Ein kooperatives Geschicklichkeitsspiel – Menara von Zoch (Rezension)

Als wir das Spiel auspacken, so dachten wir zuerst: „Ahhh, eine Neuauflage von Villa Paletti“. Villa Paletti ist ein tolles Geschicklichkeitsspiel von Zoch, das in vielen Spielerrunden gut ankommt. Es kam 2001 heraus und wurde ein Jahr später sogar zum Spiel des Jahres gekürt.


Menara nutzt zwar Elemente des bekannten Klassikers, unterscheidet sich aber doch in einigen Punkten. Zwar muss man auch bei Menara geschickt bauen, um den Sieg zu erringen, doch dies funktioniert nur gemeinsam. Menara ist ein Kooperationsspiel, bei dem alle zusammenhelfen müssen, um das Ziel zu erreichen. Es wird also miteinander beratschlagt, gebibbert (ob der Turm wohl hält) und daher natürlich gemeinsam gewonnen – oder verloren. Lasst Euch entführen, in die Hölle von Menara, und versucht einen Jahrtausende Jahre alten Tempel wieder aufzubauen, den Ihr als Forscher entdeckt habt. Geheimnisvolle Pläne werden Euch den Weg weisen.

 


Das Spiel

Menara ist ein Spiel von Oliver Richtberg, das ganz aktuell beim Zoch Verlag erschienen ist. Es kann mit 1-4 Spielern gespielt werden und ist ab 8 Jahren geeignet.
Bei Menara bauen die Spieler gemeinsam einen Tempel wieder auf. Dazu erhalten sie je nach Schwierigkeitsstufe eine bestimmte Anzahl an Säulen, die zufällig aus einem Sack gezogen werden. Weiterhin werden bereits drei zufällige Tempelböden als Boden ausgelegt und entsprechend der Schwierigkeit 3-5 Etagenkarten ausgelegt. Die Etagenkarten zeigen an, wie viele Etagen die Spieler bauen müssen, um das Spiel zu gewinnen. Weiterhin werden 6 Säulen zufällig in das Camp gestellt. Die Säulen haben verschiedene Farben und dürfen beim Bau nur auf die passenden Farbfelder der Tempelböden gestellt werden.


Der Spieler, der an der Reihe ist, kann nun in Reihenfolge vier Schritte ausführen:
1. Darf er eine beliebige Anzahl seiner Säulen mit den Säulen aus dem Camp tauschen.
2. Darf er eine Bauplankarte aufdecken. Diese stehen in drei verschiedenen Schwierigkeitstypen zur Verfügung und es darf frei gewählt werden, von welchem Stapel man zieht.
3. Die Baukarten weisen den Spieler z.B. an 1-3 Säulen zu setzen oder aber auch Säulen von einer auf eine andere Ebene zu versetzen. Kann der Spieler einen Bauplan nicht erfüllen, so muss er den Bauplan umdrehen und als Etagenkarte auslegen (Die Spieler müssen nun also eine Etage mehr bauen, um gewinnen zu können).
4. Nun darf der Spieler seine Säulen wieder auffüllen.

Sobald ein Spieler einen Tempelboden mit einer Säule so belegt, dass es kein freies Feld mehr gibt, muss ein neuer Tempelboden gesetzt werden. Die Farbe der Bauplankarte gibt dabei an, welche Seite verwendet werden muss. Der Boden darf beliebig in den Tempel eingebaut oder auch die Basis damit erweitert werden. Beim Erweitern der Basis muss die Karte jedoch auch als Etagenkarte ausgelegt werden.
Sofern der Tempel einstürzt oder keine Säulen mehr da sind, um aufzufüllen, bzw. der letzte Tempelboden verbaut wurde oder die letzte Bauplankarte genutzt wurde, endet das Spiel. Nur wenn man es geschafft hat die nötige Anzahl an Etagen gebaut zu haben, haben die Spieler zusammen gewonnen – ansonsten ist das Spiel verloren.

 

Fazit
Menara ist ein tolles Familienspiel. Gemeinsam wird der Tempel wieder aufgebaut und Absprache ist dabei alles. Wenn man nicht darauf achtet, welche Säulen die anderen Mitspieler besitzen oder man vom falschen Bauplanstapel zieht, kann es alle den Sieg kosten. Man muss schon gut überlegen, welchen Plan man jetzt zieht, oder ob man nicht lieber erst versucht an passendere Säulen zu kommen, bevor man sich an die schwereren Bauplankarten heran traut.

Das Gleichgewicht des Tempels zu erhalten ist gar nicht so einfach. Denn die Tempelböden werden zufällig gestapelt, so dass es durchaus vorkommen kann, dass unpassende Böden verbaut werden müssen. Da gilt es dann abzuwägen, ob man die Tempelbasis erweitert, was bedeutet, dass man eine Etage mehr bauen muss, oder ob man es nicht doch wagt und versucht den Boden im Tempel zu verbauen. Auch hier ist Absprache alles, denn es ist nicht einfach einzuschätzen, ob das Setzen der Säulen nicht doch zum Einsturz führt.

Auch das Material ist – wie von Zoch – gewohnt sehr hochwertig und ansprechend. Die Grafik ist passend zu dem perfekt gewählten Thema. Schade ist lediglich, dass der mitgelieferte Sack etwas klein ausgefallen ist. Wenn man das Spiel mit 1-2 Personen spielt – und damit entsprechend viele Säulen im Sack sind, so ist dieser doch recht voll und die Säulen lassen sich nicht gut mischen. Auch die Randfarben der Bauplankarten – welche anzeigen sollen, mit welcher Seite der Tempelboden verbaut werden darf – finden wir nicht sehr deutlich gewählt. Für Leute mit Farben- oder Sehproblemen hätten diese noch schärfer/auffälliger sein dürfen.

Ansonsten gibt es an dem Spiel aber rein gar nichts auszusetzen. Im Gegenteil. Es reiht sich wunderbar in die Serie der Spiele ein, die man mit Familien, Kindern, SenorInnen und auch Vielspielern als Funspiel zum einläuten eines tollen Spieleabends spielen kann. Hier hat auf jeden Fall Jung und Alt richtig viel Spaß und man kann Menara auch wunderbar in altersgemischten Gruppen spielen. Wir finden: Ein Kooperatives Geschicklichkeitsspiel, das spannend bis zum Schluss ist und sich definitiv nicht hinter Villa Paletti verstecken muss!

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

 

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorien:
“Familienspiele und generationentaugliche Spiele”

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