Dem Unwetter davon segeln – Lighthouse Run, ein Rennspiel von Amigo (Rezension)

Wer wollte nicht schon einmal aufs weite Meer hinaus segeln und die unendliche Freiheit genießen? Mit den Wellen reiten, begleitet von Möwen und Delphinen. Doch die See birgt auch Gefahren, etwa wenn Unwetter aufziehen. Für Segelboote können diese schnell zum Verhängnis werden und so ist es wohl klüger bei nahenden Gewittern die Heimreise anzutreten.

Schnell habt ihr den Fluss erreicht. Doch in Sicherheit seid ihr noch lange nicht. Der Fluss ist lang und der rettende Hafen ein ganzes Stück entfernt. Und auf den Fersen ist Euch das nahende Unwetter, das bedrohlich immer näher kommt. Hoffentlich wird der Weg von den Leuchttürmen am Flussufer auch gut beleuchtet. Denn nur so könnt ihr schnell zum Ziel segeln und Euch und Euer Schiff in Sicherheit bringen.

 

Das Spiel
„Lighthouse Run – Die Regatta im Schein der Leuchttürme“ ist ein Spiel von Jim Harmon, das ganz aktuell bei AMIGO erschienen ist. Es ist für 2-4 Spieler geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden. Lighthouse Run ist ein Rennspiel, bei dem die Spieler versuchen ihre eigenen Schiffe so schnell wie möglich den sicheren Hafen ansteuern zu lassen, bevor sie das Unwetter eingeholt hat.

Hierfür erhält jeder Mitspieler sein eigenes Set aus Bewegungskarten, sowie 5 Schiffe in seiner Spielerfarbe. Wer am Zug ist, spielt eine Bewegungskarte aus. Die untere Hälfte zeigt an, wie viele Felder sein Schiff ziehen darf. Meist kann ein einzelnes Schiff um bis zu vier Felder vorwärts gezogen werden, einige Karten lassen aber auch alle Schiffe auf einem Feld fahren und wieder andere nehmen Schiffe der Gegner mit. Dies macht daher Sinn, da man dann als Belohnung die angegeben Zahl an Felder gleich nochmal fahren darf.

Allerdings dürfen nur Felder befahren werden, die auch von den Leuchttürmen am Streckenrand beleuchtet werden. Der obere Teil der Karten ermöglicht es einem, die Leuchtfeuer von einem Leuchtturm auf einen anderen zu versetzen, bevor man die Schiffe zieht. Die angegebene Leuchtturm –Farbe zeigt an, auf welchen Turm auf dem Spielfeld man das Leuchtfeuer setzen darf. Es gibt aber auch Karten, auf denen alle Türme abgebildet sind und man somit die Wahl hat.

Nach jeder Runde wird der Startspielermarker weiter nach links gegeben und die Wolke auf dem Spielplan ein Feld weiter gezogen. Dies führt dazu, dass die Wolke irgendwann einige Schiffe einholt. Immer wenn Schiffe eingeholt werden, müssen diese sofort die Fahrt beenden und dürfen nicht mehr weiter gefahren werden. Sie erhalten für die Endwertung die Punkteanzahl, die auf dem Streckenabschnitt angegeben ist. Je weiter vor es seine Segler geschafft haben, desto mehr Punkte erhalten sie.

Nach 12 Runden endet das Spiel, angezeigt durch das letzte Feld der Wolkenleiste. Nun zählt jeder die Punkte seiner Schiffe zusammen und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

 

Fazit
Lighthouse Run ist ein Rennspiel, das einen gleich durch sein wundervolles Material in den Bann zieht. Die Leuchttürme sind ein wahrer Hingucker auf den Spielplan und auch die Gestaltung von Spielplan und Spielkarten gefällt uns sehr gut. Auch das Thema finden wir sehr gelungen und wunderschön umgesetzt. Etwas größer hätte jedoch die Wolkenleiste gestaltet werden können, denn diese geht fast ein bisschen unter. Gerade, da das Unwetter ja ein entscheidendes Spielelement ist, hätte dies deutlich hervorgehoben werden können (auch um etwas bedrohlicher zu wirken).

Ebenso verhält es sich mit den Schiffen. Diese sind leider winzig klein geraten und nicht schön greifbar. Vor allem im Hinblick darauf, dass man Lighthouse Run von der Mechanik her wunderbar mit Kindern, Erwachsenen bis zu SeniorInnen spielen kann, wäre größeres Material wünschenswert gewesen. Die Farbgestaltung dagegen finden wir sehr gelungen. Denn Amigo hat hier auch an Spieler gedacht, die sich mit der Unterscheidung von Farben schwer tun und Symbole mit eingearbeitet. Jeder Leuchtturm hat somit nicht nur eine eigene Farbe, sondern auch ein eigenes Symbol, was sich auch auf den Karten wiederspiegelt. Auch für die Schiffe wurden Symbole beigelegt. Hierbei gefällt uns weniger, dass es sich um recht unansehliche Klebepunkte handelt, die man auf die kleinen Segelboote kleben muss. Größere Schiffe mit einer bereits eingearbeiteten Symbolik hätten das ansonsten einwandfreie und sehr ansprechende Material noch besser umrahmt.

Kommen wir zur Spielmechanik: Das Spiel bietet ein leichten Einstieg und die Regeln sind schnell verinnerlicht. Wir würden sagen, dass auch Kinder ab 6/7 Jahren schon wunderbar selbstständig mitspielen können. Fans von Rennspielen dürfte Lighthouse Run gut gefallen, wer jedoch ein Spiel mit hohem Anspruch sucht, wird enttäuscht sein. Lighthouse Run ist das ideale Familienspiel, und prima geeignet von Jung bis Alt. Gerade die kurze Spielzeit von 25 Minuten spricht eher für ein Spielchen für Zwischendurch als für ausgedehnte Wettrennen.

Die mitgelieferte 2-Spieler-Variante gefällt uns übrigens nicht ganz so gut, da ein „Automa“ ins Spiel kommt. Man muss also immer wieder an den dritten Spieler denken und dessen Züge machen. Das behindert den ansonsten sehr flüssigen Spielablauf ein wenig. Die ideale Besetzung ist unserer Meinung nach mit drei, eher vier Spielern. So kommt mehr Spannung auf und bis zum Ende des Spiels ist nicht immer klar, wer nun als Sieger hervorgehen wird.

Wer gerne Familienspiele spielt und ein Rennspiel mit einem klasse Thema sucht, dem kann Lighthouse Run auf jeden Fall empfohlen werden.

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

 

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