Rezension: Die Burgen von Burgund Würfelspiel

Es war einmal vor langer Zeit, im 15. Jahrhundert in Frankreich. Nicht nur der Königsthron war stark umkämpft, auch die Fürsten taten alles, um an Ruhm und Macht dazu zu gewinnen. Über 300 prachtvolle Schlösser wurden in dieser Zeit erbaut und jeder der Fürsten des Landes setzte alles daran, seine eigenen Länder in vollem Glanz erstrahlen zu lassen. Dafür wurde Handel getrieben, Städte ausgebaut, der Viehbestand erweitert oder sich den Kirchen unterworfen. Jeder wetteiferte auf seine eigene Art und erhoffte sich so einen unvergessenen Platz in den ewigen Geschichtsbüchern. Doch welcher Fürst letztendlich den Sieg von Ruhm und Ehre davon trug, blieb spannend bis zum Schluss.


Das Spiel

Das „Die Burgen von Burgund – Würfelspiel“ ist eine Neuheit des Jahres 2017 von Ravensburger. Das Spiel wird ab 10 Jahren empfohlen, kann von 1-5 Spielern gespielt werden und wurde von den Autoren Stefan Feld und Chris Toussaint entwickelt.
Das Würfelspiel, ein sogenanntes „Roll-and-Write“, ist dabei eine Variante zu dem Strategiespiel „Die Burgen von Burgund“, was bereits 2011 erschien.
Bei diesem Spiel geht es um das kluge einsetzen von Würfelaktionen, um somit die meisten Punkte zu erzielen. Jeder Spieler erhält ein identisch aufgebautes Spielblatt und eine Bleistift. Es werden fünf Würfel geworden, die Zahlen, Farben und Sanduhren anzeigen. Der somit erzielte Wurf wird von allen beteiligten Spielern zeitgleich genutzt:  Jeder entscheidet sich für sich selbst für eine beliebige mögliche Kombination eines Zahlen- und Farbwürfels, um dann die entsprechende Aktion für sich zu nutzen. Eine Aktion verwendet man, in dem das entsprechende Feld auf seinem Spielblatt (welches das Fürstentum darstellt) markiert. Dabei sind natürlich verschiedene Regeln zu beachten und Voraussetzungen erfüllen.

Hafenfelder dürfen z.B. nur mit 5er oder 6-er Werten und einem blauen Farbwürfel markiert werden, eine Wiese kann man nur ausfüllen, wenn man einen gelben Würfel und die gleiche Zahl, wie in angrenzenden Wiesenfeldern vorweisen kann. Somit muss immer gut überlegt werden, welche Kombination gewertet wird. Dabei verstreicht die Zeit mal langsamer, mal schneller – denn die 1-2 auftauchenden Sanduhren bei jedem Wurf, werden auf der Zeitleiste des Spielblattes zusätzlich angekreuzt.
Siegpunkte erhalten die Spieler, indem Sie ein gleichfarbiges Gebiet ihres Fürstentums komplett markiert haben, wobei zu beachten ist, dass die Anzahl der Punkte mit jeder der drei Phasen immer geringer wird. Außerdem gibt es Bonuspunkte, die es den Spielern ermöglichen, Sonderaktionen einzusetzen. Sobald alle Felder der Zeitleiste markiert sind, endet das Spiel und der Spieler mit dem meisten Punkten gewinnt.

 

Fazit
Wer Roll-and-Write spiele mag, dem kann man das Burgen von Burgund Würfelspiel nahelegen. Besonders gut hat uns gefallen, dass jeder Spieler zwar die gleichen Würfel nutzt, aber nicht jeder die gleiche Kombination wählt. Zwar ist natürlich – wie bei den meisten Würfelspielen –einiges an Glück dabei, doch gerade durch den Erwerb von Zusatzaktion kann auch strategisch gehandelt werden. Es muss gut überlegt sein, welche Felder man zuerst füllt und wann und wofür man seine Zusatzaktionen verwendet. Gerade diese Faktoren bringen einiges an Abwechslung und Varianz ins Spiel.

Sehr gut gefällt uns auch die Sanduhrenlösung. Je nachdem wie viel Sanduhren gewürfelt werden, kann eine Partie somit unterschiedlich lange dauern, was zur Spannung beiträgt. Das Spiel ist mit 20-30 Minuten schnell zwischendurch zu spielen und lässt sich zudem aufgrund der Größe auch mit in den Urlaub nehmen.

Weniger gut gefallen hat uns allerdings das Spielerblatt. Es wurden hier sehr viele Informationen auf kleiner Fläche gepackt, was bedeutet, dass alles sehr klein und unleserlich gestalten ist. Für jeden mit guten Augen kein Problem, doch sobald die Sehkraft nachlässt, würde ich das Würfelspiel nicht empfehlen. Auch finde ich es immer schade, wenn in einem Spiel Material verbraucht wird. Die Spielblätter können auch hier nur einmal genutzt werden. Dem versuchte man allerdings etwas entgegenzuwirken, in dem die Spielblätter beidseitig bedruckt wurden.

Insgesamt hätte ich mir lieber größere und somit deutlichere gestaltete Spielmaterialien gewünscht, da man selbst die eigenen Bleistiftmarkierungen nicht gut erkennt. Dies ist auch ein Punkt, warum das Spiel in Gruppen mit älteren Menschen eher nicht geeignet ist. Aufgrund der strategischen Komponente würde ich es eher den erfahrenen Spielern zuordnen, die, wenn sie Spiele mit Glücksfaktor mögen, aber gerade deswegen voll auf ihre Kosten kommen. Mit den richtigen Leuten am Tisch kann das Burgen von Burgund Würfelspiel somit gut empfohlen werden.

 

 

Nicht vergessen:
Im November Start unserer Crowdfunding-Kampagne auf: www.startnext.com/jungundaltspielt

 

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Schaue Dir HIER  (KLICK) das Interview von uns, Uwe Rosenberg und
dem Brettspiel-Hero zu unserem Projekt an.

 

Oder HIER (KLICK) unser Interview mit Ciquenabend 🙂

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