Kooperatives Spiel: Verflucht! von Amigo (Rezension)

Was zeichnet eigentlich ein gutes Spiel aus? Ist es der Wiederspielwert? Die Komplexität? Das Thema? Das Design? Die Spannung, die entsteht? Oder etwas komplett Anderes? Wahrscheinlich würde jeder von Euch diese Frage anders beantworten. Denn ein Spiel, welches bei Euro-Game Liebhabern super ankommt, ist noch lange kein gutes Spiel für jemand, der am liebsten Würfelspiele spielt. Daher ist die Variation der Spiele, die wir Euch auf dem Blog vorstellen auch so groß. Überwiegend stellen wir Spiele vor, die uns persönlich gut gefallen.

Und da bei uns Jung und Alt zusammen kommen, Vielspieler und Gelegenheitsspieler (Liebhaber der verschiedensten Kategorien), ist es nicht verwunderlich, dass uns ziemlich viel auch gut gefällt. Denn es kommt immer auf den Betrachter an. Aber genau darauf gehen wir in unseren Rezensionen detailliert ein. Und nennen natürlich auch unsere Kritikpunkte.
So wie auch heute. Das Spiel, das wir Euch diesmal vorstellen hat unsere Vielspieler nicht vom Hocker gerissen. Gerade für Kinder und Senioren bis ins hohe Alter ist es aber eine leichte Kost, die Spaß macht.

 

Das Spiel
Verflucht! Ist ein Spiel von Steffen Benndorf, das ganz aktuell 2018 bei Amigo erschienen ist. Es ist von 1-5 Spielern und laut Verlag ab 10 Jahren geeignet. Bei Verflucht! handelt es sich um ein kooperatives Kartenspiel, bei dem Spieler Kreaturen aus einer Villa vertreiben müssen, um ihnen zu entkommen.
Auf den Karten sind Kreaturen, sowie Gegenstände mit Zahlen von 1-40 abgebildet. Die Karten werden gemischt und dann als bunter Haufen verdeckt in der Tischmitte verteilt. Daneben werden noch 4 Siegelkarten ausgelegt.

Der Spieler, der an der Reihe ist, zieht eine beliebige Karte. Ist es ein Gegenstand, nimmt er diesen auf die Hand. Ist es eine Kreatur, wird diese in die Auslage gelegt. Nun kann der Spieler entscheiden, ob er die Kreatur verjagen will/kann oder der nächste Spieler an der Reihe ist. Um eine Kreatur verjagen zu können, muss der Spieler einen oder mehrere Gegenstände ablegen, die zusammen mindestens dem Wert der Kreatur entsprechen. Ist dies gelungen, darf die Kreatur abgelegt werden.
Da man nicht immer angreifen kann/will, sammeln sich nach und nach immer mehr Kreaturen in der Auslage, die nach Zahlen aufsteigend angeordnet werden. Sobald die 6. Kreatur ausgelegt wird, greift die Kreatur mit dem höchsten Wert den aktuellen Spieler an und er muss sie verjagen.

Auch wenn sich eine Gruppe bildet (zusammenhängende Zahlenreihen ab 2 Karten), muss der aktuelle Spieler jede Kreatur verjagen. Hier dürfen aber die Mitspieler zu Hilfe eilen und auch eine Kreatur vertreiben. Die Spieler dürfen jederzeit miteinander sprechen und sich beraten, solange keine Zahlenwerte genannt werden.Können bei einem Angriff Kreaturen nicht vertrieben werden, so wird eines der vier Siegel umgedreht.

Das Spiel ist gewonnen, wenn der Stapel aufgebraucht und alle angreifenden Kreaturen erfolgreich verjagt wurden. Wurden jedoch alle vier Siegel benutzt und ein Angriff kann nicht mehr abgewehrt werden, ist das Spiel sofort verloren.

