Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – Kleine Fische ganz groß! von Noris (Rezension)

Wer wollte nicht schon immer einmal in die weiten Tiefen des Meeres eintauchen? Durch das azurblaue Wasser schwimmen und dabei die Schönheiten der Unterwasserwelt betrachten? Was gibt es Spannenderes als an den vielen verschiedenen bunt schimmernden Fischen vorbei zu schwimmen und sie zu beobachten, wie sie in Schwärmen Formationen bilden oder sich gegenseitig im Spiel jagen? Die Faszination, der unterschiedlichsten Fischarten dürfte groß sein. Es gibt sie von winzig und schmal bis riesig und lang. Manch ein Fisch hat sogar Stacheln.


Doch es gibt noch mehr im Wasser zu entdecken: Ganz gewitzte Taucher haben vielleicht sogar das Glück, Unterwasserhöhlen zu finden. Und wer weiß, welch bunte Schätze da auf einem warten? Wer mutig genug, aber auch achtsam ist und sich dabei nicht vom riesigen Kraken, dem Herrscher der Meere, erwischen lässt, wird das Geheimnis der Höhlen sicher bald lüften. Seid vorsichtig, dann werdet ihr reich belohnt!

 

 

Das Spiel
Kleine Fische ganz groß! ist ein Spiel von Peter Neugebauer & Stefan Wiewiora, das vor kurzem beim Noris Verlag erschienen ist. Es wird ab 8 Jahren empfohlen und ist für 2-4 Spieler geeignet.
Auf einem Spielbrett liegen verdeckt 25 zufällig gezogene Karten aus, bei denen es sich entweder um Fischkarten oder Höhlenkarten handelt. Ziel des Spiels ist es, dass die Spieler durch sammeln von Fischen und Schätzen die meisten Punkte erreichen.

Dies gelingt, indem die Spieler zuerst durchs Meer tauchen. Hierfür wird das am Spielfeld anliegende Boot bewegt und von dort aus der Taucher (die Spielfigur) ins Wasser gelassen. Sie kann sich dabei immer auf benachbarte Felder bewegen, muss dabei aber die Schwimmrichtung einhalten. Sobald der Taucher eine Fischkarte erreicht, deckt er sie auf und entscheidet sich, ob er aufhört oder weiterschwimmt.
Wenn er weiterschwimmt, muss die nächste Fischkarte aufgedeckt werden. So kann man beliebig viele Karten ansteuern, muss aber sofort aufhören, sobald eine Fischart 2x aufgedeckt wird. Damit verliert man dann leider die aufgedeckten Fische derselben Art und darf nicht mehr weiterschwimmen.

Beim Tauchen können auch Höhlen erkundet werden, allerdings muss der Spieler vorher genauso viele Fische aufgedeckt haben, wie die Zahl auf der Höhlenkarte anzeigt. Gelingt dies, erhält der Taucher den Vorteil der Höhlenkarte, der auf der Rückseite aufgedruckt ist. Hierbei gibt es z.B. Regenbogenfische, die als Joker fungieren oder Turboflossen, mit denen bis zu 5 Felder weit gezogen werden kann (man also das Aufdecken von Karten überspringt).

Sobald man nicht mehr weiter tauchen darf oder kann, wird die 2. Phase ausgeführt. In dieser wird zuerst der Krake nach bestimmten Regeln bewegt, abhängig von der Anzahl der Krakensymbole auf den aufgedeckten Fischkarten. Sobald der Kraken auf einem Feld mit Taucher landet, versucht er diesem einen Fisch zu entwenden. Dafür sagt der aktive Spieler an, wie viele Karten der Krake stibitzen möchte und muss mit dem Würfel schließlich mindestens diese Zahl erreichen. Gelingt der Wurf, erhält er die Karten vom Mitspieler, wenn das Ergebnis allerdings die rote -1 anzeigt, muss der Angreifer eine Karte an den Spieler abgeben, der bestohlen werden sollte.

Anschließend nimmt der aktive Spieler die offen ausliegenden Karten an sich und der Spielplan wird wieder aufgefüllt, so dass der nächste Taucher loslegen kann.

Das Spiel endet, sobald der Spielplan nicht mehr aufgefüllt werden kann und dann kommt es zu Abrechnung: Die Fische werden nach Sorten sortiert und dann jeweils die Punkte des höchsten Fisches jeder Art zusammengezählt und um die Punkte der Schatztruhen ergänzt. Wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt.

 

Fazit
Kleine Fische ganz groß! Ist der Nachfolger des Kartenspieles „Kleine Fische“, das durch ein einfaches Spielprinzip bei vielen Familien punkten konnte. Den Zusatz „ganz groß!“ verdient sich der Nachfolger nicht umsonst, denn bei Kleine Fische ganz groß! handelt es sich diesmal nicht um ein schnelles und einfaches Spiel, sondern hier ist schon einiges an strategischem Denken erforderlich. Vor allem die Regeln lassen dieses Spiel für jüngere Kinder zu einer Herausforderung werden und Unterstützung von Erwachsenen ist sicher anzuraten. Im Spiel muss auf viele verschiedene Dinge geachtet werden, so dass Konzentration gefragt ist: Beim Bewegen des Tauchers müssen Bewegungsregeln eingehalten werden und auch der Krake darf nicht aus dem Auge verloren werden.

Fische zu entdecken und dabei immer wieder das Risiko abzuwägen, ob man es wagt, weiter zu schwimmen, bringt auf jeden Fall sehr viel Spannung ins Spiel. Das ist auch wichtig, denn Fische zu sammeln ist schließlich der Hauptinhalt. Die Höhlen zu entdecken, stellt dabei eine schöne Abwechslung dar. Zum Kennenlernen des Spieles könnte man die Höhlen unserer Meinung nach aber auch einfach erst mal weglassen. Denn es ist gar nicht so einfach, genauso viele Fische aufzudecken, wie die Höhle angibt. Geübte Spieler werden daran natürlich ihre Freude haben, denn sie können sich vorher gut ausrechnen, in welchen Bahnen sie schwimmen müssen, um zu einer Höhle zu gelangen. Die Belohnungen sind auf jeden Fall lohnenswert und bringen Pepp ins Spiel.

Insgesamt ist „Kleine Fische ganz groß!“ ein schönes Spiel, das wie ein Kinderspiel wirkt, dafür aber eigentlich zu kompliziert ist und auch die Spieldauer aufgrund der hohen Konzentration ein Minuspunkt für Jüngere darstellt. Unsere geübten 8-Jährigen Spielerinnen haben beim Spielen auf jeden Fall immer wieder Unterstützung benötigt. Für ältere Spieler ist allerdings fraglich, ob das Thema ansprechend genug gestaltet ist. Wer sich aber gerne einmal in die Unterwasserwelt begeben möchte, dem kann kleine Fische ganz groß! durchaus empfohlen werden.

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

 

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

 

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele”

Hits: 1134

Kommentare sind geschlossen