Lost Cities – das Duell. Das Original für zwei – immer noch richtig gut

„Ich glaube, ich weiß, wo diese Stadt liegt, tief im Dschungel. Wir müssen nur eine Expedition starten.“ – „Nein, wir haben bereits zwei Expeditionen, in der Wüste stecken wir fest, auf dem Meer irren wir auch nur umher.“ – „Aber diesmal haben wir wirklich gute Karten. Das wird sich lohnen.“ – „Ich weiß nicht, im Dschungel ist schon eine andere Expedition unterwegs. Ich denke nicht, dass wir weit kommen werden. Und die Kosten für eine neue Expedition …“

So oder ähnlich muss es sich anhören, wenn man sich auf das Kartenspiel „Lost Cities“ einlässt. Denn man steckt stets im Zwigespräch mit sich selbst, ob man eine neue Expedition starten soll oder besser nicht. Denn kommt die nicht weit, bleiben am Ende nur Minuspunkte.

Es gibt fünf verlorene Städte, auf deren Suche ich mich machen kann. Dabei habe ich acht Karten auf der Hand in fünf Farben (jeder Stadt ist eine Farbe zugeteilt). Um eine Expedition zu starten, lege ich eine Karte in meine Ablage. Möchte ich diese Expedition weiterführen, muss ich eine gleichfarbige Karte, die einen höheren Wert als die zuletzt gespielte Karte dieser Farbe anlegen. Darum sollte man mit möglichst kleinen Werten anfangen.

Jede Expedition bringt Punkte, nämlich die Punkte der einzelnen Karten, die man angelegt hat, aber abzüglich 20 Punkte als Kosten für die Expedition. Wieviele Expeditionen man startet, bleibt einem überlassen. Man kann Karten auch auf den Ablagestapel legen. Nachteil dabei, der Mitspieler kann diese Karte aufnehmen und selber anlegen. Oft genug führt das zu einer kniffligen Entscheidung: Lege ich meinem Mitspieler eine gute Karte vor die Nase oder lege ich mir selbst eine weniger optimale Karte in die Auslage.

 

FAZIT

Das reine 2-Personen-Spiel ist schnell erklärt, spielt sich flott und macht Laune. Immer wieder gibt es diese kleinen aber intensiven Entscheidungen (den Gegner unterstützen, eine schlechte Karte ablegen oder auf Sicherheit gehen und abwarten, aber damit dem Mitspieler Vorsprung geben) und manchmal werden die eigenen Expeditionen vom Pech begleitet. Und dann zieht man doch wieder die genau richtige Karte und alles wird gut.

Der Glücksfaktor ist hoch, aber für so ein kurzweiliges Spiel in Ordnung, es gleicht sich im Laufe einer Partie wieder aus.

Das Spiel ist ideal für Familien (mit Kids ab 8), es ist absolut seniorentauglich und macht allen gleich viel Spaß. Dieses einfache, leichte und doch stets spannende Spiel ist ein sehr schönes Zweierspiel, ohne dass man „gegen“ den Mitspieler spielen muss. Wer lieber mit mehreren Spielern spielen will, soll zu „Lost Cities – das Brettspiel“ greifen, da können bis zu vier Spieler ihre Expeditionen losschicken – das Spielprinzip ist nahezu das Gleiche. “Lost Cities – das Duell” ist das Original dieser “Lost Cities”-Reihe, bereits 1999 das erste Mal erschienen. Es hat aber nichts von seinem Spielgefühl verloren und ist immer noch ein sehr gutes Zweier-Spiel, das für jedes Alter viel Spielspaß bereit hält.

„Ich hab ja gesagt, wir haben gute Karten für die Dschungelexpedition auf der Hand.“ – „Aber jetzt steht sie still, was ist geschehen?“ – „Nun, wir haben vier Schritte gemacht, aber jetzt brauchen wir doch noch etwas Unterstützung, sonst spielen wir unseren letzten großen Trumpf. Und das Rennen dauert noch. Nicht dass wir unsere Expedition zu früh abschließen.“ – „Aber dann bleibt uns nur übrig, der fremden Expedition im Gebirge wichtige Unterstützung zu überlassen.“ – „Aber es könnte sich durchaus auszahlen. Warten wir noch eine Runde und sehen, was sich Neues ergibt.“

 

BEWERTUNG

+ schnell erklärt

+ einfaches aber spannendes Spielprinzip

+ ideal für Einsteiger

+ Spielspaß für alle Altersgruppen

+ Karten sind farblich und mit einem Zeichen markiert (für Leute mit Farbensehschwäche ideal)

 

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

 

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“einfaches Familienspiel”

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