Wer hat den schönsten Garten Japans? Seikatsu von Huch! (Rezension)

Japanische Gärten erzählen japanische Geschichten und zeigen philosophische Gedanken. Sie sind Ausdruck wahrer Schönheit und Teil einer einzigartigen japanischen Kultur. Man findet sie daher nicht nur neben japanischen Häusern, sondern auch an historischen Orten. So sind viele japanische Tempel und Schlösser von Zengärten umschlossen. Wer wollte nicht schon immer einmal einen solch prächtigen Garten anlegen? Als Gärtner tragt ihr uraltes Wissen in Euch um eine wahre Zauberkunst.

Begebt Euch in einen Wettstreit mit anderen Gärtnern. Wer wird wohl den schönsten Garten anlegen? Bei welchem Garten wird den Besuchern der Atem stocken? Wer wird wohl die atemberaubendste Kombination aus einer Blumenvielfalt schaffen, die dann auch noch die einzigartigsten Vogelarten anlockt? Doch aufgepasst: Nicht die Summe an Artenvielfalt zählt, sondern es wird der Gärtner zum Meistergärtner ernannt, der die schönste Aussicht aus seinem Tempel über den Garten vorweisen kann.

 

Das Spiel
Seikatsu von Matt Loomis & Isaac Shalev ist ein Lege- und Taktikspiel, das beim Huch! Verlag erschienen ist. Seikatsu kann mit 1-4 Spielern und ab 10 Jahren gespielt werden.
Das Grundspiel wird mit 2-3 Spielern gespielt, während im Solospiel und im Teamspiel zu viert abgeänderte Regeln gelten.

Grundspiel:
Jeder Spieler wählt sich eine Farbe aus und setzt sich dann vor die dazu passende Pagode (Tempel) auf dem Spielplan. Zu Beginn zieht Jeder zwei Gartenplättchen auf die Hand, die vorher in den beliegenden Beutel gemischt wurden. Auf dem Plättchen sind verschiedene Blumen- und Vogelkombinationen abgebildet. Ist man an der Reihe, spielt man zuerst eines seiner Handplättchen auf den Plan aus, wertet dann den Vogelschwarm und zieht dann wieder auf zwei Plättchen auf. Dabei muss das neue Plättchen immer angrenzend an ein bereits liegendes angelegt werden.

Bei der Vogelschwarmwertung gibt es Punkte, sobald die gerade ausgelegte Vogelart angrenzend auch vorhanden ist: Für jeden Vogelschwarm der Art einen Punkt. Dann kommt der nächste Spieler an der Reihe und dieser Spielablauf wird solange durchgeführt, bis alle Felder auf dem Spielplan belegt sind. Es können auch Koi-Teiche als Joker ausgelegt werden, wobei sie dann nur beim auslegen in die Vogelwertung eingehen.
Am Ende des Spieles kommt es dann noch zu einer Blumenwertung. Jetzt wird ausgehend von seiner eigenen Pagode jedes Feld in gerade Linie gewertet. Die Blumenart, die jeweils am Meisten vertreten ist, wird gezählt. Die Punkte erhält man entsprechend der in den Regeln beiliegenden Wertungstabelle. Somit gibt es z.B. für 2 Blumen einerArt 3 Punkte, für 6 Blumen 21 Punkte.
Gewonnen hat, wer nach der Blumenwertung mit seinem Wertungsmarker die meisten Punkte erzielt hat.

 

Andere Spielvarianten
Abweichend davon wird das 4-Spieler-Spiel in Teams gespielt. Dabei besetzt jedes Team zusammen eine Pagode, die am Spielende gewertet wird. Seikatsu kann zudem Solo gespielt werden, wofür verschiedene Schwierigkeitsstufen zur Verfügung stehen und man gegen die Summe der anderen Pagoden punkten muss.

 

Fazit
Seikatsu ist ein Taktikspiel, das uns wirklich ausgesprochen gut gefällt. Gleich beim Öffnen der Schachtel fällt einem das hochwertige Spielmaterial auf. Aber auch die wundervolle Grafik zieht einen sogleich in den Bann. Lediglich bei den lila/rosa-farbigen Blumen hätte man die Unterschiede deutlicher herausarbeiten können. Für Menschen, die nicht gut sehen – oder bei schlechtem Licht, sind diese leider schwer erkennbar. Das ist etwas schade, denn Seikatsu ist ein Spiel, das definitiv für Jung (ab 10 Jahren, evtl. sogar ab 8) bis hin zu Senioren sehr gut geeignet ist.

Die Spielmechanik an sich ist einfach gehalten und dennoch ist das Spiel durch die zwei verschiedenen Wertungsmöglichkeiten sehr taktisch. Wenn man bei der Vogelwertung z.B. nur darauf achtet, damit möglichst viele Punkte zu erzielen, kann es passieren, dass man den Gegenspielern Blumen auslegt, die diesen in der Blumenwertung einen riesigen Vorteil verschaffen. So viele Punkte wie möglich zu erzielen, ohne dabei den Gegner zu bevorteilen ist ziemlich knifflig und macht genau deshalb auch viel Spaß. Seikatsu kann gleichermaßen für Viel- und Gelegenheitsspieler empfohlen werden. Der leichte Einstieg, das schöne Thema und die mögliche Tiefe ermöglichen es, dass verschiedenste Spieler Freude daran haben.


Interessant ist übrigens auch der Solomodus. In der „einfachen“ Variante ist es fast zu einfach gegen die Punktesumme der zwei anderen Seiten zu gewinnen, da man für sich zusätzlich immer die Vogelwertung durchführen darf. Bei der mittelschweren Variante wird die Vogelwertung weggelassen. Hier ist es schon um einiges schwerer, das Spiel zu gewinnen.

Seikatsu wird bei uns sicher regelmäßig auf den Tisch kommen. Mit 20-30 Minuten hat es eine angenehme Spiellänge und eignet sich wunderbar für zwischendurch. Seikatsu ist zudem ein Spiel, dass mir als Erwachsener zusammen mit jüngeren Spielern viel Spaß macht: Gegen unsere 11-Jährige haben wir sogar mehrmals verloren.

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

 

Ihr wollt schauen, wie sich Seikatsu spielt?
Dann schaut in das tolle Video von Ü50 spielt hinein:

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorien:
“Generationentaugliche Spiele” und “Familienspiele”
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