Illusion – ein Kartenspiel von NSV (Rezension)

Sicher, dass Du richtig siehst? Meinst Du nicht etwa, dass Du Dich völlig verschätzt? Wahrnehmung liegt schließlich im Auge des Betrachters und ist sowieso komplett subjektiv. Und auch wenn Du denkst, dass Du absolut richtig liegst, kann es sein, dass Du einer Illusion auferlegen bist. Dass Du die Wirklichkeit falsch interpretierst. Dass Du ein entscheidendes Detail übersiehst, das Dich zur Fehleinschätzung verleitet. Aber wer weiß, vielleicht ist Deine Wahrnehmung ja doch so gut, dass Du vollkommen richtig liegst. Dass Du den Schleier lüftest und die Wirklichkeit erkennst.
Wenn das der Fall ist, kannst Du Dich glücklich schätzen, denn dies wird Dir bei dem Spiel, was wir heute vorstellen, zum Sieg verhelfen.

 

Das Spiel
Illusion ist ein Spiel von Wolfgang Warsch, das bei NSV erschienen ist. Es kann mit 2-5 Personen gespielt werden und ist ab 8 Jahren geeignet.
Bei Illusion geht e darum einzuschätzen, wie hoch Farben prozentual auf den vorhandenen Karten vertreten sind.
Zu Beginn des Spieles wird der Stapel mit den Illusionskarten gemischt und offen bereit gelegt, die oberste wird zudem als Startkarte ausgelegt. Die Karten zeigen verschiedene Formen und Abbildungen, bestehend aus 4 verschiedenen Farben. Auf der Rückseite wird angezeigt, wie hoch der prozentuale Anteil der jeweiligen Farbe im Vergleich zur Gesamtfläche verteilt ist.
Die Spieler mischen zudem einen Stapel mit Pfeilen in den vier verschiedenen Farben. Hiervon wird die oberste Karte aufgedeckt, die dann festlegt, mit welcher Farbe in der laufenden Runde gespielt wird.

Der Spieler, der an der Reihe ist, kann nun eine Karte vom Illusionsstapel nehmen und an die bereits ausliegende Karte anlegen. Er kann sie vorne, hinten oder ab der 2. Runde zwischen zwei Karten legen – ohne dabei die Position von Karten zu vertauschen. Die Position symbolisiert dabei, wie oft die Farbe auf der Karten vertreten ist und dieser Anteil steigt idealerweise von links nach rechts immer mehr an.


Anstatt eine Karte anzulegen, kann ein Spieler aber auch die bereits ausliegende Reihe anzweifeln. Dies wird er tun, wenn er nicht glaubt, dass der Anteil der jeweiligen Farbe von links nach rechts immer mehr zunimmt. Dies wird überprüft, indem alle Karten umgedreht und die Prozentwerte verglichen werden. Hatte der Spieler zu Recht angezweifelt, erhält er als Belohnung die Pfeilkarte. Hat er zu Unrecht angezweifelt, bekommt der Spieler die Pfeilkarte, der vor ihm am Zug war. Die neue Runde beginnt, indem die Karten abgelegt werden und eine neue Pfeilkarte und eine neue Illusionskarte als Startkarte ausgelegt werden. Das Spiel ist gewonnen, wenn jemand entweder zuerst drei Pfeilkarten besitzt oder in der langen Version, wer nach 12 Runden die meisten Pfeile gewinnen konnte.

 

Fazit
Illusion ist ein schnelles Kartenspiel mit interessanten Entwicklungen. Denn es ist tatsächlich nicht einfach, die Wahrscheinlichkeiten einer Farbe richtig einzuschätzen. Dies liegt wohl auch daran, dass eine Fülle an verschiedenen Symbolen auf den vielen Karten vorhanden ist. So manches Mal wird sich hier daher kräftig vertan und dies sorgt immer wieder für Überraschungen.

Man muss bei Illusion nicht nur versuchen seine eigenen Karten richtig einzuordnen, sondern kann die Kartenreihe auch anzweifeln. Dies sorgt dafür, dass man eigentlich ununterbrochen aufmerksam sein muss. Nur so lassen sich Legefehler anderer Spieler auch sicher erkennen. Die Spielidee gefällt uns gut und ist einmal etwas ganz anderes.


Illusion ist auf jeden Fall ein Spiel, das man wunderbar mit Jung und Alt zusammen spielen kann und das einen einfachen Einstieg bietet. Hier spielt das Alter der Spieler keine Rolle und Kinder können wunderbar mit Erwachsenen zusammen spielen. Auch SeniorInnen dürften an diesem Spiel ihre Freude haben. Wir würden es allerdings nur im Bereich für Familien- und Generationenspiele einordnen, für Vielspieler dürfte es höchstens als Absackerspiel interessant sein.

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele”

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