 

Fazit
Wir haben Verflucht! wirklich einige Male gespielt. In verschiedensten Besetzungen.
Die ersten Spiele haben wir erst mal komplett falsch gespielt. Denn leider wird in den Regeln nicht erwähnt, dass die Karten in der Auslage nach Zahlenwerten aufsteigend sortiert werden. Dies haben wir nur erfahren, da wir uns Regelvideos angesehen haben, nachdem uns das Spiel zu leicht vorkam. Hier wäre ein Zusatz in den Regeln sehr wünschenswert.
Doch auch nach dieser Regelanpassung haben wir die ersten Partien erstmal nur gewonnen. Dies war dann allerdings doch nur dem Glück geschuldet. An einem anderen Spieleabend wurden von 4 Spielen dann nur eines gewonnen.

Für Gruppen die viel und auch komplex spielen, ist Verflucht! dennoch recht einfach. Daher wundert uns auch die Altersangabe von 10 Jahren. Die Regeln und die Mechanik des Spiels sind so einfach gehalten, dass locker Kinder ab 6 Jahren mitspielen können (die gut rechnen können). Eventuell liegt es an der Grafik. Diese ist sehr gelungen, sehr ansprechend und zeigt verschiedenste Kreaturen und Gegenstände. Allerdings finden wir sie jetzt auch nicht sooo gruselig, dass es Kinder verschrecken würde.

Somit haben wir hier auf jeden Fall ein Spiel, das super in Kindehände passt. Schneller Einstieg, kooperatives Spielen, stimmungsvolle Grafik und wenig Frust. Wir sehen Verflucht! zudem für jeden sehr geeignet, der gerne leichte Spiele spielt. Auch Senioren können dieses Spiel noch im sehr hohen Alter spielen. Es ist somit ideal, um verschiedene Generationen zusammen spielen zu lassen von sehr jung bis sehr alt.

Wer allerdings ein wenig Spannung und Anspruch beim Spielen benötigt, dem dürfte Verflucht! nicht komplex genug sein. Als Absacker oder für Zwischendurch kann man es auf den Tisch packen, wenn man nichts gegen einen hohen Glücksfaktor hat. In der Kinder- und Jugendarbeit und Seniorenarbeit sehen wir es aber richtig aufgehoben. Gerade weil ein wenig rechnen Fähigkeiten fördert.

(eine Rezension von Petra Fuchs)

 

Hier geht es übrigens zur Spielevorstellung von Ü50 spielt.
Ein Kanal, den wir in Zukunft gerne öfter für Euch in Rezensionen vorstellen:

 


Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorien:

“Generationentaugliche Spiele” und “Kinderspiele”

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4 Kommentare

  1. Hallo,
    Mir ist es ein Rätsel, wie man das Spiel jedes Mal gewinnt?! Habt ihr die Kreaturen immer wieder in den Haufen zurückgemischt, wenn ihr ein Siegel eingesetzt habt?
    VG Steffen

    • Hi Steffen, ja haben wir. In den meisten Runden haben wir gesamt nur 1-2 Siegel benötigt. Vielleicht war es einfach nur Zufall. Soll es ja geben. Wir werden es einfach noch ein paar mal probieren. Bin gespannt. LG Petra

      • Ich gestern gleich nochmal gespielt, und bin prompt gescheitert… Habt ihr mal gezählt ob bei euch alle Kreaturen im Spiel sind? Ich kann wirklich dieses viele Glück immer nicht glauben, was an alles Stellen berichtet wird.
        Ich könnt folgende Challenge machen. Einfach damit beginnen eine Waffen nach der anderen wegzulassen. Erst spielt man ohne die 1 dann ohne 2 usw. Wenn ihr ohne die 40er Waffe gewonnen habt, seid ihr die wahren Meister! Viel Spaß!

  2. Hi Steffen, so nach einer erneuten Runde haben wir dann doch auch mal verloren. Der Glücksfaktor ist somit recht hoch. Die Bewertung habe ich daher in der Altersgruppe 13-49 angepasst und einen Stern mehr gegeben, da es als Absacker gut gespielt werden kann. LG Petra

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