Glückliches Händchen gesucht beim Kirschblüten sammeln – “The Legend of the Cherry Tree” von iello (Rezension)

Blühende Kirschbäume sind in Japan der Hit. Wenn sie blühen, werden in ihrem Schatten „Hanamis“ abgehalten, spontane Feste, die schon mal Volksfestcharakter haben können. Bei dem Kirschbaum aus unserem Spiel handelt es sich um einen ganz besonderen. Der blüht nämlich nur alle zehn Jahre und seine Blüten verheißen dem, der sie einsammelt, dass ein Wunsch wahr wird.

Wer aber zu gierig sammelt, dem wird der Baum seine Wünsche verwehren.

Die Legende vom Kirschbaum oder wie das Spiel bei uns heißt „The Legend of the Cherry Tree“, erzählt uns diese Geschichte und lässt uns Blütensammler sein. Wir ziehen aus einem Beutel eine beliebige Anzahl an (schön gestalteten) Blüten und versuchen, möglichst punktebringende Farbkombinationen zu sammeln. Tricky dabei ist, dass wir zwar beliebig viele Blüten ziehen dürfen, aber bei bestimmten Bedingungen ist unser Zug gescheitert und beendet. Dann können wir die wertvollen Blüten nicht hinter unseren Schirm bringen, wo sie bei Spielende dicke Punkte bringen können, sondern müssen uns damit begnügen, eine oder zwei Blüten vor dem Schirm zu legen. Auch hier gibt es Punkte, aber eben nicht ganz so viele. Außerdem dürfen wir unser Ergebnis nicht mit den Meisterkarten vergleichen, die, sollten wir deren Bedingung erfüllt haben, uns einen schönen Bonus bringen.

Die Bedingungen sind zum Beispiel, ich darf von einer Farbe nicht mehr als zwei Blüten haben. Da kann das Sammeln schnell vorbei sein. Oder wenn man Blüten in fünf verschiedenen Farben gezogen hat, ist es auch vorbei.

Man versucht jedes Mal wieder sein Glück, manchmal mit gutem, manchmal mit weniger gutem Erfolg. So kann man auf Sicherheit spielen oder das Glück bis zuletzt ausreizen. Das macht Spaß, der Ärgerfaktor über sich selbst ist groß („ich wusste, dass das jetzt nicht mehr geht“) und die Schadenfreude über das Pech der anderen ist stets mit dabei. Ein paarmal falsch gezogen macht aber nichts, das Spiel ist lange genug und Glück und Pech gleichen sich im Spiel immer irgendwie aus.

Es ist natürlich ein reines Glücksspiel mit einer kleinen taktischen Finesse, aber letztendlich ist es ein einfaches Zufallsspiel mit oftmals überraschendem Gewinner.

Am Ende gibt es Punkte für die vor dem Schirm offen liegenden Blüten. Da kann jeder abschätzen, wie er punktemäßig steht. Aber die Blüten hinter dem Schirm, die geheimen, bringen dicke Punkte und werfen oft das Ergebnis komplett um. Man sollte nicht zu früh aufgeben in diesem Spiel und bis zuletzt sein Glück versuchen.

 

FAZIT

„The Legend of the Cherry Tree“ ist ein deutschsprachiges einfaches Familienspiel, bei dem man beim Ziehen der verschiedenfarbigen Blüten aus dem Beutel sein Glück herausfordert. Mit den Meisterkarten, die im Spiel Boni geben, kommt etwas Abwechslung ins Spielgeschehen. Das Spiel ist schnell erklärt, einfach gespielt und stellt keine besonderen Herausforderungen. Da kann jeder mitspielen und mitfiebern, und wer „Push-your-Luck“-Spiele mag, der hat hier ein sehr schönes Spiel vor sich.

Das Material ist sehr gut gestaltet, die Plastikblüten sehen auf dem Tisch sehr schön aus, der Beutel ist hochwertig und es macht haptisch Spaß, die Blüten aus dem Beutel zu ziehen. Und auch nach mehrmaligen Spiel leidet das Material nicht, die Blüten sind abwaschbar und der Beutel wirkt pflegeleicht. Leider sind die Farben schwarz (die schwarzen Blüten dienen als Joker) und dunkelblau nur schwer zu unterscheiden. Die Anleitung ist ausführlich, mit vielen hilfreichen Beispielen bebildert und so kann man schnell ins Spiel eintauchen.

Ein Spiel für die ganze Familie, die mal ein einfaches Glücksspiel auf dem Tisch haben wollen. Dank des Materials hebt es sich unter den Glücksspielen hervor, für mehr Spielreiz wären ein paar mehr Meisterkarten interessant gewesen. Und um mit Oma zu spielen, wäre ein etwas größeres Material wünschenswert gewesen.

BEWERTUNG
+ schönes Material
+ gute Anleitung
+ Material langlebig
– etwas eintönig
– oftmals überraschender Gewinner
– blau und schwarz kaum zu unterscheiden

 

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

Ihr wollt wissen, wir sich das Spiel spielt?
Dann schaut Euch doch das tolle Video von Ü50 spielt an:

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