Texas Showdown von Amigo – ein neues Stichspiel (Rezension)

Stichspiele gibt es wie Sand am Meer. Karte ausspielen, Farbe zugeben, vielleicht Trümpfe einsetzen und am Ende die richtige Anzahl an Stichen haben, um zu gewinnen. Es gibt gute und schlechte, es gibt auf alle Fälle jede Menge Stichspiele. Warum also eine Rezension für ein weiteres Stichspiel? Ich verrate es hier.

„Texas Showdown“ ist ein … Stichspiel. Und es hebt sich aus der Masse deutlich heraus. Was macht es aber so besonders? Da sind ein paar Kniffe in den Regeln, die mir gut gefallen. Aber der Reihe nach. Es gibt 60 verschiedene Karten in acht Farben (schwarz von 0 bis 10, rot von 11 bis 20 usw.). Es beginnt der Spieler mit der schwarzen 0 ud spielt diese aus. Dann folgen im Uhrzeigersinn alle Spieler, die Farbe zugeben müssen, können sie nicht, dürfen sie eine andere Farbe ausspielen. Soweit alles bekannt. Aber beim Farbe zugeben kann man eine Farbe wählen, die bereits ausgespielt wurde. Muss also nicht die Farbe der zuerst ausgespielten Karte sein.

Wer gewinnt den Stich? Zuerst wird geschaut, welche Farbe im Stich am häufigsten vorkommt, und hier zählt dann die höchste Karte. Bei Gleichstand zählt von den beteiligten Farben die höchste Kartennummer. Das ist spannend. Denn spielt der erste Spieler schwarz, der zweite hat kein schwarz und spielt eine für ihn unangenehme andere hohe Karte, aber alle anderen Spieler gehen dann auf dessen Farbe ein, könnte der zweite Spieler den Stich gewinnen, obwohl er doch nur eine lästige Karte loshaben wollte. Warum unangenehm? Achso, jeder Stich zählt einen Minuspunkt. Man sollte also keine Stiche machen. Wer nach mehreren Runden als erster eine bestimmte Zahl an Minuspunkten überschreitet, beendet das Spiel und es gewinnt, wer die wenigsten Minuspunkte hat.

Aber noch ein spannender Kniff ist im Spiel. Muss oder kann man einen Stich mit der höchsten Karte einer jeweiligen Farbe machen, so darf man wählen, wer die nächste Runde mit Kartenauspielen beginnt. Das ist ein feiner taktischer Kniff.

 

FAZIT
„Texas Showdown“ ist ein tolles Stichspiel mit interessanten Kniffs. Und der Name des Spiels ist Programm. Es ist nämlich wirklich ein Showdown. Nicht die ersten Karten entscheiden das Spiel, sondern die letzten. Und das ist manchmal dramatisch spannend, ein richtig „Showdown“. Man wähnt sich schon auf der sicheren Seite, und dann wird man doch kalt erwischt und muss Stich um Stich machen.

Ein tolles kurzweiliges Familienspiel, schnell erklärt, schnell gespielt, am besten mit vielen Mitspielern, zu dritt fehlt etwas der Charme.

Die Grafiken der Karten ist gut, leider ist die Darstellung, in welcher Rangfolge eine Karte in der jeweiligen Farbe steht, sehr klein geraten und etwas unübersichtlich, aber man hat schnell heraus, wieviele Karten es von einer Farbe gibt – und alle Karten beginnen mit einer 1 hinten (11, 21, 31 …).

Familien werden ihren Spaß dran haben, Expertenspieler sollten sich das als Absacker mal anschaun, sie werden mehr Tiefgang entdecken als in vielen anderen Stichspielen. Von mir eine Empfehlung für alle Spielregale. Wer die Karten mitzählt, die schon ausgespielt wurden, hat Vorteile, was bei 60 Karten natürlich schwierig ist. Wer aber gar nicht mitzählt, kommt schnell ins Hintertreffen.

WERTUNG
+ schnell gelernt

+ spannender Showdown am Ende jeder Runde

+ tolle Bereicherung der Stichspielwelt

– Grafiken teils zu klein

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

 

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“Familienspiele”

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