Wenn der Titel schon das ganze Spiel ist – “3×8” macht Spaß für Zwischendurch (Rezension)

Wir spielen mit 120 Karten, 110 davon sind Zahlenkarten mit den Werten von 0 bis 109 in elf verschiedenen Farben und zehn Blockerkarten. Zunächst hat man vier Karten auf der Hand. Wer an der Reihe ist, legt Karten ab, sinnvoll ist, gleich mehrere auf einmal abzulegen. Das geht aber nur, wenn man gleichfarbige ablegen kann. Dabei versucht man, in seiner Ablage drei vollständige Reihen zu bilden. Eine vollständige Reihe besteht auch acht Karten, die in aufsteigender Zahlenfolge gelegt wurden.

Eben 3×8, oder drei Reihen mit acht Karten. Wie der Titel schon sagt. Und los geht’s. Der Spieler kann in seiner Auslage bis zu vier Reihen beginnen, an die er anlegen darf, aber immer nur an eine Reihe pro Zug. Dabei kann man auch gleichfarbige Karten in eine Reihe anlegen. Nachdem man Karten angelegt hat, darf man von einer Reihe eine beliebige Anzahl Karten nehmen und diese an eine andere Reihe anlegen. Natürlich nur, wenn die Zahlenreihenfolge immer noch aufsteigend ist.

Sollte nach Ablegen und/oder dem Verschieben eine Kartenreihe mindestens acht Karten zeigen, wird die kleinste Karte umgedreht, die restlichen Karten gehen auf den Ablagestapel. Die umgedrehte Karte gilt als eine der vier möglichen Kartenreihen, die man vor sich auslegen darf. Wer zuerst drei vollständige Reihen gebildet hat, gewinnt das Spiel. Ansonsten ziehe ich soviele Karten nach, wie ich ausgespielt habe und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Und jetzt wird es spannend: Man darf nämlich auch eine Karte nachziehen ohne eine abzulegen. Dabei kann man vom Kartenstapel ziehen oder eine der drei offen ausliegenden Karten nehmen. Ab sofort hat man eine Karte mehr auf der Hand. Das ist tricky. Zwar verliere ich damit einen Zug, da ich keine Karte anlegen darf, aber dafür habe ich für den Rest des Spiels eine Karte mehr. Mache ich das ein paarmal, habe ich eine bessere Auswahl in der Hand. Da sind die „verlorenen“ Züge schnell wieder aufgeholt. Hoffentlich.

Und noch spannender? Man darf nämlich auch eine Blockerkarte an eine Reihe des Mitspielers anlegen. Diese Karte verhindert, dass derjenige Spieler Karten bestimmter Farben anlegt, zumindest nicht direkt an die Blockerkarte. Das ist manchmal ziemlich fies. Leider sind die Blockerkarten nicht stark genug, denn man kann sie leicht wieder aufheben. Das kostet einen Zug, aber auch das Spielen der Blockerkarte kostet einen Zug. Die Blockerkarten müssten stärker sein, um einem Mitspieler wirklich aufhalten zu können.

 

FAZIT

“3×8” von Christian Fiore und Knut Happel von AMIGO ist ein Spiel für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren und spielt sich flüssig und zügig, die Spielregeln sind schnell verinnerlicht und man kann sofort loslegen. Und schon liegen die ersten Kartenreihen und man hadert mit dem Pech, immer die falschen Karten auf der Hand zu haben. Aber man kriegt den Bogen raus, wie man Kartenreihen beginnt, wann man Kartenreihen zusammenlegt. Das sollte man nicht zu früh machen, um nicht die Mitspieler zu reizen und ihre Blockerkarten zu bekommen. Das Spiel lebt hier auch vom Überraschungsmoment, wenn ich ein paar Karten einer Farbe ausspiele, dann verschiebe und Taraa! hab ich die Reihe voll.

Man kann es mit zwei bis vier Spieler spielen, und auch durch die verschiedenen Altersstufen ändert sich das Spielgefühl kaum. Da können Generationen gemeinsam am Tisch spielen.

Trotz einiger netter Momente am Tisch plätschert das Spiel so vor sich hin. Meist baut man seine Reihen für sich, denn Blockerkarten passen nicht immer an irgendwelche Reihen und sind auch wieder schnell entfernt. Wer Glück hat und gleichfarbige Karten auf die Hand bekommt, gewinnt. Es ist kurzweilig, aber der rechte Spielspaß kommt nicht auf. Für ein kurzes Spiel zwischendurch mag es ausreichen, für mehr sollte man lieber zu anderen Spielen greifen. Es ist nicht schlecht, hebt sich aus dem breiten Angebot an schnellen Kartenspielen aber nicht heraus. In unseren Spielrunden war der vorherrschende Kommentar „Geht schon“, aber Begeisterung hört sich anders an. Immerhin ein „Gibt Schlechteres“ war auch dabei, was das Spiel aber nicht wirklich aufwertet. Gute Durchschnittsware, mit der man nichts falsch macht aber auch keine Blumentöpfe gewinnen kann.

 

BEWERTUNG

+ Schöne Grafiken und gutes Material
+ schnell gelernt
+ spielt sich flott ohne große Pausen
– Blockerkarten zu schwach
– wenig Spannung
– der Funke springt nicht über

 

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form verwendet wurde.

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altergruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 - 75 Jahre
  • ... Altergruppe ab 76 Jahre
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3x8 (2018)

Autor: Christian Fiore, Knut Happel
Grafik: Christian Fiore
Verlag: AMIGO

Spieleranzahl: 2-4 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglich: Schnell erlernt, einfach zu spielen. Für alle Altersgruppen mit gleichem Anspruch spielbar.

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