Spielerisch lernen – Das tierische Einmaleins von Piepmatz und Grünschnabel (Rezension)

Der Fokus unserer Rezensionen liegt zum einen darauf, Euch Spiele für generationengemischte Gruppen vorzustellen (Jung & Alt), aber auch Spiele für die pädagogische Arbeit werden regelmäßig rezensiert.  Uns ist daran gelegen, nicht nur den Spaß und die Freude von Gesellschaftsspielen hervorzuheben (was natürlich besonders wichtig ist!), sondern auch zu zeigen, dass Spiele Menschen fördern, fordern und aktivieren. Dies gelingt besonders leicht, da Spiele eine hohe Anzahl von Menschen ansprechen kann.

 

Fuchs und Fürst schreiben dazu: „Die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen stellte 2016 fest, dass 32% der Bevölkerung wenigstens einmal im Monat Gesellschaftsspiele spielt. Der Anteil von Senioren/-innen liegt dabei bei 33% (vgl. Reinhard R. 2016: 63). Ein leichter Zugang ist unseres Erachtens vor allem daher gegeben, da es Spiele in verschiedensten Schwierigkeitsstufen und angepasst für alle Zielgruppen gibt. Zum anderen können Fähigkeiten und Fertigkeiten der Klienten/-innen durch den Einsatz von Spielen gefördert werden. Prote schreibt unter anderem dazu, dass Floer und Schipper 1975 belegen konnten, dass Kinder die spielerisch gefördert wurden, Vorteile gegenüber anderen aufweisen konnten (vgl. Prote 2014: 5) und das Spielen daher „als ein leistungsunabhängiges Mittel zum Erreichen relevanter Lernziele angesehen und eingesetzt“ (ebd.) werden kann. Laut Autorin haben Gesellschaftsspiele im Besonderen „bei der Entwicklung schulischer Vorläuferfertigkeiten eine hohe Bedeutung“ (vgl. a.a.O.: 6).

Aber auch ältere Menschen können laut einer Studie gefördert werden. Die Presse berichtet dazu: „Die Psychologen vermuten, dass sowohl das gemeinsame Spiel als auch das Beisammensein die geistige Leistungsfähigkeit erhöht und so gegen Demenz hilft“ (Augsburger Allgemeine 2013).“ (Fuchs, Fürst 2018: 6).

 

Diese wissenschaftliche Einleitung soll zeigen, warum wir Euch gerne auch die Welt der Lernspiele nahe bringen möchten. Dabei sind wir auf den Verlag „Piepmatz und Grünschnabel“ aus Österreich gestoßen, der ansprechende Spiele für die pädagogische Arbeit mit Kindern entwickelt.

Heute stellen wir Euch das „Tierische Einmaleins vor“. Weitere Vorstellungen von diesem Verlag und auch anderen wie „Edition Siebenschläfer, Finke und Co.“ werden regelmäßig folgen.

 

 

Das Spiel
“Das tierische Einmaleins”
vom Verlag Piepmatz und Grünschnabel ist ein Lernspiel ab 6 Jahren und für eine beliebe Spieleranzahl (und somit auch Gruppen) geeignet. Bei diesem Spiel wird spielerisch das Einmaleins gelernt, bzw. Gelerntes vertieft, wozu vier Spielvarianten in verschiedenen Schwierigkeitsstufen zur Verfügung stehen. Den Spielern nutzen dabei bunt gestaltete Karten, auf denen vorne eine Aufgabe und auf der Rückseite das passende Ergebnis abgedruckt ist.

Bei der ersten Variante nutzen die Spieler jeweils eine Malreihe (z.B. die 2-er Reihe) und legen diese gemischt mit den Ergebnissen nach unten auf dem Tisch aus. Der jüngste Spieler nennt nun ein beliebiges Ergebnis, welches die Mitspieler dann schnellstmöglich versuchen zu finden. Wer glaubt die richtige Aufgabe passend zum Ergebnis gefunden zu haben, klatscht auf die Karte und dreht sie um. Ist sie richtig, erhält er die Karte. Dies wird im Uhrzeigersinn so lange wiederholt, bis die Karten verteilt sind. Wer die meisten Karten besitzt, gewinnt.

