Ein Spiel bis 7 Spieler: Die Brieftasche des Paten – Greif zu! von Huch! (Rezension)

„Diese Party fetzt“, denkst Du Dir, während Du auf der Tanzfläche das Tanzbein schwingst und zu angesagter Musik zeigst, was Du drauf hast. Danach noch ein Gläschen Sekt, hier und da ein flirtender Blick, als plötzlich Tumult ausbricht. Vor dem Penthaus steht die Polizei und will mit einer Razzia beginnen. Genau in diesem Moment siehst Du ihn: Den wohl bekanntesten Mafiaboss der Welt. Er rennt um sein Leben und erreicht gerade noch den abhebenden Helikopter, um die Party zu verlassen. Aber was ist das? Hat er da nicht etwa gerade seine Brieftasche verloren? Du stürzt darauf los, schließlich kann sich darin ein Vermögen befinden. Und mit Dir stürzen sich auch andere Gäste. Mit klopfenden Herzen durchwühlst Du den Geldbeutel. Aber „Ach, Mist“. Alles nehmen kannst Du Dir auch nicht. Das würde Dich ja verdächtig machen. Also schnell wieder ein paar Scheine zurückstecken, bevor die Polizei bei Dir ist. Ob das auch den anderen Gästen gelungen ist?

 

Das Spiel

Die Brieftasche des Paten – Greif zu! Ist ein Spiel von Wilfried und Mary Fort, das ganz aktuell bei Huch! erschienen ist. Es kann mit 2 bis 7 Spielern gespielt werden und ist ab 8 Jahren geeignet.

In diesem Spiel wird die oben eingangs geschrieben Geschichte nachgespielt.
Jeder Spieler erhält zu Beginn 5 zufällige Karten, die aus Geld in verschiedenen Währungen, Schmuck, Ausweisen und Kreditkarten/Polizeimarken bestehen können. Außerdem gibt es 2 Sonderkarten, die von den Spielern zusätzlich zu Ihrer Aktion eingesetzt werden können.

Reihum haben die Spielerinnen nun verschiedene Möglichkeiten eine Aktion einzusetzen: Sie können eine Karte aus dem Kartenstapel, der in der Brieftasche steckt, ziehen oder aber eine Handkarte zurückstecken. Möglich ist es auch, für 300 Geld einen Ausweis aus der Tasche zu kaufen oder eine der Sanduhren umzudrehen. Von diesen liegen nämlich 6 Stück aus und wenn jeder Spieler am Zug war, wird automatisch eine Sanduhr umgedreht. Eine Runde ist beendet, wenn die letzte Sanduhr umgedreht wurde und dann werden die Handkarten ausgewertet.

Wichtig ist es nun, dass man nicht mehr wie 500 Geld, höchstens 2 verschiedene Währungen und mindestens einen Ausweis auf der Hand hat. Nur dann ist man unschuldig. Teilweise gibt es Ausweise, die diese Bedingungen etwas abändern: So muss die Blondine z.B. Schmuck und der Millionär mehr wie 500 Geld besitzen. Die Polizeimarke darf außerdem nur der Polizist besitzen und die Kreditkarte nur John Smith, ansonsten macht man sich schuldig. Da hilft manches Mal eine der Sonderkarten, kurz vor Schluss doch noch alles loszuwerden, was einen verdächtig werden lassen würde.

Am Ende der Runde darf erst jeder Polizist, der eine Polizeimarke hat, auf einen Spieler deuten, von dem er glaubt dass dieser schuldig ist. Hat er recht, so erhält er das Geld des Spielers, ohne dass er durch diesen Besitz schuldig werden würde. Danach werden die anderen Spieler als schuldig oder unschuldig ausgewertet. Wer nun unschuldig ist, erhält Siegpunktchips. Abhängig von der Spieleranzahl, darf der Spieler mit dem meisten Geld eine gewisse Anzahl Chips aus der Brieftasche ziehen. Die nachfolgenden Spieler erhalten weniger Chips oder gehen leer aus. Auf den Chips sind zwischen 1 und 3 Siegpunkten aufgedruckt.

Insgesamt werden drei Runden gespielt. Danach wird ausgewertet, wer die meisten Siegpunkte hat und dieser Spieler gewinnt das Spiel.

