Cavemen – Die Entdeckung des Feuers (Rezension)

Das Leben in der Steinzeit war auch nicht wirklich prickelnd. Ständig wurde man von Dinosaurier gejagt, wohnte in Höhlen ohne fließend Wasser und Strom und – hey! – noch nicht mal das Feuer ist erfunden. Achso, das ist die Aufgabe unseres Stammes.

Zumindest in dem Kartenspiel „Cavemen – Die Entdeckung des Feuers“. Wir beginnen mit einem kleinen Stamm, eine Höhle für vier und zwei Bewohner. Aus einer Auslage darf ich nun wählen, welche Karte ich mir nehme (wenn ich sie mir leisten kann). Eine weitere Höhle, damit mein Stamm größer werden kann, einen Jäger, damit mein Stamm die dicken Tiere jagen kann, andere Spezialisten, die verschiedene Vorteile im Spiel bringen. Oder ich gehe auf die Jagd nach Dinosauriern und anderem Getier. Das mache ich solange, bis in der Auslage die „Feuer“-Karte liegt. Wer sich diese Karte leisten kann, nimmt sie sich und gewinnt das Spiel.

Das ist schnell und einfach erklärt, dank der klaren Symbolik übersichtlich und bei ca. 45 Minuten schnell und einfach gespielt.

Aber will man es spielen? Es ist grafisch ein Hinkucker, das ist richtig. Die Karten sind liebevoll illustriert, die Fleischkeulen und Tierzähne sind schön geformt und es macht Spaß, die Auslage vor sich wachsen zu sehen. Leider ist das schon der Höhepunkt des Spiels. Denn spielerisch hat es deutliche Schwächen. Zum einen ist da der Glücksfaktor, und der ist wirklich groß. Nicht nur, wann die Feuerkarte kommt, auch welche Karten generell kommen. Ich hatte Spiele, bei denen ein Spieler keine Höhle bekam und damit seinen Stamm nicht entwickeln konnte. Das zweite Problem ist, dass der Spieler, der vorne liegt, deutliche Vorteile hat. Er wird den anderen noch weiter davoneilen, sodass man bereits nach ein paar Runden weiß, wer gewinnt und wer sicher nicht.

Die Spannung im Spiel bezieht sich also auf die ersten paar Runden, ob ich da ein paar brauchbare Karten bekomme oder eben nicht. Zuwenig für ein Spiel.

 

FAZIT
Das Kartenspiel „Cavemen“ überzeugt durch die Grafik und ein leicht gelerntes Regelwerk, aber nicht durch das Spiel selbst. Das Spiel ist ab 13 angegeben, meiner Meinung nach aber locker ab 10 zu spielen. Spieleinsteiger müssen sich erst daran gewöhnen, dass die Karten alle unterschiedlich sind, aber dann ist das Spiel ideal für Familien, schnell erklärt, schnell gespielt – und schnell wieder verräumt. Expertenspieler und spielerfahrene Familien werden nicht wirklich Spaß daran haben.

Es gibt viele Kartenspiele, bei denen ich meine Auslage im Lauf des Spiels erstelle, dieses hier ist aber höchstens Durchschnitt. Der Wiederspielreiz ist nur dadurch gegeben, dass man darauf hofft, diesmal von Anfang an die richtigen Karten zu haben. Nach 15 Minuten ist klar, ob das der Fall war, wenn nicht, sind die übrigen 30 Minuten ein ödes Zusehen, wie der Führende weiter und weiter davonzieht. Achja, man kann übrigens kaum etwas gegen das Kartenziehglück machen, manchmal fühlt sich das Spiel an, als ob es von selbst abläuft, denn es ist meist klar, welche Karte wer aus der Auslage nimmt.

WERTUNG

+ tolle Grafik

+ einfache Regeln

– sehr hoher Glücksfaktor

– Spiel nach einem Drittel der Spielzeit entschieden

– Führender Spieler wird immer stärker

– man wird oftmals gespielt vom Spiel

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

 

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“Familienspiele”

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