Man kann es auch übertreiben – „Lost Cities“ in einer „To Go“-Variante (Rezension)

Für zwei Spieler ist „Lost Cities, das Duell“ (hier die Rezension, Bewertung: 4,8) ein tolles Kartenspiel, es bringt alles mit, um gegen den Glücksanteil im Spiel trotzdem spannend zu sein und kann gut eingepackt und mitgenommen werden. „Lost Cities, das Brettspiel“ (hier die Rezension, Bewertung: 3,8) ist eine sehr gute Variante für bis zu vier Spieler und bringt den Flair des „kleinen Bruders“ für den großen Spieltisch und die Familie gut rüber.

Und jetzt auch noch „To Go“. Notwendig?

Eines vorweg. Das Spielprinzip von „Lost Cities“ ist wirklich gut, es macht Spaß und ist fordernd. In welcher Variante auch immer. Aber hat man „Das Duell“, braucht man „To Go“ nicht. Hat man keines, würd ich mir die Karten zulegen. Aber das ist Geschmackssache.

Hier spielt man mit stabilen Pappkärtchen. Die werden auf dem Tisch in einem bunten Haufen ausgeworfen und ab jetzt darf jeder Spieler abwechselnd ein Kärtchen nehmen und entweder an eine Expedition anlegen (in bewährter Manier entweder eine neue Farbe eröffnen oder eine größere Zahl an eine bestehende Expedition anlegen), oder in das eigene Lager legen. Hier haben zwei Teile Platz, die früher oder später angelegt werden müssen. Man kann ein Teilchen auch offen liegen lassen, wenn man es nicht brauchen kann, das aber hilft unter Umständen dem Mitspieler, der es nehmen darf.

„To Go“ macht das Gleiche wie das Duell, nur mit kleineren Plättchen und nicht mit großen Karten. Eine kleine Variante ist noch dabei, die Überfallplättchen. Damit kann man Teile gemeinsam mit den Überfallplättchen komplett aus dem Spiel nehmen. Da kann man den Mitspieler, der gerade auf eine große Zahl hofft ganz schön ärgern.

Das Spiel ist immer noch gut, aber wer eines hat, braucht die anderen nicht, wer keines hat, sollte meiner Meinung nach zu den Karten greifen.

 

FAZIT

„Lost Cities – To Go“ ist ein einfaches taktisches Plättchenlegespiel für die ganze Familie, aber nur für zwei Spieler. Das Material ist hochwertig, die Spielregeln klar, schnell erklärt, schnell auf dem Tisch und genauso schnell wieder verräumt. To go eben.

Es bietet den gleichen tollen Spielreiz wie die größeren Brüder, die Variante mit dem Überfall bringt wenig fürs Spiel und dass man Teile vom Tisch nimmt statt Karten zu ziehen ist auch nicht wirklich spielverändernd. Ein Spiel, das man haben sollte, weil es so einfach wie genial ist, wer aber schon eins hat, gewinnt damit nichts Neues.

Das Spielprinzip selbst ist spannend bis zuletzt, der Glücksanteil ist hoch, aber nicht zu dominierend, taktische Überlegungen sind gut, vor allem aber das Zocken und das Ausreizen seines Glückes ist entscheidend. Bekomme ich noch die nötige Karte, muss ich gleich eine hohe Karte ausspielen, fehlen mir am Ende ein paar Pünktchen, um die Minuspunkte zu vermeiden? „To Go“ macht Spaß, das Material ist aber etwas klein und nicht wirklich seniorentauglich. Aber Familien und vor allem Kids können sich damit gut unterhalten, wenn man mal nur zu zweit ist. Für mehr Spieler sei das Brettspiel empfohlen.

 

Bewertung

2-Personen-Spiel für die ganze Familie

+ hochwertiges Material

+ Spielprinzip einfach und schnell erklärt

– ähnlich wie „das Duell“, keine wirklich neue Variante

– problematisch, bei schlechtem Licht die Farben zu unterscheiden

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorien:
“Familienspiel, 2er-Spiel”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altergruppe 13-49 Jahre
  • ... Altergruppe 50-75 Jahre
4.3

Kurzfassung

Titel: Lost Cities to go
Autor: Reiner Knizia
Grafik: N. N.
Verlag: KOSMOS

Spieleranzahl: 2 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten

Generationentauglich: Ja, von 8 bis 70
Seniorentauglich: bedingt, Farben schwer zu unterscheiden, Plättchen zu klein

Hits: 459

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