Hirnjogging in nur 1 bis 5 Minuten – Nimble von Edition Spielwiese/Pegasus (Rezension)

Wenn Pinocchio gegen Alice im Wunderland ins Rennen zieht, ist so gar nicht klar, wer gewinnen wird. Der kleine Holzjunge ist wahrscheinlich etwas langsam unterwegs, dafür ist Alice aber ziemlich winzig. Noch komplizierter wird es, wenn Moby Dick mit um die Wette läuft. Der imposante Wal ist zwar ziemlich träge, aber durch seine Größe könnte er als Sieger hervorgehen. Mal sehen, ob die drei so flink sind wie Don Quijote, der in 80 Tagen um die Welt gereist ist. Oder war der nicht eher in Krieg der Welten unterwegs?

Wahrscheinlich bringen wir hier nun aber so einiges durcheinander… Gemeinsam haben all diese weltberühmten Charaktere wohl nur, dass sie so bekannt sind, wie die englische Königin. Kein Wunder also, dass die Figuren aus legendärer Weltliteratur Vorlage für ein Spiel lieferten. Und auch wenn in diesem Spiel ihre Geschichte nicht erzählt werden, so sind sie dennoch Teil eines aberwitzigen Wettkampfes, bei dem garantiert ist, dass die Hirnregionen der Spieler Tango tanzen und dabei das Ave Maria rückwärts singen.

 

Das Spiel
Nimble ist ein Spiel von Peter Jürgensen und eine Neuheit aus 2018, die bei Edition Spielwiese/Pegasus erscheinen wird. Das Spiel ist für 2-4 Spieler und ab 6 Jahren geeignet.
Jeder Spieler besitzt bei Nimble ein eigenes Kartenset, bestehend aus 30 zwei-farbigen Karten. In der Mitte ist ein farbiger Kreis abgebildet, der von einem andersfarbigen Rand eingerahmt wird. Die eingearbeiteten literarischen Bilder spielen für das Spiel selbst keine Rolle.

 
Sobald das Startsignal gegeben wird, müssen die Spieler so schnell wie möglich die oberste Karte ihres Stapels auf drei bereits ausliegende Karten ablegen. Dies ist allerdings nur erlaubt, wenn die Randfarbe der aktuellen Karte die gleiche Farbe zeigt, wie der Kreis der darunter liegenden Karte. Kann man auf keine der drei Stapel regelkonform ablegen, darf man seine Karte auf einen eigenen Ablagestapel werfen. Sobald alle Karten angelegt sind, wird der eigene Ablagestapel einfach umgedreht und von vorne begonnen. Wenn ein Spieler alle Karten in der Mitte abgelegt werden konnten, wird sofort das Spielende eingeläutet. Nun werden die Stapel nach Legefehlern überprüft. Dies kann leicht kontrolliert werden, da die Spielerkarten auf der Rückseite eine eigene Spielerfarbe anzeigen. Hat der Spieler, der die Runde beendet hat, keinen Fehler gemacht, gewinnt dieser das Spiel. Bei Fehlern scheidet dieser jedoch aus und es gewinnt der Spieler, der die wenigsten Karten im Stapel vorhält und beim Ablegen alles richtig gemacht hat.

 

Fazit
Nimble ist absolut klasse. Zumindest für Spieler, die gerne Stress- und Reaktionsspiele mögen. Im Sekundentakt muss man möglichst schnell überprüfen, ob sich die aktuelle Karte irgendwie anlegen lässt. Und dabei muss man auch noch aufpassen, dass der Rahmen zum Kreis passt und nicht etwa umgekehrt. Bei Nimble ist garantiert, dass auch die letzte Hirnregion durchgeblasen wird. Nicht nur blitzschnelles Reagieren ist gefragt, sondern man muss auch noch aufpassen, dass die Augen keinen Knoten bekommen. Und das macht so richtig Spaß. Wir haben hier ein Spiel, dass ideal als Aufwärm- oder Absackerspiel geeignet ist, oder einfach mal für zwischendurch, wenn man nach schweren Strategiespielen den Kopf freiwirbeln will. In nur wenigen Minuten ist das Spiel gespielt und der Adrenalinkick lässt auch zur spätesten Stunde alle wieder wach werden.

Die Karten sind zudem sehr schön gestaltet. Es ist eine tolle Idee, die bekannten Figuren eingearbeitet zu haben. Die Bilder schauen interessant aus, sind aber so leicht aufgedruckt, dass sie nicht von den Farben ablenken. Beim Spielen sieht man die Bilder quasi gar nicht und das ist auch nötig, damit man vor Verwirrung nicht komplett die Orientierung verliert.
Interessant gewählt wurden auch die Farben. Sie unterscheiden sich deutlich, bis auf die zwei Blautöne. Diese wurden wohl so gewählt, damit Farbenblinde die Farben möglichst gut unterscheiden können. Hier haben wir allerdings den Eindruck, dass sich ein Nicht-Farbenblinder etwas mehr konzentrieren muss, sie verursachen durchaus, dass man in der Hektik Fehler macht.

Das Cover von Nimble ist zudem richtig toll. Ein dickes Lob an den Grafiker. Allerdings erweckt es irgendwie falsche Hoffnungen. Ein Reaktionsspiel hätten wir auf jeden Fall nicht in der tollen Verpackung erwartet, auch wenn das Spiel absolut klasse ist. Das Cover erzählt Geschichten und das hätte man wohl auch von dem Spielinhalt erwartet.
Anzumerken ist, dass man als Anfänger keine Chance gegen geübte Nimble-Spieler hat. In unseren Runden habe ich regelmäßig zuschauen müssen, damit die anderen das Spiel mit Freude kennenlernen konnten. Wer mag schon immer verlieren? Doch wer dann verstanden hat, worum es geht, kann es auch mit geübten Spielern schnell aufnehmen.
Nimble empfehlen wir im Grunde für jede Altersstufe. Lediglich Menschen mit Konzentrationsproblemen, bzw. die Stressspiele nicht mögen, raten wir dann eher zur ruhigeren Spielen.

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

 

Ihr wollt sehen, wie sich Nimble spiel?
Dann schaut Euch doch einmal das Vide von Ü50 spielt an:

 

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