Der Weg ins Meer – Tricky Wave von Game Factory (Rezension)

Schildkröten sind faszinierende Reptilien, die ihre Eier tief im Sand vergraben. Wenn die kleinen Schildkrötenjungen dann schlüpfen, buddeln sie sich die kleinen Wesen im Frühling zur Oberfläche durch und machen sich dann auf den Weg ins Meer. Hier müssen sie sich vor anderen Schildkröten in Hut nehmen und sich über große Wellen kämpfen. Der Weg ist nicht einfach und so wird manch kleine Schildkröte immer wieder vom Meer an den Strand gespült.

Dann heißt es für die Winzlinge, wieder alle Kraft sammeln und es gleich noch einmal versuchen. Vielleicht gelingt es besser, wenn sie auf den Rücken einer größeren Schildkröte krabbeln und sich tragen lassen. Oder sie versuchen ganz waagemutig im Alleingang über die riesigen Wellen zu schwimmen. Wer es schließlich schafft die stürmische See zu bezwingen, findet von nun an eine wundervolle Schildkrötenheimat im tiefen Meer vor.

 

Das Spiel
Tricky Wave
ist ein Kinderspiel von Elliot Rudell, das ganz aktuell bei Game Factory erschienen ist. Es kann mit 2-4 Spielern gespielt werden und ist laut Verlag ab 6 Jahren geeignet.
Bei Tricky Wave erhält jeder Spieler eine eigene Schildkrötenfamilie, bestehend aus drei verschieden großen Schildkröten. Alle Schildkröten starten am Strand und versuchen nun ins tiefe Meer zu gelangen. Der Spieler der an der Reihe ist, würfelt hierzu einen Würfel, der Zahlen von 1-4 oder eine Welle anzeigen kann. Wurde eine Zahl gewürfelt, darf das Kind eine beliebige Schildkröte um die entsprechende Anzahl an Feldern vorwärts ziehen. Hierbei ist es auch möglich, mit einer kleineren Schildkröte auf den Rücken einer größeren zu springen (und sich bei deren Zug von ihr mittragen zu lassen) oder aber als größere Schildkröte eine kleinere zu überdecken (und sie somit am Ziehen zu hindern). Im Spiel befindet sich zudem eine Welle, die als Feld zählt und auf die drauf oder drüber gezogen werden darf.

 

Wenn der Würfel jedoch eine Welle anzeigt, wird die Welle um ein Feld in Richtung Strand weitergezogen. Jede Schildkröte, die sich dann im Weg befindet, wird entsprechend wieder Richtung Strand geschoben. Kommt die Welle am Strand an, wird sie wieder ins tiefe Meer gesetzt und beginnt von dort aus wieder nach vorne zu wandern. Bei einem Wellensymbol darf der Spieler dann nochmal würfeln, ebenso, wenn er auf eine Schildkröte springt, oder eine überdeckt.
Dies geschieht im Uhrzeigersinn, bis ein Spieler geschafft hat, alle seine Schildkröten ins tiefe Meer zu ziehen. Dieser gewinnt das Spiel.

 


Fazit

Tricky Wave ist ein sehr hochwertiges Kinderspiel. Der Spielplan mit Welle, sowie auch die Schildkröten halten auf jeden Fall einiges aus. Auch die Illustrationen sind wunderschön und sprechen Kinder sofort an. Die Idee mit der Welle, die über den Spielplan zieht und die betroffenen Schildkröten immer wieder in Richtung Strand schiebt, finden wir genial. Damit wird nicht nur die Geschichte toll erzählt, sondern auch ein wenig Spannung ins Spiel gebracht. Denn es ist gar nicht so einfach, seine Schildkröten ins Ziel zu bekommen. Und da kann es dann durchaus passieren, dass man kurz vor dem Ziel doch wieder auf dem Strandfeld landet und von vorne beginnen muss.

Auch die Idee, auf Schildkröten springen zu können, um sich mit tragen zu lassen, oder andere zu überdecken, um sie am Ziehen zu hindern, gefällt uns sehr gut. Selbst Kinder ab 4 können diese Regeln mitunter schon gut verstehen und daher finden wir die Altersangabe ein wenig zu hoch angesetzt. Einziger Kritikpunkt ist ein gewisser Glücksfaktor. Durch das Bewegen der Welle kann es natürlich sein, dass jemand anderes gewinnt, obwohl man lange vorne lag. Und je nachdem wie oft die Welle gewürfelt wird, kann sich das Spiel auch mal in die Länge ziehen. Meist waren unsere Runden nach ca 20 Minuten beendet, es kamen aber auch längere Partien vor, da alle Schildkröten immer wieder an den Strand gespült wurden. Längere Runden ziehen sich für die Kinder dann zu sehr hin und lassen ihre Geduld schwinden.

Ansonsten ist Tricky Wave ein sehr gelungenes Kinderspiel, das wir sehr gut empfehlen können.

 

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

 

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