Kleine und große Entdecker finden verlorene Städte – Lost Cities, das Brettspiel von KOSMOS (Rezension)

Expeditionen zu sagenumwobenen Städten, ein Traum für alle (auch erwachsene) Kids

Ich erinnere mich an früher, als ich mir für jeden Urlaub vorgenommen habe, neue unbekannte Städte zu entdecken, Schätze zu finden und berühmt nach Hause zu kommen. Mein Urlaub war dann meist in nicht ganz so fremden Städten, meinen Schatz habe ich von zuhause mitgebracht und statt berühmt kam ich nur gut erholt zurück. Aber das Verbindende zwischen Traum und Wirklichkeit war stets ein Kartenspiel: Lost Cities. Es war immer dabei und wurde gern gespielt – so fühlte man sich am Strand wenigstens etwas als Entdecker und Forscher.

Jetzt ist Lost Cities als Brettspiel erschienen und bietet bis zu vier Spielern die Möglichkeit, fünf Expeditionen loszuschicken, um in der Wüste, dem Dschungel und anderen abenteuerlichen Gegenden nach den berühmten verlorenen Städten zu suchen. Das Spielprinzig ist dabei nahezu das Gleiche. Ich beginne mit acht Handkarten, spiele eine davon aus und ziehe anschließend eine Karte nach. Die ausgespielte Karte lege ich entweder in meine Auslage oder auf einen von fünf Ablagestapeln (je nach Farbe), von denen man auch wieder Karten ziehen kann. Anlegen kann ich meine Karte farbgetreu immer nur entsprechend dem Kartenwert gleich oder aufsteigend. Habe ich eine Karte angelegt, darf ich meine Expedition bei genau dieser Farbe ein Feld vorwärts bewegen. Komme ich dabei auf ein Ereignisfeld, führe ich das Ereignis aus. Das bringt mir Artefakte, Punkte oder lässt mich noch einmal eine Expedition vorwärts ziehen.

So bewegen sich die Expeditionen langsam auf die verlorenen Städte zu und erreichen dabei immer höhere Punktwerte auf den jeweiligen Wegen. Man sollte schon ein paar Schritte auf den Leisten machen, denn die ersten Schritte bringen zunächst nur Minuspunkte.

Nachdem mindestens fünf Expeditionen aller Spieler zusammen über die Brücken auf den Wegen gelangt sind, ist eine von drei Runden beendet und man beginnt nach einer Wertung von vorne mit der nächsten Runde. Nach drei Runden gewinnt, wer zusammen die meisten Punkte erreicht hat.

Das Spiel ist schnell erklärt, schnell gespielt und macht als einfaches Familienspiel Spaß. Das Glück lässt einen manchmal verzweifeln, aber schnell dreht sich das Blatt und schon mache ich wieder große Schritte auf den Wegen.

Das Material ist sehr gut, leider ist die Farbgebung der Karten unglücklich, denn rote und schwarze Karten (grün und blau genauso) sind kaum zu unterscheiden. Ein Icon wäre hier eine ideale Lösung gewesen, so kommt es schon mal zu fehlerhaften Auslagen. Da hat man dem Spiel und allen Spielern keinen Gefallen getan.

 

FAZIT

“Lost Cities, das Brettspiel”, 2-4 Spieler, ab 10 Jahren, 45 Minuten, von Reiner Knizia, Grafiken von Cem Kara, Anoka Design Studio, erschienen bei Kosmos, 2018

„Lost Cities, das Brettspiel“ ist ein einfaches Familienspiel, das schnell gelernt und schnell gespielt ist. Freude und Schadenfreude liegen nah beieinander und es bietet allen Altersgruppen gute Unterhaltung und Spannung. Dabei fiebert man immer den nächsten Karte entgegen und hofft, eine für die eigenen Ablage optimale Karte zu ziehen. Manchmal muss man den Mitspielern eine gute Karte auf den Ablagestapel legen, ud ständig überlegt man, wieviele Expeditionen man startet und rechtzeitig aus den Minuspunkten zu bekommen. Und dann ist da auch noch der Expeditionsleiter. Ist der auf dem Weg, zählen die Punkte doppelt. Man ist also ständig unter Spannung.

Das Material ist hochwertig, das Brett macht Stimmung, nur die Farbgebung der Karten ist leider nicht optimal.

Gegenüber dem Kartenspiel bietet das Brettspiel durch die Ereignisfelder einiges Neues und jetzt können vier Spieler auf Expeditionen gehen. Wer das Spiel „Keltis“ kennt, findet hier nicht viel Neues, wer beide Spiele nicht kennt, sollte unbedingt einen Blick darauf werfen. Mitnehmen kann man es jetzt nicht mehr so einfach in den Urlaub wie das Kartenspiel, aber für locker-leicht entspannte Spielnachmittage und -abende ist das Spiel sehr gut geeignet. Für einen Drei-Generationen-Spieltisch fast schon ideal (wär da nicht die Farbgebung der Karten).

 

WERTUNG

+ schnell gelernt
+ Lost Cities für bis zu 4 Spieler
+ locker-leichtes Spiel ohne ohne Hirnverzwirnung
– Farben kaum unterscheidbar
– wenig Neues gegenüber Keltis

 

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

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“Familienspiel”

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