Viel Spiel in kleiner Schachtel – “Cabo” macht richtig Spaß (Rezension)

Das Spiel gewinnt, der am Ende die wenigsten Punkte in seiner Auslage hat. Dass das nicht einfach ist, liegt daran, dass man gar nicht genau weiß, welche Karten vor einem liegen. Zu Spielbeginn erhält man vier Karten, die man ungesehen vor sich ablegt. Dann darf man zwei der Karten geheim ansehen. Dann beginnt das Spiel. Im Uhrzeigersinn kann der Spieler an der Reihe entweder die oberste Karte vom Ablagesstapel nehmen und sie mit einer Karte aus der eigenen Ablage tauschen. Achtung, die Karten in der Auslage dürfen nicht angesehen werden. Sonst wärs ja langweilig.

Dabei hat der Spieler auch die Möglichkeit, statt einer Karte aus der Ablage, mehrere gegen die eine gezogene zu tauschen. Aber es müssen Karten mit dem selben Wert sein. Der Spieler kann auch eine Karte vom Nachziehstapel nehmen, sie ansehen und dann auf den Ablagestapel abzuwerfen. Oder er kann eine spezielle Aktion ausführen, wenn die Karte eine solche ermöglicht. Es gibt drei Aktionen, auf den Karten steht das entsprechende Wort. Nicht alle Karten erlauben eine solche Aktion. So gibt es eine Aktion, die dem Spieler erlaubt, eine eigene Karte in seiner Ablage anzusehen. Eine andere Aktion ist, eine Karte in der Ablage eines Mitspielers anzusehen und eine dritte Aktion lässt den Spieler eine eigene Karte mit einer Karte eines Mitspielers tauschen, aber wieder ohne die Karten anzusehen.

Wer schließlich glaubt, die wenigsten Punkte in seiner Auslage zu haben, ruft „Cabo“. Dann sind alle anderen Spieler noch einmal an der Reihe und anschließend werden alle Karten aufgedeckt, die Zahlenwerte addiert und wer die kleinste Summe hat, gewinnt diese Runde.

Der Gewinner hat dann 0 Punkte, alle anderen entsprechend ihrer Kartenwerte. Die Ergebnisse werden aufsummiert, bis ein Spieler 101 oder mehr Punkte hat. Der Spieler, der dann die wenigsten Punkte hat, gewinnt.

Ein paar interessante Gemeinheiten hat das Spiel noch parat. Wenn jemand nämlich schafft, in seiner Auslage zwei 12er und zwei 13er zu haben, der gewinnt und alle anderen Spieler erhalten 50 Minuspunkte. Noch so ein Twist: Wer genau auf 100 Minuspunkte kommt, der wird sofort auf 50 gesetzt.

Das Spiel, das in einer kleinen Kartenschachtel daher kommt, die im Übrigen nicht viel aushält, ist klein, witzig und fordert das Gedächtnis. Welche Karte liegt schnell nochmal vor mir? Welche Karten sind gleich und ich kann sie in einem Zug ablegen? Wo war denn die „1“ beim Mitspieler, damit ich sie mir holen kann? Das ist alles Gedächtnisleistung und manchmal liegt man mit seinem „Wissen“ so daneben, dass es die Minuspunkte nur so hagelt.

Schadenfreude kommt auf und die Partien sind kurzweilig, witzig und immer wieder spannend, weil man nicht weiß, was die anderen Spieler so machen. Wirklich reinfunken kann man anderen Spielern wenig, aber dafür umso heftiger. Tausche ich eine Karte mit dem Mitspieler, der wohl schon alle seine Karten kennt, bringt man seine Pläne gehörig durcheinander.

 

FAZIT

“Cabo” von Melissa Limes von Smiling Monster Games für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahren ist ein richtig gutes kleines Kartenspiel, das schnell mitgenommen, schnell ausgepackt, schnell gespielt ist und jede Spielergruppe gut unterhält. Auch zu fünft schön spielbar. Aber dafür wird die Wartezeit zwischen den Zügen länger und schon hat man seine Karten vergessen. Was aber zum Reiz des Spiels dazugehört. Je älter man ist, desto schwerer fällt es einem, sich die Karten merken zu können, da haben Kids deutlich Vorteile. Dafür fehlt es ihnen oft an Konzentration, ein ganzes Spiel kann schon mal bis zu 60 Minuten dauern, je nach Anzahl der Mitspieler.

„Cabo“ ist eines dieser kleinen Spiele, die richtig was hermachen. Ein bisschen Memory, ein bisschen Gemeinheit und viel Schadenfreude gehören dazu. Schade nur, dass es in einer so schlechten Schachtel daherkommt, die nach wenigen Spielen zerfleddert.

Und eine kleine Warnung. Die Kartenrückseiten sind sowas von chaotisch bunt, dass einem die Augen weh tun bei genauem Hinsehen. Das hätte man besser lösen können ohne „Augenkrebs“ zu erzeugen. Auch die Grafiken auf der Vorderseite sind gewöhnungsbedürftig. Lässt man das außer acht, hat man ein tolles Spiel für zwischendurch in der Hand. Unbedingt antesten.

 

BEWERTUNG

+ Schnell erklärt
+ Kleines Kartenspiel mit großem Spielspaß
– Grafiken gewöhnungsbedürftig
– – Schachtel geht schnell kaputt

 

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form verwendet wurde.

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

 

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altergruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
4

Kurzfassung

Titel: Cabo
Autor: Melissa Limes
Grafik: Adam Peele
Verlag: Smiling Monster Games

Spieleranzahl: 2-5 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren (Konzentration ist gefordert im Spiel)
Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglich: Schnell erlernt, einfach zu spielen. Für alle Altersgruppen mit gleichem Anspruch spielbar. Je älter man wird, desto schwieriger wird es, sich die Karten merken zu können – Vorteil Kids.

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