 

Fazit
Die Brieftasche des Paten – Greif zu! Ist ein tolles Familien- und Partyspiel. Die Regeln sind schnell erklärt und schon kann es los gehen. Den Spielern stehen zufällig 5 Handkarten zur Verfügung und dann gilt es im Spiel durch das Ziehen von neuen Karten und dem Zurückstecken von unpassenden Karten am Ende der Runde unschuldig zu sein. Und das ist gar nicht so einfach. Es hängt sehr viel vom Glück ab, ob man die richtige Karte zieht, oder nicht blöderweise noch kurz vor Schluss die dritte Währung. Da gilt es, bedächtig und gut überlegt seine Chancen abzuwägen und die Aktionen gekonnt einzusetzen. Nicht vergessen darf man dabei, dass man als Aktion auch eine Sanduhr umdrehen kann. Gerade noch am Zug, ist man der Meinung, dass man noch einige Runden Zeit hat, die Karten perfekt zusammen zu stellen und plötzlich dreht ein Spieler nach dem anderen die Sanduhren um. Welchen Sinn dies macht? Hat man genug Geld auf der Hand und ist sicher unschuldig, so lässt sich das Rundenende damit schnell herbeiführen und die Chancen steigen, dass andere Spieler genau dies nicht schaffen. Je mehr Mitspieler als schuldig überführt werden, desto besser ist dies schließlich.

Dieser hohe Glücksanteil und die Ungewissheit im kompletten Spiel macht dieses Spiel zu einem richtig guten Partyspiel. Je mehr Spieler teilnehmen, umso höher ist der Spaß. Spielt es sich zu zweit noch mäßig, so ist es ab 4 Spielern ein richtiger Kracher. Mit den Sonderkarten wird übrigens immer wieder unerwartet Zeit geschunden oder ein Spieler kann gerade noch so unschuldig werden. Da jede Karte nur einmal im Spiel ist, lassen sich somit immer wieder neue Kombinationen spielen. Das Spiel zu gewinnen, sollte dabei nicht das höchste Ziel darstellen, denn auch hier ist Glück der größte Freund. Schließlich kann man mehr Chips haben, als andere, verliert aber, weil die Chips zu wenig Wert aufweisen.

Das Material ist sehr hochwertig. Greif zu! Glänzt nicht nur mit super stabilen Karten und Chips, sondern liefert auch eine richtig tolle Brieftasche mit. Das Spielgefühl steigt damit deutlich an und umrahmt das Spielthema gelungen. Umso enttäuschender ist dann aber leider die Verpackung des Spiels. Diese ist billigst produziert und hält mehreren Verwendungen kaum stand. Bereits nach wenigen Spielerunden war die Kartonage und das Plastik innen angerissen. Und das obwohl wir absolut vorsichtig mit Spielen umgehen. Das ist wirklich sehr sehr schade und wird dem tollen Spiel und ansonsten so ansprechenden Material so gar nicht gerecht. Sollten weitere Auflagen geplant werden, würden wir unbedingt empfehlen eine stabilere Verpackung zu wählen. Dann bleibt der Spielspaß auch langfristig erhalten und das Spiel verstaubt nicht in der Ecke, weil sich das Plastikinlay nicht mehr ordentlich in den Karton schieben lässt.

Wer über die Verpackung hinwegsehen kann und ein tolles, schnell erklärtes und kurzweiliges Spiel sucht, das vor allem für Gruppen von 4-7 Spielern richtig gut funktioniert, dem sei Die Brieftasche des Paten – Greif zu! wärmstens empfohlen. Es konnte bei uns in allen Spielerunden punkten, egal ob Neueinsteiger, Familien, Gelegenheitsspieler oder Vielspieler, die mal zu einem Glücksspiel für zwischendurch greifen wollten.

 

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele und Gruppenspiele”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altergruppe 13-49 Jahre
  • ... Altergruppe 50-75 Jahren
3.7

Die Brieftasche des Paten - Greif zu! (2018)

Autor: Wilfried und Mary Fort
Grafik: Oksana Dimitrienko
Verlag: Huch!

Spieleranzahl: 1-7 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 15-30 Minuten

Generationentauglich: Ein schönes Spiel für Jung und Alt und auch gut in altersgemischten Gruppen spielbar. Eher weniger geeignet für SeniorInnen mit Sehschwäche, da die Kartentexte dafür zu klein sind.

Punktabzug gibt es überwiegend aufgrund der Verpackung und der damit einhergehenden Handhabung.

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