In den anderen Varianten müssen die Aufgaben passend zum Ergebnis gefunden werden oder der Schwierigkeitsgrad wird erhöht, indem alle Malreihen ins Spiel gemischt werden. Natürlich kann das tierische Einmaleins auch im Karteikastensystem alleine gespielt werden, in dem der Spieler für sich die Ergebnisse überprüft.

 

Fazit
Das tierische Einmaleins ist ein sehr schön gestaltetes Spiel. Die Grafik spricht gerade Kinder sehr an und auch das Material ist hochwertig. Anfangs waren wir nicht sicher, ob die Altersangabe ab 6 Jahren nicht etwas niedrig angesetzt wurde. Aber dadurch, dass man ja auch nur mit den kleineren Malreihen spielen kann, hat dies dann doch ganz gut gepasst. Gerade die 1er und 2er Reihe wurde von den jüngeren Kindern schnell verinnerlicht.

Das Spielprinzip ist dabei sicherlich nicht besonders innovativ. Das ist hier aber auch gar nicht nötig. Gerade die Einfachheit der Regeln ist ideal dafür, dass die Kinder sich auf die Zahlen konzentrieren können. Dies führt unserer Meinung nach zu einem recht hohen Lerneffekt. Motivierend ist dabei, wie bereits erwähnt, die wundervolle Bebilderung. Die Kinder unserer Proberunden blieben viel länger als erwartet an dem Spiel sitzen und hatten viel Spaß daran, sich neue Aufgaben nach und nach zu erarbeiten.

Hierbei ist es jedoch wichtig als Pädagoge oder Elternteil darauf zu achten, dass Spielvarianten und Malreihen gewählt werden, die die Kinder nicht überfordern, aber auch nicht zu einfach sind. Ist es zu einfach, wäre das Spiel schnell langweilig, ist es zu schwierig, überfordert es. Dafür haben aber die Meisten ein gutes Gespür und das Spiel  ist so aufgebaut, dass man auf verschiedene Fähigkeiten gut eingehen kann. Kindern, die das Einmaleins noch gar nicht können, kann man die Karten auch erst einmal in aller Ruhe von beiden Seiten betrachten lassen. Wichtig wäre allerdings unserer Meinung nach jedoch, dass die Fähigkeiten der Spieler in etwa ähnlich sind, sonst ist der Frust vorprogrammiert.

Wir finden, dass hier ein ansprechendes und einfaches Lernspiel entwickelt wurde, dass ideal für die pädagogische Arbeit ist, aber auch zuhause zur Unterstützung seiner Sprösslinge beim Lernen gut empfohlen werden kann. Wir sind gespannt auch weitere Spiele des Verlages.

 

 

  • Reinhard R. 2016: „Soziodemografie und Repräsentanz – Deutschland“, Studie Freizeit Monitor 2016, Stiftung für Zukunftsfragen, o.O.
  • Prote R. 2014: „Spielerisches Lernen mit Gesellschaftsspielen – Entwicklung einer Handreichung zur praxisnahen Förderung mathematischer Kompetenzen und zur Prävention von Rechenschwierigkeiten im elementaren Bildungsbereich“, Reinhard Verlag, Dortmund
  • Augsburger Allgemeine 2013: „Spiele gegen das Vergessen – Demenzstudie“ von Merkle N., Augsburg unter: http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Spielen-gegen-das-Vergessen-id26109131.html [abgerufen am 17.01.2018 um 18:01]
  • Fuchs P., Fürst M. 2018: „Netzwerkarbeit“, Hausarbeit basa-online, Hochschule Fulda

Hits: 3843

Kommentare sind geschlossen