Würfelkönig von Haba (Rezension)

Würfelspiele gibt es tausende. Eines der bekanntesten ist wohl Kniffel. Fast jeder hat es schon einmal gespielt und in vielen Familien ist es fester Bestandteil der Spielesammlung. Aber was fasziniert so sehr an diesem Glückspiel? Denn ein glückslastiges Spiel ist es tatsächlich. Hat man doch nur wenig Einfluss auf den Würfelwurf. Wahrscheinlich ist es der Kick… Das Gefühl auch mal zu viel zu wagen… Die Freude, wenn einem das Glück dann holt ist und man den unmöglichen Wurf schafft… Oder auch die Schadenfreude, wenn man sieht, dass andere Spieler ihre Würfe immer wieder versemmeln….

Vielleicht kommen wir nie dahinter, was genau den Reiz für Viele an diesem Spiel ausmachen. Nichts desto trotz ist die Mechanik des Spiels allseits beliebt. Und somit kein Wunder, dass es so einige Spiele gibt, die sich ähnlichen Abläufen bedienen. So auch das Spiel, das wir Euch heute vorstellen. Und dennoch hebt es sich doch deutlich von anderen Spielen seiner Art ab. Aber lest selbst:

 


Das Spiel

Würfelkönig ist ein Spiel von Nils Nilsson, das 2017 bei Haba erschienen ist. Es kann mit 2 bis 5 Spielern gespielt werden und ist ab 8 Jahren geeignet.
Beim Würfelkönig geht es darum, Untertanen für sich anzuwerben. Hierfür liegen in der Tischmitte verschiedene Ortskarten und darunter fünf zufällig aufgedeckte Bürgerkarten aus. Auf den Bürgerkarten sind nicht nur Siegpunkte abgebildet, sondern auch die Bedingungen, wie man sie erwerben kann. Der Spieler der an der Reihe ist, darf nun – ähnlich wie bei Kniffel – sechs Würfel werfen und dies bis zu dreimal. Würfel die er benötigt, kann er dabei auf die Seite legen, um alle anderen nochmal zu würfeln. Welche Aufgabe er zu erfüllen versucht, ist ihm selbst überlassen und nach seinen drei Würfen kann er sich je nach Ergebnis auch für eine passendere Karte entscheiden. Außerdem kann er die Würfel bereits vorzeitig werten lassen – 3x zu würfeln ist kein muss.

Die Bedingungen der Karten gehen von Straßen bilden über 5 Würfel einer Farbe erreichen bis hin zu sehr hohe oder sehr niedrige Augensummen erreichen zu müssen.
Hat man die Bedingungen der Karten erfüllt, darf man sich diese nehmen und vor sich stapeln. Sofern die Farbe des Bürgers auch noch zufällig zur Farbe der darüber ausliegenden Ortskarte passt, kann der Spieler sich auch davon eine nehmen. Hier gibt es nochmal 2-4 Siegpunkte.
Manche Bürger gestatten dem Spieler zudem Zusatzaktionen. Erwirbt man den arroganten Elf, kann man beim nächsten Zug 4x würfeln, beim talentierten Zauberlehrling ist man gleich nochmal an der Reihe und den Drachen (der gibt Minuspunkte!), den darf man z.B. an einen Mitspieler verschenken.

Schafft man es auch nach dem dritten Wurf nicht, eine der ausliegenden Karten zu erfüllen, muss man sich eine Strafkarte nehmen (mit 1-4 Minuspunkten) und seinem Stapel hinzufügen.

Das Spiel endet, wenn entweder ein Ortskartenstapel, die Strafkarten oder der Nachziehstapel Bürgerkarten leer sind. Der Spieler mit den meisten Punkten- abzüglich der Minuspunkte gewinnt dann das Spiel.

 

Fazit
Was sofort begeistert, ist die gelungene Illustration. Man weiß noch nicht, um was es in dem Spiel geht, hat aber sofort Lust loszuspielen. Die Karten sind märchenhaft gestaltet und zwar genauso, dass es Kinder sehr ansprechend finden, aber auch Erwachsene Gefallen daran finden. Man muss dann wohl nicht erwähnen, dass Karten und Würfel in gewohnter toller Haba-Qualität geliefert werden. Außerdem ist alles groß und deutlich illustriert, so dass man die Karten auch ohne Lupe erkennen kann ;), was ja leider ein Manko bei vielen anderen Kartenspielen ist. So ist es kein Problem, dass auch Leute mitspielen, die vielleicht nicht ganz so gut sehen.

Wie aber gefällt uns nun das Spiel? Nunja. Würfelkönig ist nichts für Leute, die Glücksspiele nicht mögen, denn genau solch eines ist es. Man hat doch recht wenig Einfluss auf das Spielgeschehen und wenn man dann nicht mal die Hälfte der Punkte wie seine Mitspieler erlangt – nur weil die Würfel schlecht fallen – dann kann das frustrierend sein.
Dennoch ist Würfelkönig ein richtig gutes Spiel. Alle, die Würfelspiele mögen und Kniffel mal anders erleben wollen, kann es sehr empfohlen werden. Wir finden es eine tolle Idee, dass durch die Auslage der Aufgabenkarten eine enorme Vielfalt geschaffen wird und daher viel mehr Aufgaben Kombinationen vorkommen, wie bei Kniffel. Auch dass Farben kombiniert werden können, bringt doch nochmal einiges an Varianz ins Spiel.

Außerdem ist die Spielmechanik wirklich wundervoll verpackt worden. Es macht weit mehr Spaß die teilweise sehr lustigen Bürger einzusammeln, als einfach nur stupide Zahlenkombinationen auf einem Block anzukreuzen.
Witzig ist natürlich auch der eingebaute Ärger-Faktor. Denn Spieler erhalten nicht nur Minuspunkte durch Strafkarten, sondern man kann einem Mitspieler auch einem Drachen schenken. Und Drachen können bis zu 6 Minuspunkte aufweisen.

Würfelkönig ist ein wundervoll thematisches Würfelspiel. Es spielt sich schnell und dürfte wohl jedem von Jung bis Alt Spaß machen, der Spiele mit Glücksanteil mag.

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

 

Wer wissen mag, wie sich der Würfelkönig spielt,
kann sich das Video von Ü50 spielt ansehen:

 

 

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“Familienspiele” und “Generationentaugliche Spiele”

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