie auch ohne Experimente ständig herausholen müssen. Die Geschichten sind so geschrieben, dass sich die Kleinen so richtig in die Welt der Ameisen hineinversetzen können. Toll ist dabei, dass die Kleinen so einige Fakten über die Ameisen kennenlernen.
Das jeweilige Experiment wird damit wunderbar eingeleitet und weckt das Interesse von wohl allen Kindern.

Nach der Geschichte wird beschrieben, welche Materialien man benötigt. Hier finden wir sehr gelungen, dass es den schriftlichen Teil für Pädagogen gibt und dann aber auch erklärende Bilder. So können die Kinder das Material selbst zusammentragen, das sie für das Experiment benötigen. Bei unserem Eierschalenexperiment war ideal zu sehen, dass man eine Glasschale, Eierschalen und Essig benötigt und auch der genaue Ablauf des Experiments wird durch Bilder verständlich dargestellt.

Die Beobachtung, was da passiert, ist dann natürlich besonders spannend. Noch weiß ja niemand, wozu das alles gut sein soll. Irgendwann sehen dann die Kinder, dass die Eierschalen brechen, sich zersetzen und Bläschen aufsteigen. Es war toll zu sehen, wie begeistert Kinder bei solchen Beobachtungen sein können. Lediglich eine Zeitangabe würden wir uns noch bei den Experimenten wünschen, bei denen die Beobachtung etwas mehr Zeit verlangt. Da ist das Eierschalenexperiment ein gutes Beispiel, denn das Zersetzen der Eier dauerte dann doch eine ganze Weile.

Die Erklärung und auch abschließende Geschichte finden wir sehr gelungen und hat bei allen Kindern Lust auf mehr gemacht.

Hiermit werden bereits Kindergartenkinder an naturwissenschaftliche Phänomene herangeführt. Die Experimente sind so kindgerecht gestaltet, dass sie nicht überfordern und mehr Lust auf mehr machen. Es weckt den Forscherdrang der Kleinen und ist ideal, um ihnen unsere Natur und erste chemische Abläufe verständlich zu machen.

Insgesamt sind wir richtig begeistert von Fred der Ameise, seinen Geschichten und seinen Experimenten. Wir finden dieser Ordner sollte in keiner pädagogischen Einrichtung fehlen. Schade ist lediglich, dass der Preis für Familien zu hoch sein wird – denn mit diesem Material könnten durchaus auch jede Menge Familien ihre Freude haben!

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Weiteres pädagogisches Material”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
5

Forschen mit Fred Naturwissenschaften im Kindergarten

Autor: Gisela Lück
Verlag: Finken

Experimente für den Einsatz in Kindergärten und anderen pädagogischen Einrichtungen

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