Dackel drauf von Ravensburger (Rezension)

Merkspiele sind gerade in. Seien es Spiele wie Memoaar oder Brain to go. Sie eignen sich besonders gut, um Jung und Alt an einen Tisch zu bekommen. Sie machen Spaß, halten fit und sie zeigen einem auf, dass man anscheinend noch lange nicht alle Hirnregionen ausreichend nutzt. Oder wie kann man sich erklären, dass gerade Kinder bei Merkspielen weit besser abschneiden? Spaß macht es dennoch, sich zwischendurch immer wieder dieser Herausforderung zu stellen. Und man wird ja auch mit jedem Spiel besser.

Hoch im Kurs sind zudem auch Reaktionsspiele – oder Stressspiele wir so schön sagen. Bei ihnen geht es darum in kurzer Zeit schnellst möglichst und unter viel Druck gewisse Dinge zu erledigen. Spiele wie Nimble, Paku Paku oder Unter Spannung sind einfach toll, wenn man mal einen deftigen Adrenalin-Kick benötigt.

Was aber nun, wenn man ein Merkspiel mit Memory-Effekt und ein Reaktionsspiel miteinander paart? Kommt bei dieser Mischung ein „Elofantenaffe“ heraus oder eher eine ganz neue Gattung Spiel?
Wir stellen Euch heute ein Spiel vor, das diese Komponenten vereinigt hat. Schaut selbst, was dabei heraus gekommen ist:

 

Das Spiel
Dackel drauf ist ein Spiel von Carlo A. Rossel, welches bei Ravensburger erschienen ist. Es ist ab 8 Jahren geeignet und kann mit 2-5 Personen gespielt werden.
Bei Dackel drauf erhält jeder Spieler einen eigenen Satz Karten, auf denen verschiedene Tierarten zu sehen sind. Zu Beginn des Spiels nimmt sich Jeder 10 Karten auf die Hand und versucht sich diese so gut wie möglich zu merken. Dann nimmt der Startspieler die geschlossene Schachtel des Spiels, in der 15 Würfel liegen. Auf den Würfeln sind die gleichen Tiersymbole abgebildet, wie auf den Spielerkarten. Er schüttelt die Schachtel gut, macht den Deckel drauf und jeder versucht sich so schnell wie möglich einzuprägen, welche Tiersymbole (und wie oft) gewürfelt wurden. Der Startspieler darf einen beliebigen Zeitpunkt bestimmen, wann der Deckel dann wieder drauf kommt.

In der nächsten Phase nimmt nun jeder Spieler seine 10 Karten und beginnend mit dem Startspieler legt jeder eine Karte in Reihe in die Tischmitte, von der er glaubt, dass diese Tierart auf einem Würfel zu sehen war. Jede Karte verbraucht einen Würfel in der Schachtel, somit ist es wichtig, nicht zu viele Karten einer Tierart auszulegen.
Man kann jederzeit passen und sobald dies jeder getan hat, wird die Auslage überprüft.

Nun wird beginnend mit der zuerst ausgelegten Karten jeweils der dazugehörige Würfel auf die Karte gelegt. Wer eine Karte ausgelegt hat, auf die kein Würfel gelegt werden kann, weil es diesen Würfel nicht (mehr) in der Schachtel gab, der muss alle seine Karten wieder zurücknehmen und oben auf seinen Nachziehstapel legen. Wer alle Karten passend in die Mitte gelegt hat, darf diese ablegen. Nun beginnt eine neue Runde und jeder zieht wieder auf 10 Karten auf.

Weiterhin liegen dem Spiel Sonderkarten bei, die man erhält, wenn man Karten aus der Mitte zurück nehmen musste. Sie erlauben einem z.B. eine Tierkarte verdeckt auszulegen.
Gewonnen hat, wer als erstes eine von der Spieleranzahl anhängige Anzahl an Karten auf der Hand hat.

 

Fazit
Mit Dackel drauf ist es definitiv gelungen, ein Merkspiel in eine stressige Situation zu verpacken. Es macht riesig Spaß dieses Spiel zu spielen. Kindern hat es in unseren Runden ausnahmslos gefallen. Das Spiel ist nicht nur schön illustriert, sondern liefert viel Action, etwas was Kindern besonders gut ankommt. Und wie eingangs erwähnt, schneiden sie auch ziemlich gut beim spielen ab- weit besser als die meisten Erwachsenen. Denn es ist doch recht knifflig, sich einerseits seine eigenen Handkarten merken zu sollen, andererseits dann aber unter Zeitdruck zu erkennen, welche seiner Tiere nun auch auf den Würfeln zu sehen sind. Und weil das nicht genug ist, muss man sich auch noch die Anzahl merken, um später nicht ausversehen zu viele Karten herauszulegen. Dies soll man sich möglichst schnell merken, denn der Startspieler kann jederzeit den Deckel wieder drauf legen. Und ein besonders gemeiner Startspieler macht dies auch gerne besonders schnell. In manchen Runden hat man sich dann schlicht gar nichts mehr merken können. Dies lässt eine wirklich große Menge an Adrenalin ins Blut schießen und bisweilen hat man das Gefühl einen Knoten im Gehirn zu haben.

Und genau das ist es, was uns so viel Freude bei Dackel drauf bereitet. Der Spaßfaktor ist wahnsinnig hoch. Natürlich ist neben einer guten Merkfähigkeit auch noch eine große Portion Glück im Spiel und daher ist Dackel drauf eher für lustige Runden zu empfehlen, als für Abende, an denen strategische Spiele auf dem Plan stehen. Auch für ältere SeniorInnen ist Dackel drauf nur bedingt spielbar, da vielen der Stressfaktor wohl zu hoch sein dürfte. Mit Kindern kann man Dackel drauf aber wunderbar bereits ab 6 Jahren spielen und hier sorgen definitiv auch generationengemischte Runden für ausreichend Lacher.

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

 

Ihr wollt sehen, wie sich Dackel drauf spielt?
Dann schaut Euch doch das süße Video von SpieleBlog an:

 


Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorien:

“Familienspiele, Kinderspiele und Generationentaugliche Spiele”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altergruppe 13-49 Jahre
  • ... Altergruppe 50-75 Jahren
4.5

Dackel drauf (2018)

Autor: Carlo A. Rossel
Grafik: Marek Bláha
Verlag: Ravensburger

Spieleranzahl: 2-5 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Eigene Einschätzung: ab 6 Jahre
Spieldauer: 20 Minuten

Generationentauglich: Ja, es macht in altersgemischten Gruppen Spaß von Jung bis Alt. Lediglich älteren SeniorInnen dürfte es zu stressig sein – daher keine Wertung für Ü75
Pädagogisch wertvoll: Auf jeden Fall. Es wird die Merkfähigkeit trainiert und dies unter erschwerten Bedingungen.

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