Wer hat nur die Flecken gemopst? Flick Fleck von Zoch (Rezension)

Was macht eigentlich ein gutes Kinderspiel aus? Da wäre zum einen das kindgerechte Material: groß genug sollte es sein, damit es auch kleine Kinderhände gut fassen können und vor allem stabil. Ein Spiel muss es schon aushalten können, dass es auch mal unsanft angepackt wird. Aber auch die Grafik ist entscheidend für ein gutes Kinderspiel. Die Kleinen wollen sich angesprochen fühlen, von schönen Farben und tollen Motiven. Bunt muss es dabei nicht immer zugehen – auch lustige oder besonders süß gestaltete Spiele sprechen Kinder an. Zu guter Letzt braucht es aber auch eine Geschichte. Kinder lieben es, Geschichten erzählt zu bekommen.

Und ein gutes Spiel hat immer etwas Spannendes oder Lustiges zu erzählen – etwas, was Kinder interessiert, worüber sie lachen können oder das sie fesselt. Wenn sich dann auch noch der Spielablauf logisch in die Geschichte einfügt und den Kindern Freude bereitet, ist wohl der Grundstein für ein gutes Kinderspiel geschaffen.
Dies ist auch Zoch mit dem Spiel gelungen, dass wir Euch heute vorstellen:

 

Das Spiel
Flick Fleck ist ein Spiel von Michael Kallauch, das ganz aktuell beim Zoch Verlag erschienen ist.
Man spielt Flick Fleck mit 1 bis 4 Spielern und es ist ab 4 Jahren geeignet.
Jedes Kind erhält ein eigenes Spielertableau mit einer „nackigen“ Kuh. Denn die Kühe haben ihre Flecken verloren und die Kinder müssen die Kühe wieder „anziehen“ und neue Flecken drauf legen.
Dazu werden die Fleckenplättchen verdeckt in die Mitte gelegt. Nach dem Startzeichen spielen alle Kids gleichzeitig los: Jeder nimmt sich immer ein Kärtchen und versucht es passend anzulegen. Weiß muss an weiß und schwarz an schwarz angelegt werden.

Wenn ein Plättchen nicht angelegt werden kann, wird dieses zur Seite gelegt und das betroffene Kind muss warten, bis alle anderen Kinder fertig sind (und auch diese nicht mehr anlegen können). Wenn keiner mehr anlegen kann, wird wieder das Startsignal gegeben und es dürfen nach und nach neue Plättchen genommen und angebaut werden. Sobald ein Kind die Kuh komplett mit neuen Flecken eingedecken konnte, hat es gewonnen.
Weiterhin liegen dem Spiel noch Puzzle-Varianten bei: Hier können die Kinder z.B. versuchen eine Kuh mit einem möglichst großen Flecken zu bekleiden.

 

Fazit
Flick Fleck ist definitiv ein gelungenes Kinderspiel. Das Material ist stabil (dickere Pappe) und sehr ansprechend. Die lustigen Kühe sind auf jedem Plan jeweils beidseitig und unterschiedlich illustriert, so dass sich jedes Kind seine Lieblingskuh aussuchen kann. Außerdem erzählt Flick Fleck eine lustige Geschichte. Beim Vorlesen der Story, welche erzählt, dass die Kühe plötzlich völlig nackt auf der Weide stehen, müssen die Kinder bereits mächtig schmunzeln. Vor allem da man nicht weiß, ob „aufmüpfige Kuhbolde“ die Flecken gemopst haben, oder das „Föhnwetter“ die Flecken weggepustet hat. Klar, dass da frische Flecken her müssen.


Die Spielmechanik ist dabei relativ einfach und somit altersangemessen. Dies spiegelt sich auch in den sehr kurzen Spielregeln wieder, die in einer Minute durchgelesen und sofort verstanden sind.
Die Kinder wissen recht schnell, dass sie weiß an weiß und schwarz an schwarz legen müssen und es fällt selbst den 4-Jährigen leichter als gedacht. Sie haben schnell raus, dass man die Flecken drehen kann und schaffen es somit, passende Plätze zu finden. Natürlich sind Kinder mit 6-7 Jahren bei diesem Spiel um einiges schneller. Daher finden wir die Stop-Regel wirklich sehr geschickt.

Denn sobald ein Plättchen nicht mehr regelgerecht angelegt werden kann, muss dieses Kind pausieren und erstmal auf die anderen Kinder warten. Langsamere Spieler können somit gut aufholen. Und dann ist es letzten Endes doch ein wenig dem Glück geschuldet, wer ein passendes Plättchen zieht und die Kuh vollständig bedecken kann. Für uns ein Pluspunkt, da somit alle Kinder ähnliche Chancen bei diesem Spiel haben und nicht nur die Schnellsten.

Flick Fleck können die Kleinen übrigens auch alleine spielen. Interessant dürfte dabei die Puzzle-Variante sein, bei der Kinder verschiedene Aufgaben lösen können. Der Wiederspielwert ist bei mehreren Spielern allerdings um einiges höher – alleine macht es einfach nur halb so viel Spaß.
Flick Fleck hätte man übrigens auch wunderbar für 6 oder 8 Spieler gestalten können. Das würden wir uns wünschen, da dann der Einsatz in Kindergärten noch angezeigter wäre.

Flick Fleck ist somit ein empfehlenswertes schönes Kinderspiel, das Kindern von 3/4 bis ca. 7/8 Jahren viel Spaß machen dürfte. Aber auch Eltern, die mit ihren Kindern spielen wollen, haben ihre Freude daran (und werden von den Kids meistens abgezockt *g*)

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

Hinweis zur Gender-Formulierung: Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen 
bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit nur die weibliche oder männliche Form 
verwendet wurde.

 

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