Bauernhof, Tiere und der Wolf – Farmini von Loki (Rezension)

Wenn etwas bei Kindern gut ankommt, dann sind es Bauernhofspiele. Diese kommen sogar bei den großen Spielern an, wenn man da so an Agricola denkt. Ob es die Verbundenheit zur Natur ist oder das Anbauen vom Gemüse, das so fasziniert? Bei den Kleinen sind es wahrscheinlich die vielen süßen Tiere. Wer mag schon keine Tiere? Und so wird der Bauernhof fleißig ausgebaut, die Felder bestellt und sich um Tiere gekümmert. So zumindest ist es in dem Spiel, das wir Euch heute vorstellen. Hier darf jeder zeigen, wer der beste Bauer ist. Blöd ist nur, wenn der Wolf um die Ecke kommt.

Das hört sich ja jetzt gar nicht nach einem Kinderspiel an? Doch, denn der Wolf frisst die lieben Tierchen hier natürlich nicht auf, sondern erschreckt sie einfach nur- und alle Tiere, die nicht eingesperrt sind, laufen davon. So lässt sich also Spannung in Kinderspiele bringen, ohne gleich dem wahren Leben ins Auge sehen zu müssen, was ja mitunter auch brutal sein kann. Aber lest selbst:

 

Das Spiel
Farmini ist ein Kinderspiel von Marie und Wilfried Ford, das bei LOKI erschienen ist. Es kann von 1-4 Spielern gespielt werden und ist ab 5 Jahren geeignet.
Bei Farmini bauen die Kinder ihren Bauernhof mit Karten. Auf diesen sind Zäune, sowie Weizen und Platz für Tiere abgebildet und sie sind der Hauptbestandteil des Spiels. Auf einigen Karten sind zudem Bauernhoftiere und ab und an der Wolf zu sehen.

Jeder Spieler erhält eine Startkarte, auf der ein Bauernhof zu sehen ist, zudem werden die 4 Start-Karten offen in die Auslage gelegt. Die restlichen Karten werden gut gemischt und als verdeckter Nachziehstapel bereit gestellt. Im Hühnerhof (dem Unterteil des Spiels) werden zudem Tiermarker – passend zu den Tierkarten aufbewahrt.

Das Kind, das an der Reihe ist, wählt sich eine Karte aus der Auslage aus, baut sie an seinen Bauernhof an und deckt für den nächsten Spieler eine neue Karte auf. Die Zaunkarten werden nun so angelegt, dass diese zusammenpassen und einen fortlaufenden Zaun ergeben. Idealerweise schafft man es so, Gebiete mit dem Zaun zu umranden. Denn wenn man es schafft, Weizen einzuzäunen, erhält man je Weizen einen Punkt am Ende vom Spiel. Außerdem sind auf manchen Karten Plätze für Tier abgebildet. Wenn man sich aus der Auslage eine Tierkarte auswählt, nimmt man sich so viele Tiermarker aus dem Hühnerhof, wie Tiere auf der Karte zu sehen sind und darf sie auf den dafür vorgesehenen Feldern platzieren. Deckt man als nächste Karte jedoch einen Wolf auf, laufen allen Kindern die Tiere weg, die nicht eingezäunt sind und von denen der Wolf träumt.

Ziel ist es daher so schnell wie möglich Gebiete einzuzäunen und dann dort seine Tiere zu platzieren. Jedes Tier bringt einen Punkt. Wenn der Nachziehstapel leer ist, endet das Spiel und das Kind mit den meisten Punkten und somit dem schönsten Bauernhof, gewinnt.

Dem Spiel liegt außerdem eine Regel für Fortgeschrittene und eine Solovariante bei.

 

Fazit
Farmini wird in einem kleinen stabilen Karton geliefert und ist somit ideal für unterwegs. Auch Spielkarten und Tierchips überzeugen durch eine hohe Qualität. Schade ist lediglich, dass Karten, anstatt Plättchen gewählt wurden – Farmini wäre somit nämlich ideal für Strand und Biergarten gewesen, ohne dass der Wind gestört hätte.
Das Design gefällt uns ausgesprochen gut, denn die süßen Tierbilder, die im Babystil entworfen wurden, sprechen Kinder sofort an. Schön ist auch, dass selbst der Wolf niedlich aussieht und er somit für die Kleinsten nicht gruselig wirkt.

Der Spielmechanismus ist denkbar einfach und daher passt die Altersempfehlung von 5 Jahren natürlich perfekt. Obwohl auch manch 4-jähriges, spielerfahrenes Kind mitspielen können dürfte, wird Farmini für die größeren nicht langweilig. Nicht nur, dass das Bauen des Bauernhofes auch Älteren Spaß macht, es lässt sich hier durchaus auch schon ein wenig taktisch spielen. Die ganz pfiffigen Spieler können dann auch mal zu Karten greifen, die ein Mitspieler hätte gebrauchen können. Das Anlegen der Karten fällt den Kleinen sehr leicht, lediglich am Anfang müssen sie sich ein wenig ausprobieren, bis sie den Dreh raus haben und Karten so anbauen, dass eingezäunte Gebiete entstehen. Toll ist bei Farmini auch die Spielezeit. Mit ca. 15 Minuten können auch Kinder mitspielen, die nicht ganz so viel Geduld aufbringen.

Der Wolf in dem Spiel ist übrigens der Hit und bringt so richtig Spannung rein . Man weiß schließlich nie, wann er auftaucht und ob man dann das Tier, von dem er träumt auch schon eingezäunt hat. Dass Tiere weglaufen, mag frustrierend klingen, ist es aber nicht, da jeder Wolf andere Tiere verjagt und es somit auch immer einen anderen Spieler erwischt. Wem Farmini zu leicht ist, der kann übrigens die Fortgeschrittenen-Regel dazu nehmen. Bei dieser lassen sich Punkte verdoppeln, wenn man es schafft, eine einem eingezäunten Gebiet nur eine Tierart unter zu bringen.

Die Kleinen lernen hier ein tolles Legespiel kennen, das sie auf andere Spiele wie Carcassone und Agricola wunderbar vorbereiten dürfte 😉
Farmini ist ein schönes Spiel für Kinder und kann ohne Einschränkung empfohlen werden.

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

 

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

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